Uferlos-Festival Handgemachtes aus Pokhara

Eva Dörpinghaus (links) an ihrem Taschenstand.

(Foto: Marco Einfeldt)

Nach ihrer Freiwilligenarbeit in Nepal verkauft Eva Dörpinghaus nun handgefertigte Taschen für einen guten Zweck.

Von Gudrun Regelein, Freising

Die farbenfrohen Taschen im Nachhaltigkeitszelt sind ein echter Hingucker. Über dem Stand von Eva Dörpinghaus flattern tibetische Gebetsfahnen im Wind. Aus Nepal hat sie auch die Taschen mitgebracht. Besser gesagt, wie wurden ihr zugeschickt. Zwei Monate lang hat die frühere Pressereferentin des Landratamtes Anfang des Jahres dort gelebt und gearbeitet - als Volunteer, als Freiwillige, in einem Waisenhaus in Pokhara.

Natürlich habe sie sich davor auch mit der Kritik an dem sogenannten Voluntourismus auseinandergesetzt, sagt sie. Dem wird der Vorwurf gemacht, gerade bei Projekten mit Kindern mehr zu schaden, als zu nutzen. Denn die Kinder würden nach nur sehr kurzer Zeit einen Menschen, zu dem sie gerade eine Beziehung aufgebaut haben, wieder verlieren. "Ich habe mich auch deshalb für einen zweimonatigen Aufenthalt entschieden", sagt Dörpinghaus. Die Freiwilligenarbeit hält sie trotz der Kritik für eine gute Sache. "Auf diese Weise bekommen die Kinder eine zusätzliche Zuwendung und eine intensivere Betreuung", sagt sie. Eva Dörpinghaus war im Waisenhaus in den Alltag integriert: Sie half den Kindern bei den Hausaufgaben, machte mit ihnen Ausflüge oder strich während der Schulzeit die Wände neu. Der Abschied nach den zwei Monaten sei nicht leicht gefallen, sagt sie. Noch heute habe sie täglich Kontakt zu Goma, der Gründerin und Leiterin des Waisenhauses.

Uferlos - das Programm am Freitag

Vimpayzelt, 19 Uhr, Gesangskapelle Herrmann, Easy Listening; 22 Uhr, Erwin & Edwin, Electro Swing

Freisinger Bank Zelt, 21 Uhr, Vait, Pop und Rock; 22.30 Uhr, The Brothers in Blues, Late Night Folk

Stadtwerke Kaffeehauszelt, 18.30 Uhr, Edwin Kimmler, Blues & Boogie; 21.15 Uhr, Beleza, Creole Jazz

Kleinkunstbühne, 20.15 Uhr, Offene Bühne Schlütercafé.

Auch in Australien werden die Taschen verkauft

Mitgebracht aus Nepal hat sie nicht nur viele Erlebnisse und Eindrücke. Sondern auch die Idee, die Taschen des Labels Rainbow Handicraft Nepal, das Goma, die "Waisenhausmutter", gegründet hatte, zu verkaufen. In einem Trainingscenter gleich neben dem Waisenhaus lernen nepalesische Frauen handwerkliche Fähigkeiten, um später auf eigenen Füßen stehen zu können, erzählt Eva Dörpinghaus. "Goma hat mir gesagt, dass es bei den Taschen Absatzprobleme gibt." Als sie von einer ehemaligen Volunteer hörte, die in ihrem Heimatland Australien die Taschen vermarktet, beschloss sie, das auch in Deutschland zu tun. Sie schrieb eine Anfrage an die Uferlos-Macher - und bekam sofort eine Zusage.

Etwa 300 bis 400 Taschen kamen dann im Frühjahr per Post aus Pokhara: Geldbeutel, Handtaschen, Rucksäcke und Kulturbeutel. Alle von den Frauen handgemacht. Sie haben die Stoffe gewebt, gefärbt und dann zugeschnitten. Die bunten Taschen kämen sehr gut an, sagt Eva Dörpinghaus. In den ersten Festival-Tagen seien bereits viele verkauft worden. "Da kommt richtig was rüber für das Heim", freut sie sich. Der Erlös fließe zu 100 Prozent in das Projekt. Das sei ihr wichtig. Der Taschenverkauf ist eine kleine Erfolgsgeschichte. Ob sie damit weitermacht? "Das entscheide ich dann nach dem Uferlos", sagt sie.

Die Neugier nicht verloren

Rentnerin Eva Dörpinghaus, früher Pressesprecherin des Landratsamts, arbeitet als Volontärin in einem nepalesischen Waisenhaus. Von Petra Schnirch mehr...