Germering: Max-Born-Gymnasium Bombendrohung hält Polizei in Atem

Um elf Uhr fliegt die Schule in die Luft: Diese Drohung ging am Morgen an das Max-Born-Gymnasium. Nun sucht die Polizei nach dem Verfasser - offenbar handelt es sich um einen Trittbrettfahrer.

Von Stefan Salger

Drei Tage nach dem angeblich von einem 17-jährigen Schüler geplanten Bombenanschlag auf das Carl-Spitzweg-Gymnasium hat ein Trittbrettfahrer am zweiten Germeringer Gymnasium für Angst und Verunsicherung gesorgt: Auf einem für alle Schüler zugänglichen Computer im Max-Born-Gymnasium ist am Mittwochmorgen kurz nach Unterrichtsbeginn eine Mitteilung entdeckt worden, die Schule werde um 11 Uhr in die Luft gesprengt. Sinngemäß war auf dem Bildschirm im zweiten Stock der Schule zu lesen: "Um 11 Uhr macht es bumm".

Am Max-Born-Gymnasium in Germering ist am Morgen eine Bombendrohung eingegangen. Die Schule wurde evakuiert.

(Foto: Stefan Salger)

Die Schulleitung unter Direktor Robert Christoph entschloss sich aus Sicherheitsgründen, das gesamte Gebäude zu evakuieren, obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt alles auf einen sehr schlechten Scherz hindeutete. Christoph schickte die etwa 900 Schüler und alle Lehrer nach der zweiten Schulstunde um 9.30 Uhr nach Hause. Um keine Panik zu verursachen, nannte er bewusst nicht den wirklichen Grund, sondern sprach von "außergewöhnlichen Umständen".

Die sofort nach Bekanntwerden der Mitteilung alarmierte Polizei riegelte das evakuierte Gebäude ab. Spezialisten der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck durchsuchten mit Hilfe von Spürhunden alle Räume und demontierten den Computer für die weitere Spurensicherung und Auswertung.

Die noch anstehenden, vereinzelten Abiturprüfungen mussten verschoben werden. Schüler äußerten sich verärgert über den "idiotischen Scherz".

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Falls der Täter erwischt wird, dürfte er mit großer Wahrscheinlichkeit von der Schule fliegen. Eine Entscheidung, die der Disziplinarausschuss treffen müsste, der aber mit Blick auf mögliche Nachahmer nach Christophs Einschätzung sehr konsequent vorgehen würde.

Ein Vertreter der Polizei machte deutlich, dass solche "Späße" auch empfindlich teuer werden können - vor allem dann, wenn Feuerwehr oder technisches Hilfswerk ausdrücken müssen und die Einsatzkosten in nicht selten vierstelliger Höhe in Rechnung stellen.

Ob sich der Täter in den Computer "einhacken" musste, wie aus Kreisen der Lehrerschaft vermutet wird, ist noch nicht bekannt. Auf dem Computerbildschirm wird normalerweise angezeigt, wie viele Kilowatt die Solaranlage auf dem Dach der Schule gerade ins Netz einspeist.

Etwa zwei Stunden dauerte die letztlich ergebnislose Durchsuchung des Gebäudes. Am Donnerstag beginnt der Unterricht wieder zur gewohnten Zeit.