Bei Moorenweis Linienbus landet im Graben

Nach einem Ausweichmanöver kommt das Gefährt ohne Fahrgäste an Bord von der schneeglatten Straße ab und stürzt in einem Acker um. Die Witterung bringt auch andere Autofahrer ins Rutschen und die S 4 zum Stehen.

Von Susanne Hartung

FürstenfeldbruckNach den frühlingshaften Temperaturen der vergangenen Woche ist der Winter mit voller Kraft zurückgekehrt: Schnee und Eis machten am Montag Auto- und S-Bahn-Fahrern das Leben schwer. Am schlimmsten hat es wohl einen 65-jährigen Busfahrer aus Friedberg getroffen. Er war um 8.30 Uhr zwischen Jesenwang und Moorenweis unterwegs, als ihm ein blauer Lkw mit Anhänger entgegenkam. "Laut Aussage des Busfahrers kam der Lastwagen leicht auf die Fahrbahn des Linienbusses", erklärte Klaus Meissner von der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck. Der Busfahrer musste nach rechts ausweichen, rutschte mit seinem Gefährt von der Fahrbahn, das dann im Graben auf die Seite kippte. Glücklicherweise befanden sich keine Passagiere in dem Bus, der Busfahrer blieb unverletzt. Der unbekannte Unfallverursacher ist weitergefahren, "eine klassische Unfallflucht also", sagte Meissner. Der Schaden am Bus beträgt vermutlich mehrere tausend Euro.

Glimpflich ist der Unfall bei Moorenweis ausgegangen, denn in dem Bus saß nur der Fahrer - und der blieb unverletzt.

(Foto: Johannes Simon)

Aber nicht nur der Bus, auch andere Fahrzeuge kamen am Montagmorgen ins Schlingern: Ein 27-Jähriger geriet wegen der Schneeglätte mit seinem Lieferwagen auf der Kreisstraße von Schöngeising Richtung Bundesstraße 471 ins Schleudern und kollidierte auf der Gegenfahrbahn mit dem Pkw einer 36-Jährigen. Die Frau wurde leicht verletzt. In Olching kam es ebenfalls zu Unfällen, allerdings ging es hier etwas glimpflicher zu. Zwei Autos kamen wegen Schneeglätte von der Fahrbahn ab und rutschten gegen einen Telefonmasten beziehungsweise in einen geparkten Anhänger. "Verletzt wurde glücklicherweise niemand und die Schäden waren mit 400 und 100 Euro auch vergleichsweise gering", teilte Alois Domeier von der Polizeiinspektion Olching mit.

Wer wegen der Straßenverhältnisse auf das Auto verzichtete und den öffentlichen Nahverkehr bevorzugte, hat nicht unbedingt die bessere Entscheidung getroffen. So verursachte der Schneefall auf der Linie S 4 in Richtung Geltendorf zwischen Aubing und Puchheim immer wieder Störungen. Der Grund: ein eingeschneites Radarsystem. Zwischen Puchheim und Aubing befindet sich ein Bahnübergang mit Vollschranke. Wird diese Schranke geschlossen, weil sich eine S-Bahn nähert, überprüft ein Radar, ob der Übergang wirklich frei ist. Befindet sich etwas auf den Gleisen, wird dies an die S-Bahn gefunkt, die dann nicht weiterfährt. Schließlich könnte sich ein eingeschlossenes Auto auf den Gleisen befinden. Erst wenn der Radar meldet, dass dieser Bereich wieder frei ist, kann die Fahrt weitergehen. So entstehen die bekannten Störungsmeldungen und Verspätungen. "Der stürmische Schneefall am Montagmorgen sorgte dafür, dass das Radarsystem eingeschneit war und permanent Störungen meldete", sagte ein Sprecher der Bahn. Ein Mitarbeiter rückte extra an und entfernte den Schnee vom Gerät. Die S-Bahn-Fahrgäste mussten warten, die Verspätung betrug zehn bis 15 Minuten.

Dass es bei Schneefall Probleme mit dem Radarsystem gibt, sei aber die Ausnahme, wie die Bahn versichert. "Normalerweise hat man bei Schnee kein Problem mit dem Radar, da muss es am Montag überdies auch noch sehr windig gewesen sein, so dass der Schnee auf dem Gerät liegen blieb", sagte der Bahn-Sprecher. "Das war das erste Mal in diesem Winter, dass wir wegen Schnee Störungen auf der Linie hatten."

Doch wenn nicht wegen den Witterungsverhältnissen, warum bleiben Züge der Linie S 4 in Richtung Geltendorf dann immer wieder an dieser Stelle stehen? Mehrmals pro Jahr tritt die Störung nahe dem Bahnübergang zwischen Puchheim und Aubing auf und ist all jenen, die die S 4 regelmäßig benutzen, schon richtig vertraut. Woran das liegt? Der Bahn-Sprecher sieht die Ursache in Personen, die trotz geschlossener Schranke über den Bahnübergang laufen. Auch bei geschlossener Schranke ist der Fußgängerweg direkt neben der Straße noch passierbar. "Wenn die Menschen dann sehen, dass noch keine S-Bahn kommt, gehen sie eben einfach drüber und lösen so die Störung aus", sagte der Bahn-Sprecher.