Fürstenfeldbruck Weniger Flüchtlinge

Landrat will rückläufige Zuweisung nutzen, um Turnhallen zu räumen

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen senkt die Regierung von Oberbayern die Zahl der dem Landkreis Fürstenfeldbruck zugewiesenen Flüchtlinge. Vom kommenden Montag, 22. Februar an, muss der Landkreis je Woche nur noch 41 Asylbewerber aufnehmen. Bereits zum 8. Februar war deren Zahl um 40 Prozent von 78 auf 47 Personen reduziert worden. Laut Andreas Buchner, dem Asylkoordinator im Landratsamt, soll diese Entwicklung genutzt werden, um langfristig die mit Flüchtlingen belegten Schulturnhallen im Puchheim, Germering und Maisach frei zu bekommen. Zudem ist vorgesehen, dass Landrat Thomas Karmasin (CSU) bei einer Bürgermeister-Dienstbesprechung zur Debatte stellt, ob die Verteilungsquote auf die Kommunen geändert oder nach dem bisherigen Schlüssel fortgeschrieben werden soll. Eine solche freiwillig vereinbarte Quote zu einer gerechten Verteilung der Belastung gibt es in anderen Landkreisen nicht.

Grundlage für die Neuberechnung der Zuweisungen ist laut Regierung eine Prognose, nach der Deutschland im Jahr 2016 eine Millione Flüchtlinge aufnehmen wird. Demnach müsste Oberbayern etwa 53 000 Unterkunftsplätze neu schaffen, von denen 7000 auf Erstaufnahmeeinrichtungen entfielen und 45 000 von den Landkreisen und Kommunen zur Verfügung gestellt werden müssten. Mit 1000 Flüchtlingen pro Woche hätte Oberbayern nur noch halb so viele wie Ende Januar aufzunehmen.

Trotz der Entlastung durch die Regierung hält Karmasin an dem Vorhaben fest, in Gröbenzell drei Containeranlagen für Flüchtlinge zu bauen. Für die Projekte am Fischerweg für jeweils 156 Asylbewerber und weitere 156 Plätze auf der Böhmerwiese am Gröbenbachweg beim Gröbenbach liegen der Gemeinde bereits Bauvoranfragen vor. Eine dritte Anfrage für ein Gemeindegrundstück soll morgen folgen, um zu klären, ob der Gemeinderat das Grundstück zur Verfügung stellen will.