Fasching Salti und Spagate, Konfetti und Kostüme

Das Treiben der Brucker Heimatgilde zieht viel junges Publikum auf den Geschwister-Scholl-Platz. Tanzgruppen und andere Attraktionen lassen die kalten Temperaturen vergessen

Von Julia Huss, Fürstenfeldbruck

Auf dem Geschwister-Scholl-Platz vermischt sich der Duft von gebrannten Mandeln mit dem Geruch frischer Bratwürste. Kleine rosafarbene Einhörner mit bunten Schokoäpfeln in den Händen bahnen sich ihren Weg zu der großen Showbühne. Einige Leoparden, Piraten und Indianer werfen im Takt der aus den Boxen dröhnenden Faschingshits die mit dicken Winterjacken verhüllten Arme in die Luft. Den Kindern macht das zweite Faschingstreiben, organisiert von der Heimatgilde "Die Brucker", trotz kalter Temperaturen große Freude und auch die Erwachsenen beobachten sichtlich amüsiert mit einer Schale Pommes in der einen, und einem süßem Krapfen in der anderen Hand das bunte Treiben.

Showtanzgruppen treten auf der Bühne auf.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Bereits um acht Uhr morgens hatte sich die Heimatgilde um den Aufbau gekümmert. Die Bühne wurde platziert, die Buden aufgebaut und die Pavillons, unter denen sich nun zahlreiche Kinder tummeln, um sich zum Schmetterling oder Marienkäfer schminken zu lassen, mussten aufgestellt werden. Der frisch geschminkte Nachwuchs spielt an diesem Nachmittag auch die Hauptrolle. "Der Fokus des Faschingstreibens liegt auf den Kindern, deshalb ist das Programm auch auf die kleinen Gäste ausgerichtet", erzählt Gildemeister Daniel Brando. Vor allem die Pausen zwischen den Auftritten der Tanzgruppen sind kindgerecht gestaltet. Die stellvertretende Gildemeisterin Susi Droth hat sich deshalb in ein Kuhkostüm geschmissen und hält die Kinder nicht nur bei Laune, sondern auch warm. Die Temperaturen bewegen sich nämlich nur knapp über null Grad und anfangs finden die wärmenden Strahlen der Sonne auch kaum einen Weg durch die dunklen Wolken. Nach einigen Hampelmännern, Drehungen und einer Polonaise quer über den Platz gelingt der Sonne allerdings der Durchbruch.

Alles, was heutzutage zum Fasching gehört, bietet sich auf dem Geschwister-Scholl-Platz in Fürstenfeldbruck: Vier Stunden lang sorgt die Heimatgilde am Rosenmontag für einen ausgelassenen Straßenfasching.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Aber auch als die Sonne sich noch nicht gezeigt hat, um die immer größer werdende Anzahl an kostümierten Zuschauern zu erwärmen, wird dem Publikum trotzdem eingeheizt. Insgesamt zehn Showtanzgruppen präsentieren fünf Stunden lang ihr Programm. Darunter auch die Tanzgruppe "No Limits". Ihr Konzept "Märchenhaft - Im Bahn der Kugel" studierte die 22-köpfige Tanzgruppe seit Juni ein. Nun sind die Tänzer zwischen 17 und 28 Jahren bereit, um die Zuschauer in ihre Märchenwelt zu entführen. Aber das Faschingstreiben gefällt der Truppe nicht nur, weil sie den Zuschauern einheizen können, sondern auch, weil wieder Faschingsstimmung aufkommt. "Endlich wird mal wieder Fasching in Fürstenfeldbruck gefeiert", freut sich Trainerin Dominique Noah. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Birgit Henning hat die Choreografin das diesjährige 20-minütige Programm ausgearbeitet.

Das Publikum ist fantasievoll verkleidet.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Auch die Tanzgruppe "Fun Unlimited" aus Germering hat den Weg in die Buchenau gefunden. Für ihren Auftritt wurde auf der Bühne eine schwarze Tür aus Pappe errichtet, dahinter verstecken sich die Tänzer. Als die ersten Töne des Liedes "Sei hier Gast" aus dem Disney-Klassiker "Die Schöne und das Biest" ertönen, wird die Tür aufgestoßen und Männer und Frauen in goldenen Leggins und weißen Fracks schwärmen mit Tabletts voll von großen und kleinen goldfarbenen Gläsern auf der Bühne aus. Die von glänzenden Stoffen verhüllten Beine werden in die Luft gerissen. Unzählige Salti und Spagate, sowohl am Boden, als auch in der Luft werden zum Besten gegeben.

Als Sicherheitsmaßnahme dienen quergestellte Lastwagen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Mittlerweile hat sich der Platz gefüllt, der Blick zur Bühne wird von immer mehreren Hexenhütten und knallbunten Perücken versperrt. Unter einem der Hexenhütte verbirgt sich auch Karin Gößwein, die vor allem wegen ihrem Sohn da ist. "Der Michael hat heute einen Auftritt mit den Minis der Heimatgilde", erzählt sie stolz. Letztes Jahr war sie auch schon beim Faschingstreiben dabei und trotz eisiger Temperaturen freut sie sich auch schon auf nächstes Jahr. "Ich bin einfach froh, dass zur Faschingszeit etwas veranstaltet wird", erzählt Gößwein. Auch Judith Klemenz freut sich über Bespaßung für ihre Tochter und deren Freundin. Und die beiden sind vor allem von den angebotenen Süßigkeiten und der Tombola fasziniert. Diese zählt auch Brando zu eines der Highlights, weil zahlreiche Betriebe aus dem Landkreis Preise im Wert von knapp 3000 Euro gespendet hätten, erzählt der Gildemeister. Deshalb treten an diesem Nachmittag einige der kleinen Einhörner und wilden Leoparden nicht nur mit einer Tasche voll von Bonbons und einer Tüte mit Schokofrüchten, sondern auch mit gewonnenen Trinkflaschen, Brotzeitboxen oder Spielzeugautos den Heimweg an.