Besuchermagnet Naturfototage Zum letzten Mal im Mai

Eine große Herausforderung für Fotografen ist es, wilde Tiere wie Bären in den Fokus zu nehmen.

(Foto: Römmelt)

Um nicht mit der Kölner Photokina zu kollidieren, werden die Naturfototage von 2019 an auf August verlegt.

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Das Motto "Projekt Tier" der diesjährigen Internationalen Naturfototage in Fürstenfeld klingt vielversprechend für alle Hobbyfotografen und ihre professionellen Kollegen und dürfte mehr Menschen ansprechen als eine regionale Fokussierung beispielsweise auf "Rund um's Mittelmeer (2017) oder eine Schwerpunktsetzung wie "Tiefen und Höhen der Kontinente" (2016). Von 10. bis 13. Mai werden im restlos belegten Veranstaltungsforum wieder mehr als 12 000 Besucher zur Fachmesse, den Fotoausstellungen und den zahlreichen Workshops und Vorträgen erwartet. Die 20. Auflage dieser Veranstaltung, die zu den publikumsstärksten in Fürstenfeldbruck zählt und wieder von der Süddeutschen Zeitung präsentiert wird, ist allerdings die letzte im Frühling. Weil die Kölner Fotofachmesse Photokina 2019 erstmals auf Mitte Mai vorverlegt wird, muss Fürstenfeld reagieren, denn der riesige Tross der namhaften Kamera-, Objektiv-, Blitz-, Stativ- sowie Zubehöranbieter aus aller Welt kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen - und hier sticht der Ober den Unter, mag Fürstenfeld auch im Naturfotobereich und auf dem Gebiet der kostenlos zugänglichen Fotofachmärkte europaweit der Platzhirsch sein. Udo Höcke und Mara Fuhrmann, die mit den Fototagen vor 16 Jahren aus Rosenheim nach Bruck umgezogen sind, mussten reagieren. Sie haben bereits bis 2023 reserviert, die Naturfototage gehen dann jeweils in der dritten Augustwoche über die Bühne. 2019 wird die "Reise auf dem Äquator" also erstmals in den Sommerferien stattfinden. Ein solcher Termin in der Ferienzeit ist einerseits ein Wagnis, andererseits aber auch eine Chance: Höcke will die Gelegenheit nutzen, um ein auf Kinder zugeschnittenes Zusatzprogramm anzubieten.

In den Räumen der Sparkasse (neben Stadtwerken und Cewe einer der Hauptsponsoren), in denen bereits die großformatigen Siegerbilder aller Glanzlichter-Wettbewerbe zu den regulären Schalterzeiten zu sehen sind, blickten Höcke und Fuhrmann nun im Beisein des bekennenden Hobbyfotografen Oberbürgermeisters Erich Raff und der Landratsstellvertreterin Martina Drechsler vor allem auf die Eckpunkte der diesjährigen Auflage.

Bereits in der Sparkasse am Fürstenfeldbrucker Marktplatz zu sehen sind die prämierten Beiträge der Glanzlichter-Wettbewerbe. So auch das erste Siegerbild von 1999, das einen Fischadler zeigt.

(Foto: Gerhard Schulz/Voxbrunner Carmen (Repro))

Sie gaben einen Vorgeschmack auf ein vielfältiges und sehr umfangreiches Programm, bei dem die hochauflösenden und gestochen scharfen Aufnahmen der Profis, die Perspektive, Brennweite, Schärfentiefe sowie Belichtungszeit sehr bewusst einsetzen, im Blickpunkt stehen. In der von Youtube-Filmchen und inflationären Handy-Schnappschüssen dominierten Ära ein echter Lichtblick - man sollte sich Zeit auch für die Lektüre der Informationen über Bild und Fotograf nehmen. Mehr als 300 Bilder sind in den kostenlosen Fotoausstellungen zu sehen. Auf 9500 Quadratmetern werden neben dem Naturmarkt mit seinen neun Ausstellern - von den Vogelschützern bis hin zum Bund Naturschutz - am Samstag und Sonntag 115 Firmen vertreten sein. Einige der offerierten Kameras und Objektive können sich Besucher ausleihen für Probeshootings auf der Waaghäusl-wiese. Denn der Klassiker, die Greifvogel-Flugschau, darf natürlich auch in diesem Jahr nicht fehlen. Zudem bieten Canon, Nikon, Sony und Olympus kostenlose Kamera-Checks und Sensorreinigungen an, bei Cewe können Fotopostkarten in alle Welt verschickt werden, mit Kameras bestückte Multikopter werden vorgeführt und die Fürstenfeldbrucker Rettungshundestaffel zeigt ihr Können.

Los geht's bereits am Donnerstag mit dem Orchestra of Truth, das sich rund um vier Cellisten formiert hat und dessen Konzert von ausgewählten Bildern der Glanzlichter-Ausstellung sowie Naturaufnahmen illustriert wird. Diese Auftakt-Konzerte seien in der Regel nicht kostendeckend, räumt Höcke ein. Gleichwohl will er daran festhalten, weil sie schlicht zum Gesamtkonzept gehören. Einige der Workshops sind bereits ausgebucht. Einen Überblick über freie Plätze, Anmeldung, Informationen über Vorträge, Dauerkartentarife sowie weitere News gibt es unter www.glanzlichter.com oder Telefon 02651/67 64. Die Vorträge im Stadtsaal kosten an der Tageskasse zwischen sechs und 15 Euro.

Programm

Kostenpflichtiges Programm, Stadtsaal: Donnerstag, 10. Mai, 19.30 Uhr: Orchestra of Truth, Composing Light, Konzert. Freitag, 11. Mai, 18.30 Uhr: Greifvögel in Spanien - Joachim Griesinger; 19 Uhr: Siegerehrung der "Glanzlichter"- Gewinner. Samstag, 12. Mai, 9.30 Uhr: Polarbären, die "Herren der Arktis" - Marco Urso; 10.15 Uhr: Wölfe in Finnlands wilden Wäldern - Lassi Rautiainen; 13 Uhr: Abenteuer Alaska - Bernd Römmelt; 16.30 Uhr: Das Tier und wir - Heidi und Hans-Jürgen Koch. Sonntag, 13. Mai, 9.30 Uhr: Wilde Braunbären in Mitteleuropa - Robert Haasmann, Marc Graf; 10.15 Uhr: Bartgeier, Rückkehr in die Alpen - Hansruedi Weyrich; 13 Uhr: Elefanten am Sambesi im wilden Norden Simbabwes - Benno Werner; 13.45 Uhr: Menschenaffen, Begegnungen - Sepp Friedhuber; 16 Uhr: Die Welt der Haie, gejagte Jäger - Tom Vierus. Slg