Egenhofen Tödliche Tritte

Bauarbeiter stirbt an den Folgen schwerer Kopfverletzungen

Der Sonntagnacht bei einem Streit in einem Wohnheim im Egenhofener Ortsteil Wenigmünchen tödlich verletzte Bauarbeiter starb an schweren Kopfverletzungen. Dies ergab am Donnerstag die Obduktion der Leiche des 22 Jahre alten Slowaken. Ursache für die Kopfverletzungen sind Schläge und Tritte von Mitbewohnern. Der dringende Tatverdacht der Ermittler der Kripo Fürstenfeldbruck richtet sich gegen zwei Mitbewohner, einen 36 Jahre alten Ungarn und einen 42 Jahre alten Slowaken. Der lebensgefährlich verletzte wurde erst einen Tag nach der Tat bewusstlos am Boden liegend gefunden und starb am Mittwoch. Die Verletzungen waren laut einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Ingolstadt so schwer, dass der Mann vermutlich nicht mehr zu retten gewesen wäre.

Egenhofen besteht aus 25 Ortsteilen und Weilern, verfügt also über eine Reihe älterer Bauernhäuser und geeigneter Gewerbeimmobilien, die Firmen seit mehr als zehn Jahren zur Unterbringung von ausländischen Arbeitern anmieten. Laut Bürgermeister Josef Nefele wohnen zurzeit in drei solchen Immobilien etwa 30 Bauarbeiter. Schwierigkeiten habe es bisher nicht gegeben, beteueret der Rathauschef. Einerseits zeigte sich Nefele über den Tod des Slowaken bestürzt. Andererseits wies er auf den Mangel an Fachkräften in der Baubranche hin und meinte: "Ich bin froh, dass wir diesen Gastarbeitern eine vernünftige Wohngelegenheit geben". Wäre das nicht der Fall, wäre es noch schwerer, Firmen zu finden, die Bauaufträge übernehmen. Nach Angaben des Vermieters lebten am Donnerstag noch zwei Arbeiter in dem Einfamilienhaus, das in der Regel vier bis sechs Personen bewohnen. Mieter sei eine Firma, die mit Baustahl handelt. Jeder der Untermieter habe ein eigenes Zimmer. Zu den Hintergründen des Totschlags äußerte sich der Vermieter nicht. Die kenne er nicht, sagte er.