Fürstenfeldbruck Mehr Sterne über Fürstenfeldbruck

Josef Edmaier (links) und Roland Klehr führen vor den Europawahlen 2014 die Flaggen vor, die unterm Rathausdach auf einer Wäscheleine hängen.

(Foto: Günther Reger)

Stadtjugendrat will durch das dauerhafte Hissen der Europafahne über dem Rathaus ein Zeichen setzen

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Der Brucker Stadtjugendrat fordert vom Stadtrat ein klares, auch im Stadtbild sichtbares Bekenntnis zu Europa. In einem offenen Brief verweist Jonathan Grundmann, Mitglied des beratenden Gremiums, auf einen gemeinsam mit dem Referent für Partnerstädte, Karl Danke (BBV), gestellten Antrag, auf dem Dach des Rathauses zusätzlich eine Europaflagge wehen zu lassen - und dies nicht nur "ein- bis zweimal bei besonderen Anlässen" wie Europawahlen.

2017 hatten Fürstenfeldbruck und das französische Livry-Gargan das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft gefeiert. In den vergangenen Jahrzehnten hätten sich zwischen beiden Städten und den anderen Partnerstädten wichtige Kontakte, Freundschaften und Beziehungen gebildet - "sie sind das Herz der Partnerschaft und halten diese am Leben". Die europäische Vernetzung und Integration beginne auf kommunaler Ebene. Grundmann: "Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern Fürstenfeldbrucks diesen Integrationsprozess verdeutlichen und ins Bewusstsein rufen". Die Europaflagge sei eine passende Ergänzung zur Flagge der Bundesrepublik und der des Freistaats Bayern. Über dem Rathaus weht bislang standardmäßig eine weiß-blaue Bayernfahne sowie die Fahne mit dem städtischen Wappen. Für besondere Anlässe liegen auch die weiß-blaue Rautenfahne, die schwarz-rot-goldene Deutschlandfahne und die Europafahne mit den goldenen Sternen auf blauem Grund bereit - jeweils etwa drei Meter lang und 1,50 Meter breit, hergestellt in der Olchinger Fahnenstickerei. In einem Plan ist festgelegt, wann welche Fahne gehisst wird.

Der Stadtjugendrat schließt sich auch der Foodsharing-Initiative der Stadtratsfraktionen der Grünen und von Die Partei und Frei an und fordert die Einrichtung von Stationen in der Stadt, an denen nicht mehr benötigte Lebensmittel abgegeben oder kostenlos abgeholt werden können. Grundmann verweist darauf, dass in Deutschland etwa ein Drittel der Lebensmittel verschwendet würden. Es beginne bei Anbau, Ernte und Weiterverarbeitung sowie Verkauf und ende beim Verbraucher. Foodsharing ist eine 2012 entstandene Initiative gegen die Lebensmittelverschwendung, die Lebensmittel "rettet", die man ansonsten wegwerfen würde. Mehr als 200 000 registrierte Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und mehr als 25 000 Freiwillige, sogenannte Foodsaver, machen diese Initiative mittlerweile zu einer internationalen Bewegung. Es kooperieren mehr als 3000 Betriebe, bei denen bereits 7,8 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Verschwendung bewahrt worden sind.