Fürstenfeldbruck Krieg macht Terror

Redner auf der Anti-Kriegs-Kundgebung in Fürstenfeldbruck: Andrej Hunko, Bundesabgeordneter der Linkspartei.

(Foto: Günther Reger)

Zum dritten Mal ruft die "Antikriegsinitiative Fürstenfeldbruck" zur Demonstration auf

Von Katharina Knaut

Das Geräusch von Trommelschlägen erfüllt am Morgen des Samstags, 16. Januar die Hauptstraße Fürstenfeldbruck. Gespielt von der Gruppe Diappo, markieren sie den Auftakt zur Antikriegsdemonstration der "Antikriegsinitiative Fürstenfeldbruck".

Die Initiative gründete sich spontan im Dezember, als die Bundesregierung beschloss, sich am Krieg in Syrien zu beteiligen. Seitdem fordern sie, auf Einsätze zu verzichten, Waffenexporte in den Nahen Osten stoppen und nicht mit "Regimen", die den "Islamischen Staat" fördern, zu kooperieren. Das langfristige Ziel sei die "Entmilitarisierung der Gesellschaft", wie Renate Schiefer, Kreisvorsitzende Sprecherin der Partei Die Linke Kreisverband Amper und Mitbegründerin der "Antikriegsinitiative" betont.

"Krieg macht Terror" ist das Motto der inzwischen dritten Demonstration der Initiative, zu der sich über 60 Menschen dem kalten Wetter zum Trotz auf dem Hauptplatz vor der Sparkasse eingefunden haben. Unter ihnen sind unter anderem Klaus Pleil, Oberbürgermeister von Fürstenfeldbruck. Anwesend sind auch Unterstützer der Initiative, wie dem Bund Naturschutz und der ÖDP Kreisverband Fürstenfeldbruck. Die Begrüßung übernimmt die dritte Bürgermeisterin von Fürstenfeldbruck, Karin Geissler. Anschließend ergreift Renate Schiefer das Wort. Sie betont vor allem, dass es zur Beendigung des Krieges Menschen benötigt, die den Frieden wirklich wollen und auch willens sind, sich dafür einzusetzen.

Dass die Bundesregierung sich nicht für den Frieden einsetzt, sondern den Krieg mit Waffenlieferungen und Einsätzen weiterhin fördert, bildet einen wesentlichen Bestandteil der Demonstration. Das betont auch Andrej Hunko, Mitglied des Bundestages der Fraktion Die Linke. Mit dem Satz: "Wir sagen nein zu Kampfdrohnen!", kritisiert er die Entscheidung der Regierung, eben solche anzuschaffen, seiner Meinung nach gegen den Willen der Bevölkerung. Weiterhin kritisiert er auch die Schwerpunktsetzung der deutschen Politik. Indem diese sich nur mit der Flüchtlingsproblematik auseinandersetze, beschäftige sie sich nur mit der Wirkung, nicht mit der Ursache. Diese liege im Krieg gegen Syrien, den die deutsche Regierung mit ihrer Beteiligung noch weiter unterstütze. So würde auch der Zustrom an Flüchtlingen verstärkt, nicht eingedämmt.

Der auf diese Rede folgende geplante Demonstrationszug durch die Innenstadt, wurde aufgrund der Kälte abgesagt.

Die daraufhin vorgezogene Abschlusskundgebung hielt Cetin Oraners vom Münchener Stadtrat. Diese behandelt das zweite große Thema der Demonstration: Die Lage der Kurden in der Türkei. Er kritisiert die verbrecherischen Einsätze des türkischen Militärs gegen die kurdische Bevölkerung. Zudem unterstellt er der Kanzlerin, bewusst die Zustände zu ignorieren, da die Türkei im Gegenzug die Einreise der Flüchtlinge in die BRD verhindert. Für den Ausklang der Veranstaltung sorgt der Münchener Attac Chor.