Tierheimbau Jetzt wird der Boden bearbeitet

Andras und Tabea finde das mit dem neuen Tierheim auch gut.

(Foto: lukasbarth.com)

Nach langen und zähen Verhandlungen mit Behörden und Kommunen ist am Samstag auf einem Grundstück in Neufahrn endlich der erste Spatenstich für das neue Tierheim des Landkreises Freising gesetzt worden.

Von Birgit Grundner, Neufahrn

Die meisten bürokratischen Steine sind aus dem Weg geräumt, jetzt wird echter Boden bearbeitet: Im Süden Neufahrns wurde am Samstag der erste Spatenstich für das Tierheim des Tierschutzvereins Freising gesetzt. Läuft alles nach Plan, geht die Einrichtung zum Jahreswechsel in Betrieb. "Ich hoffe zum nächsten Jahreswechsel", scherzte Vize-Landrat Robert Scholz (Freie Wähler) in Anspielung auf den schwierigen Weg, den die Initiatoren in den vergangenen beinahe zehn Jahren zurücklegen mussten. Das betraf die Bau- und Freiflächenpläne, die mehrfach geändert werden mussten, ebenso wie die Finanzierung des 1,7 Millionen Euro-Projekts.

Ein "Riesen-Bohai" sei es gewesen, das Geld zusammen zu bekommen, resümierte Josef Popp, der Vorsitzende des Tierschutzvereins, dem mehrfach große Hartnäckigkeit und Ausdauer bescheinigt wurde: "Aber jetzt ist der Bau in trockenen Tüchern, und das ist gut so." 15 Landkreis-Gemeinden haben nach langen und teils zähen Verhandlungen Finanzierungsvereinbarungen unterschrieben, mehrere Bürgermeister waren auch zum Spatenstich gekommen. "Die anderen Gemeinden fangen wir auch noch ein, wenn der Bau erst einmal steht", ist Popp überzeugt. Wiederholt wurde darauf hingewiesen, dass der Tierschutzverein mit dem Tierheim schließlich bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben hilft und es den Gemeinden ermöglicht, ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Unterbringung von Fundtieren nachzukommen. Der Verein kümmert sich auch um beschlagnahmte Tiere sowie um Tiere, die wegen eines Krankenhaus- oder Gefängnisaufenthalts oder nach dem Tod der Besitzer untergebracht werden müssen. Bisher haben die Mitglieder das größtenteils in Privatwohnungen gemacht. Doch die Zahl der Tiere wächst mit dem Ballungsraum, wie Vize-Landrat Scholz betonte.

Gibt es kein Tierheim, werden die Tiere irgendwann "an den Rathäusern vor die Türen gelegt", so Neufahrns zweiter Bürgermeister Hans Mayer (CSU). Die Gemeinde hatte dem Tierschutzverein das Gelände selbst angeboten - ein idealer Standort, sagte Mayer unter Hinweis auf die verkehrsgünstige Lage an der ehemaligen B 11. Bei dem Standort habe man auch gedacht, es sei eine "gmahde Wiesn", erzählte Architekt Michael Gaenßer. Doch dann sei es "ein unglaublich komplizierter Weg durch die Behörden" gewesen. Gaenßer erinnerte an Diskussionen über die Verkehrsanbindung, den Stromanschluss, den Naturschutz - und dann habe man nach Einsprüchen von Jägern auch noch nachweisen müssen, dass es in dem Bereich keine Rebhühner gebe. Abstriche mussten beim Gebäude gemacht werden, das nun aus finanziellen Gründen laut Gaenßer "insgesamt kleiner und bescheidener" als vorgesehen wird. Für Innenausstattung und Außenanlagen werden nach wie vor Spenden gesammelt. Auch der Bau selbst wird bereits von Privatleuten und Gönnern unterstützt, ebenso vom Deutschen Tierschutzbund. Dessen Justitiarin Evelyn Ofensberger forderte mehr Förderung für Tierheime durch den Freistaat. Bayern sei das einzige Bundesland, das es regelmäßig ablehne, eine feste Summe dafür einzuplanen.

Wie es mit den Plänen für den Neubau der Münchner Reptilienauffangstation in direkter Nachbarschaft des Tierheims aussieht, ist auch nach dem zuletzt positiven Signal der bayerischen Staatsregierung, die Geld dafür im Haushalt einplanen muss, noch nicht ganz klar. Die beiden Trägervereine wollten sich vor allem die Erschließungskosten teilen. Leider laufe alles "sehr, sehr zäh", bedauerte der Freisinger Landtagsabgeordnete Benno Zierer (Freie Wähler).