An der A 96 Lärmschutz für Germering

Kartenlektüre im Rathaus (von links): Alexander Dobrindt, Gerda Hasselfeldt, Wolfgang Wüst von der Autobahndirektion und OB Andreas Haas.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Bauarbeiten auf der Lindauer Autobahn sollen Anfang 2016 beginnen und vier Jahre dauern. Um dies zu verkünden, kommt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt extra ins Rathaus

Von Andreas Ostermeier, Germering

Die Anwohner der Kerschensteiner-Siedlung im Süden von Germering werden es demnächst ruhiger haben. Noch leiden sie unter dem Verkehrslärm von der nahe gelegenen Lindauer Autobahn, die am Stadtrand entlangführt. Zu Beginn des kommenden Jahres sollen die Arbeiten für einen Lärmschutz beginnen. Diesen haben sich die Anwohner lange Zeit gewünscht. Kombiniert wird der Schallschutz mit dem Ausbau der A 96 von vier auf sechs Spuren.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kam am Montag selbst nach Germering, um im Rathaus den baldigen Baubeginn anzukündigen. Demnach soll - abhängig von der Witterung - im Januar oder Februar begonnen werden, auf der knapp neun Kilometer langen Strecke zwischen den Anschlussstellen Germering-Süd und Oberpfaffenhofen eine Baustelle einzurichten. Neben der Fahrbahn in Richtung München werden Bäume gefällt und die Fahrbahn verbreitert, sodass je zwei Spuren in jede Richtung Platz haben. Dann wird der Verkehr auf diese Seite der Autobahn verlegt, damit die Bauarbeiten für die beiden Galerien südlich von Germering und Gilching beginnen können. Nach Dobrindts Worten kostet der Bau der beiden Galerien sowie weiterer Lärmschutzwälle und die Verbreiterung der Lindauer Autobahn 98 Millionen Euro.

Der Minister zeigte sich erfreut darüber, dass die Planung für die A 96, die erst im Jahr 2012 angestoßen worden ist, schon umgesetzt werden kann. Ministerialbeamte und Stadt hätten gut zusammengearbeitet, sagte Dobrindt. Deshalb seien die Planungen mit "hoher Geschwindigkeit" vorangekommen. Allerdings müssen die Anwohner an der Autobahn sowie die Pendler auf der A 96 mit Bauarbeiten rechnen, die bis zum Jahr 2020 andauern werden. Die lange Bauphase hat nicht nur mit der Errichtung der beiden Galerien, also von Halbtunnels, die über die nördlichen Fahrstreifen reichen, zu tun, sondern auch damit, dass die Autobahn nicht gesperrt werden kann. Dobrindt betonte, dass die A 96 während der Bauzeit in ihrer momentanen Kapazität, also mit zwei Fahrspuren in jeder Richtung, erhalten bleibe.

Der Ausbau der Autobahn auf je drei Fahrspuren und der Lärmschutz gehören zusammen. Gerda Hasselfeldt, die CSU-Wahlkreisabgeordnete von Fürstenfeldbruck und Dachau, sagte, dass vor allem die starke Zunahme des Verkehrs auf der A 96 die Politik zum Handeln bewegt habe. So gebe es auf der Autobahn täglich Staus. Nun wird die Aufnahmekapazität der Straße, zumindest zwischen Germering und Oberpfaffenhofen, größer. Das ist nach Aussagen von Dobrindt auch nötig, denn vor allem der Güterverkehr auf der Straße wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Auch Germerings Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) zeigte sich erfreut über die "gute Nachricht". Bis vor Kurzem habe er "gar nicht glauben können", dass das Projekt so schnell angepackt werden könne, sagte er.

Zum Lärmschutz für die Anwohner sollen nicht nur die Galerien beitragen, die die Geräusche der Fahrzeuge besser abschirmen als Wände, die den Schall reflektieren. Wolfgang Wüst , Präsident der Autobahndirektion, nannte den Lärmschutz für Germeringer und Gilchinger deshalb auch "optimal". Er entspreche den neuesten technischen Möglichkeiten. Zudem werden entlang der Strecke auch weitere Schallschutzwände und -wälle errichtet. Überdies erhält die Fahrbahn in Richtung München einen sogenannten Flüsterasphalt, der die Fahrgeräusche besser vermindert als anderer Straßenbelag. Die Verbesserungen des Lärmschutzes kosten allerdings viel Geld. Allein die beiden Galerien machen mit 30 Millionen Euro (Germering) und 20 Millionen Euro (Gilching) etwa die Hälfte des Etats für die Erneuerung der Lindauer Autobahn an dieser Stelle aus.

Tägliche Staus gibt es auch auf dem Autobahnring A 99. Deshalb soll es nach Aussage von Dobrindt auch für diese Autobahnen Verbesserungen geben. Entscheidungen kündigte der Minister für das kommende Jahr an.