Eichenau Abschied Richtung Berlin

Die Filialkirche in Holzkirchen ist einer der drei Veranstaltungsorte der diesjährigen Reihe. Die anderen Konzerte finden in der Kapelle in Roggenstein und in der Pfarrkirche in Alling statt.

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Am Sonntag beginnt die 18. Saison der Roggensteiner Reihe. Der Organisator Christian Brembeck wird seine Stelle als Kirchenmusiker zum Jahresende aufgeben, will die Konzerte aber weiterführen

Von Florian J. Haamann, Eichenau

Nach 18 Jahren als Kirchenmusiker in Eichenau wird Christian Brembeck zum Jahresende die Gemeinde aus privaten Gründen in Richtung Berlin verlassen. Allerdings müssen die Fans seiner Konzerte und Klassikreihen im Landkreis auch danach nicht ganz auf ihn verzichten. Denn er möchte unter anderem die Roggensteiner Konzertreihe auf jeden Fall weiterführen. Da es bis zum Jahresende aber noch eine Weile hin ist, konzertiert sich Brembeck aktuell erst einmal auf die aktuelle Saison der Konzertreihe Alte Musik in Roggenstein, die an diesem Sonntag beginnt.

Anders als der Name der Reihe vermuten lässt, finden die insgesamt sechs Konzerte allerdings nicht alle in der Kapelle Sankt Georg Roggenstein, sondern an drei verschiedenen Orten statt. Fürs Eröffnungskonzert lädt Brembeck in die Allinger Pfarrkirche Mariae Geburt. Wie auch bei den anderen Konzerten, dürfen sich die Besucher dort auf hochklassige Musiker freuen. Der 82-jährige Cellist Wolfgang Boettcher gehört zu den ganz Großen an seinem Instrument. Er war lange Jahre Solist bei den Berliner Philharmonikern und seit 1976 Professor an der Berliner Universität der Künste. Dort ist auch die zweite Solistin des Abends beheimatet: Die Bratschistin und Viola d'amore-Spielerin Julia Rebekka Adler, die gleich bei drei der Roggenstein-Konzerte zu hören sein wird, hat seit 2016 eine Professur in Berlin. Davor war sie stellvertretenden Solobratschistin der Münchner Philharmoniker. Ergänzt wird das Trio vom Violinisten Stephan Picard, Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Spielen werden die drei Mozarts Divertimento. "Ich habe das Trio mit diesem Stück bei einem Konzert in der Eifel gehört und fand es so toll, dass ich es auch hier haben wollte", sagt Brembeck.

Der Schwerpunkt der diesjährigen Roggenstein-Konzerte liegt bei den Streichern. "Ich hatte dieses Mal die Möglichkeit, richtige Spitzenstreicher zu bekommen, da hat es sich so ergeben", so Brembeck. Zum zweiten Konzert am 25. Juni, in der Kapelle Roggenstein hat Brembeck die Barockviolinistin Barbara Burgdorf eingeladen. Brembeck wird sie am Cembalo begleiten. Auf dem Programm stehen Sonaten von Johann Sebastian Bach. Ein Ausnahmemusiker, der turbulente Jahre hinter sich hat, gastiert beim dritten Konzert am Sonntag, 16. Juli: Stefan Arzberger. Der Violinist gehörte dem renommierten Leipziger Streichquartett an, bevor es im März 2015 zu einem bis heute undurchsichtigen Prozess bei einer Konzertreise in New York gekommen ist. Heute ist er Mitglied des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Er spielt gemeinsam mit Julia Rebekka Adler und Jakob Spahn, Solo-Cellist des Bayerischen Staatsorchesters, Werke von Mozart. Begleitet werden die Musiker von Brembeck am Hammerflügel.

Musik aus dem französischen Barock erwartet die Besucher beim vierten Konzert am Sonntag, 6. August. In der Filialkirche Sankt Peter und Paul in Holzkirchen wird Brembeck dabei den Gambisten Jakob David Rattinger begleiten. Am Sonntag, 10. September, spielt Brembeck am Cembalo dann ein Konzert mit Julia Rebekka Adler mit Musik von Johann Sebastian Bach und Marin Marais. Das Abschlusskonzert am 24. September in Roggenstein wird von einer regelmäßigen Besucherin der Konzertreihe gestaltet: der Blockflötistin Maria Hofmann. Begleitet von Brembeck am Cembalo spielt sie Werke aus dem Neapolitanischen Barock.

Eröffnungskonzert der Reihe Alte Musik in Roggenstein, Sonntag, 28. Mai, von 19.30 Uhr an in der Pfarrkirche Mariae Geburt Alling.