Germering Neues Baugebiet im Norden

Die bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen Augsburger Straße und Hochrainweg in Germering sollen mit Wohnungen und Gewerbe bebaut werden.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Zwischen Hochrainweg und Augsburger Straße sollen Wohn- und Gewerbegebäude errichtet werden. Das Vorhaben stößt im Bauausschuss auf Widerstand

Von Andreas Ostermeier, Germering

Planungen für eine weitere Bebauung von Germering stoßen im Stadtrat auf erste Widerstände. Karin Sepp (ÖDP/Parteifreie) monierte in der Sitzung des Bauausschusses, dass Wohnungen und Gewerbeflächen auf einem Gebiet östlich der Augsburger Straße gebaut werden sollen, das bislang als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen ist. Germering sei eine Stadt mit vielen aktiven Landwirten, sagte die Kommunalpolitikerin und Kreisbäurin, entziehe den Bauern jedoch immer mehr Fläche. Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) widersprach Sepp mit dem Hinweis, die Fläche hinter dem Feuerwehrhaus, der Rettungswache und der Kindertagesstätte sei bereits im Jahr 2001 vom Stadtrat für die Bebauung mit Wohnungen und Gewerbe vorgesehen worden. Das Areal gehöre, ebenso wie der gesamte Bereich bis zum Gewerbegebiet zum Rahmenplan Germeringer Norden, sagte Haas. Teile des Plans sind bereits umgesetzt worden, beispielsweise die neuen Großmärkte für Gartenbedarf und Heimwerker am Kreisel.

Weil östlich der Augsburger Straße in der zweiten Reihe nun ein Projektentwickler bauen möchte, will die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen. Zwischen Hochrainweg und der Fläche beiderseits einer neuen Erschließungsstraße, die zwischen Rettungswache und Feuerwehrgebäude in die Augsburger Straße münden soll, soll es Wohn- und Gewerbebereiche geben. Dabei kann sich der Projektentwickler auch sechs vier- und ein fünfgeschossiges Gebäude, eingebettet in reichlich Grün, vorstellen. Etwa 160 Wohnungen für bis zu 350 Einwohner könnten nach den Worten von Stadtbaurat Jürgen Thum errichtet werden. Ein knappes Drittel von ihnen soll zu günstigeren Mietkonditionen vergeben werden. Helmut Ankenbrand (SPD) bezeichnete es als "sehr erfreulich", dass 30 Prozent der Wohnungen Mietern zur Verfügung gestellt werden sollen, die die marktüblichen Mietpreise in Germering nicht bezahlen könnten.

Die erforderlichen Stellplätze sollen in Tiefgaragen untergebracht werden. Eine derartige Planung entspreche dem Rahmenplan, hieß es von Seiten der Bauverwaltung. Wo die Kinderbetreuungsplätze und die sozial geförderten Wohnungen entstehen sollen, das will die Stadt in einem städtebaulichen Vertrag regeln. Sie möchte auch einen Teil des Gebiets erwerben, denn die Feuerwehr benötigt wegen der Fahrzeuge einen Anbau.

Grünen-Stadtrat Hadi Roidl wollte wissen, ob die Stadt für die Errichtung von Gewerbebauten ebenso eine Beteiligung an den Infrastrukturkosten verlangen könne wie beim Bau von Wohnhäusern. Stadtbaurat Thum verneinte dies. An Roidl und Sepp gewandt wies Haas in der Diskussion darauf hin, dass es bislang Konsens im Germeringer Stadtrat gewesen sei, die Rahmenplanung für den Norden zu unterstützen.

Doch diesen Konsens gibt es wohl nicht mehr. Jedenfalls stimmten Roidl und Sepp gegen die Verwaltungsvorlage, die dem Stadtrat vorgelegt werden wird. Der hat nun das letzte Wort und kann durch Zustimmung die landwirtschaftlichen Flächen zu Bauland umwandeln. Auch der Flächennutzungsplan müsste in einem solchen Fall geändert werden, aus den landwirtschaftliche Flächen werden vornehmlich Gewerbeflächen.