Die kommunalen Versorger in vielen deutschen Gemeinden sind entsetzt über den Atomkompromiss - die Freisinger Stadtwerke haben keinen finanziellen Schaden. Sie wollen sogar im regenerativen Bereich stärker investieren.
Die Freisinger Stadtwerke befürchten durch den Atomkompromiss der Bundesregierung keine finanziellen Einbußen. "Wir haben nicht in dem Maße in erneuerbare Energien investiert wie es einige andere, größere Stadtwerke getan haben", sagt Geschäftsführer Andreas Voigt.
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Regenerative Energien spielen bei den Freisinger Stadtwerken bisher keine große Rolle - das soll sich jetzt trotz des Atomkompromisses ändern. (© dpa)
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Es stelle sich jedoch die Frage, ob eine Verlängerung der Reaktor-Laufzeiten "das richtige politische Signal" sei. Viele kommunale Stromversorger müssten mit geringeren Erträgen rechnen, weil sie bereits in erneuerbare Energien investiert hätten und nun länger als vorgesehen mit Atomstromanbietern konkurrieren müssten.
Der Stadtwerkeverband 8KU befürchte, dass sich die Gewinnausfälle durch die Verlängerung der Reaktor-Laufzeiten über die Jahre auf 4,5 Millionen Euro summieren könnten, sagt Voigt.
Die Freisinger Stadtwerke hätten zwar Geld in Projekte wie die Solarwand an der A 92 gesteckt und seien auch am Biomasseheizkraftwerk in Zolling beteiligt. Das seien jedoch keine Großanlagen wie Offshore-Windparks, betont Voigt. Den Großteil des Stroms, den die Stadtwerke weiter verkauften, stamme vom normalen Markt.
Man müsse schauen, wie sich die Verlängerung der Laufzeiten auf den Strompreis auswirke und ob die Differenz zwischen dem Preis für Strom aus fossilen Brennstoffen und dem aus regenerativ erzeugter Energie wieder größer werde. An den Planungen der Stadtwerke ändere der Atomkompromiss aber nichts, sagt Voigt. Man werde weiter versuchen, künftig mehr im regenerativen Bereich zu investieren - etwa in Wind- und Wasserenergie, allerdings "nicht im zweistelligen Millionenbereich".
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(SZ vom 10.09.2010/isch/mob)
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