Ein 31-jähriger Münchner hat in Chatforen und via Webcam junge Mädchen sexuell genötigt. Der Mann ist wegen Vergewaltigung bereits vorbestraft.
Er loggte sich in Teenie-Chatrooms ein unter Namen wie "kleines.mariechen", erschlich sich das Vertrauen von jungen Mädchen, um sie später zu bedrohen und via Webcam sexuell zu missbrauchen. Fünf Opfer erstatteten jetzt Anzeige -die Spur führte zu Christoph K. aus Freimann: Der 31-jährige Münchner wurde verhaftet.
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Indem er sich als 15-Jährige ausgab, erschlich sich Christoph K. das Vertrauen der Mädchen. (© Foto: AP)
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Er ist vorbestraft wegen Vergewaltigung einer 14-Jährigen und wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Trotzdem will die Münchner Staatsanwaltschaft weder die Internetforen nennen, in denen der Mann sein Unwesen trieb, noch sein Lichtbild veröffentlichen. "Das würde in die Persönlichkeitsrechte des Täters eingreifen", sagt Staatsanwalt Tobias Ulrich.
Zehn Sekunden Bedenkzeit
Mit den Opfern ging Christoph K. wenig zimperlich um: Zunächst chattete er in diversen Foren für Kinder und Jugendliche und gab sich als 13-jähriges Mädchen aus. Er plauderte harmlos mit den Kindern, nannte sich beispielsweise "suesseskleinesgirl" und überredete schließlich die Mädchen, ihm in private Chaträume zu folgen. Dort erschlich er sich ihr Vertrauen - und ihre Telefonnummern und Adressen. Hatte er die Daten, änderte sich sein Verhalten schlagartig.
Eine 14-Jährige aus dem Raum Rosenheim beispielsweise wollte er zwingen, mit dem Zug nach München zu kommen, um sich mit ihm zu treffen. "Das kam Gott sei Dank nicht zustande", sagt Andrea Ortmayr von der Polizei.
Bereits im Jahr 2000 war der 31-Jährige vom Landgericht München zu einer Haftstrafe verurteilt worden: Er hatte eine 14-jährige Internetbekanntschaft in seine Wohnung gelockt, das Mädchen mit Wodka abgefüllt und sie vergewaltigt. Bis Dezember 2004 saß er deshalb im Gefängnis. Jahre zuvor, 1994, war er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 14 Fällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Die anderen vier Mädchen im Alter von zehn bis 15 Jahren aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, die mit ihm jetzt im Mai und Juni 2007 gechattet hatten, wies er an, sich vor der Webcam auszuziehen und sich zu berühren.
Anrufe unter falschem Namen
Als die Mädchen sich weigerten, drohte er, einen "Zuhälter" vorbeizuschicken oder ihre Daten und Bilder in Foren für Sexsüchtige einzustellen. Zehn Sekunden Bedenkzeit hatten die Mädchen. Die, die sich weigerten, landeten mit ihren Daten tatsächlich in einem Forum zur Partnersuche. "Dann erklärte er den Mädchen, er werde die Daten erst wieder herausnehmen, wenn sie seine Wünsche erfüllen", sagt Andrea Ortmayr.
Das perfide Spiel des mutmaßlichen Täters ging aber noch weiter: Nun rief er unter falschem Namen die Mädchen an, erklärte, er habe ihre Telefonnummer im Internet entdeckt und mache sich Sorgen. Seiner Freundin sei etwas Ähnliches passiert. Und: Es sei auf alle Fälle das Beste, alles zu tun, was der Einsteller von den Mädchen verlange. Nachdem eine 15-Jährige ihm mit einer Anzeige drohte, schaltete der 31-Jährige seine Webcam ein und filmte sich beim Onanieren.
Versuchte Nötigung, Nötigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Verbreitung pornografischer Darbietungen und Besitz von kinderpornografischen Schriften: Das sind die Anklagen, die die Staatsanwaltschaft gegen den 31-Jährigen erheben will. Und Christoph K. räumt weitere Taten ein, "wo wir noch keine Geschädigten haben", sagt Staatsanwalt Ulrich.
Trotzdem will er weder ein Lichtbild freigeben noch weitere Decknamen oder Chatforen nennen. Ziel der Pressekonferenz sei es, Kinder und Eltern für die Gefahren des Internets zu sensibilisieren, sagt Andrea Ortmayr.
(SZ vom 18.08.07)
Die neueste Antwort
Etwas eigenartig ist, dass der SZ-Autor erwähnt, die Polizei/StA wolle kein Foto veröffentlichen. Wenn dem Autor so sehr daran gelegen ist, den Täter öffentlichkeitswirksam an den Pranger zu stellem, könnte er doch den Nachnamen des Herrn Christoph K. ausschreiben. Aber es ist natürlich bequemer, den schwarzen Peter der Polizei zuzuschieben und dem Datenschutz.
Was mich auch an der SZ nervt ist dass verbrechensopfer häufig mit vollständigem Namen genannt werden, Straftäter aber selbst dann, wenn gegen sie eine öffentliche Hauptverhandlung stattfindet, in der sie jeder sehen und hören kann , der Name am Sitzungssaal steht und in allen Einzelheiten erörtert wird, welch schwere Kindheit sie hatten, nur mit Namenskürzel bezeichnet werden. Warum eigentlich sind sie schutzwürdiger als die Opfer????
Eigentlich ist es ja kein Wunder.
Hinter der Bestrafung von Raubkopierern steht der Einfluss der Industrielobby.
Wer steht hinter schutzbedürftigen Kindern?
"Raubkopierer werden zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren verurteilt"
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Tja der Wert eines Kindes ist halt niedriger als das Verwertungsinteresse der Medienindustrie.
Schockierend, entlarvend, beschämend!
[quote]...1994, war er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 14 (!!!) Fällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.[/quote]
Nach dem Fall mit der 14 jährigen im Jahr 2000 war er 4 Jahre in Haft!
Es zerstört jemand systematisch das Leben von Kindern und wird nach dutzenden Fällen zu gerade einmal 4 Jahren verurteilt?
Wem nützen da Lichtbilder und öffentliche ächtung bei so einem Strafmaß?
Im übrigen fällt mir folgender Satz ein::
"Raubkopierer werden zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren verurteilt"
"JA - es muss ERST etwas passieren und DANN wird es ein Fall für die Justiz."
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Wenn ich den Artikel richtig gelesen habe, ist doch etwas passiert ...
Und bei der ersten Straftat hätte der Justizapparat vielleicht genauer auf die Gefährdung, die von diesem Menschen ausgeht, achten müssen.
Die Generalprävention hat jedenfalls nicht gewirkt ...
Paging