Fürstenfeldbruck Besenstiel statt Fitnessstudio

Trainerin Anita Beer ist stolz auf ihre fitten Senioren, die es auf ein Durchschnittsalter von 74 Jahren bringen.

(Foto: Günther Reger)

Die Seniorensportgruppe des TuS Fürstenfeldbruck will bei einer Messe in München zeigen, dass man auch mit einfachen Mitteln fit bleiben kann. Für ihren Auftritt haben die Männer lange geübt

Von Felix Schulz, Fürstenfeldbruck

Auf Kommando von Übungsleiterin Anita Beer stellen sich die sieben Männer in einer Reihe auf. Einige Meter vor ihnen ist mit roten Gymnastikstäben der Schriftzug "TuS FFB" gelegt, eine Videokamera zeichnet alles auf. Anita Beer läuft zur mitgebrachten Musikanlage, drückt auf den Startknopf und der flotte Takt von Duran Durans "The Wild Boys" ertönt durch die alte Sporthalle des Graf-Rasso Gymnasiums. Die sieben Herren mit einem Altersdurchschnitt von 74 Jahren tänzeln auf der Stelle und lockern die Gliedmaßen. Nach und nach schreiten sie nach vorne, nehmen sich die roten Stäbe und beginnen im Rhythmus der Musik Wurfübungen, Ausfallschritte, Kniebeugen und Liegestützen vorzuführen.

"Der Besenstiel als Fitnessgerät" lautet der Titel des diesjährigen Beitrags der "Fitten Herren" auf der größten 50 plus Messe Deutschlands mit dem Namen "Die 66", die von diesem Freitag bis Sonntag in München stattfindet. "Wir wollen zeigen, dass man keine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio oder teure Sportgeräte braucht, um sich zu bewegen", erläutert Anita Beer, die Übungsleiterin der Seniorengruppe. Seit Februar bereiten sie ihren Bühnenauftritt vor, und haben sich einmal pro Woche getroffen, um für die Vorstellung zu trainieren, am Mittwoch stand die Generalprobe auf dem Plan. "Am Anfang sah das noch ganz anders aus. Zwischenzeitlich war ich wirklich der Verzweiflung nahe", verrät die Trainerin lachend nach dem erfolgreichen Abschlusstraining. Demnach sei der Gruppe zu Beginn das Ausführern der Übungen im Takt der Musik schwer gefallen. "Ein bisschen Lampenfieber habe ich schon", meint Gerhard Polzer, der während des zehnminütigen Auftritts das Tempo vorgibt. In der Vorbereitungszeit hat Anita Beer großen Wert auf die korrekte Technik gelegt. Wenn die Show zu Ende ist, plant die Gruppe noch ein paar Freiwillige auf die Bühne zu holen, um die Trainingsmethode auch für das Publikum erfahrbar zu machen.

Seit 2012 bringt Anita Beer jede Woche für eine Stunde die älteren Herren beim Zirkeltraining, Hallenfußball und Figuren auf dem Schwebebalken ins Schwitzen: "Bei meiner Arbeit im Theresianum sehe ich ja täglich, wohin unzureichende Bewegung führt." Dem könne man mit regelmäßiger Bewegung und Beanspruchung der Muskeln und Gelenke jedoch entgegensteuern. Paradebeispiel für den Erfolg des Trainings ist wohl der Gruppenälteste Josef Fröwis. "Der ist nicht umzuwerfen" sagt Gerhard Polzer und schubst den 81-Jährigen spielerisch von der Seite. Dieser geht daraufhin in die Hocke, schließt seine Arme um den Kollegen und hebt ihn kurzerhand für einen Moment in die Höhe. "Das Training macht mich einfach richtig locker", verrät Fröwis daraufhin.