Fürstenfeldbruck Lucky Luke statt Langbehn

Kuriose Beiträge zur Debatte um Straßenumbenennungen

Die geplante Umbenennung mehrerer Straßen schlägt weiter hohe Wellen. Bis Anfang Oktober haben sich 401 Brucker online und 130 per Vordruck aus dem Rathausreport an einer Umfrage der Stadt beteiligt und teils gleich neue Namen für die betroffenen Straßen vorgeschlagen. Vor allem die Anlieger selbst meldeten sich offensichtlich zahlreich zu Wort. Viele lehnen eine Umbenennung von Straßen auch dann ab, wenn deren Namensgeber dunkle Kapitel in ihrer Biografie aufweisen - vor allem in den Jahren der Nazi-Diktatur. Als möglicher Kompromiss in einigen Fällen gilt das Anbringen von Zusatzschildern, auf denen diese dunklen Kapitel in kurzen Texten beleuchtet werden.

Ein von der Stadt eingesetzter Arbeitskreis beschäftigt sich seit Jahren mit der Thematik. Aufgrund des Patts in dem Gremium wird die Umbenennung der Wernher-von-Braun-Straße sowie der Hindenburgstraße mittlerweile nicht mehr empfohlen. Es bleiben sechs von ursprünglich 17 Straßen: Allen voran die nach einem antisemitischen Schriftsteller benannte Langbehnstraße in Puch sowie die Ederer-, Eschenauer-, Von-Gravenreuth-, Josef-Priller- und Zenettistraße in der Flughafensiedlung, die nach Offizieren und Piloten der Wehrmacht benannt sind.

Das Beispiel Langbehnstraße zeigt die Spannweite der eingereichten Namensvorschläge, die nicht immer ernst gemeint sind: Sie reicht von Erni-Singerl-Straße, Kaiser-Ludwig-Straße, Liesl-Karlstadt-Straße, Merkurstraße, Pucheranger, Rainer-Maria-Rilke-Straße, Saturnstraße, Straße des dritten Oktobers sowie Straße der Opfer des Nationalsozialismus' bis hin zu Peter-Pan-Straße und Lucky-Luke-Straße.

Der Arbeitskreis wird voraussichtlich Anfang 2018 nochmals tagen und seine abschließende Stellungnahme dann dem Kulturausschuss übermitteln, der dann im März die Entscheidung durch den Stadtrat im April vorbereiten soll.