Schlütergelände Fachmarktzentrum wächst

Neben einem Kino sollen sich auch Geschäfte für Sport- und Elektroartikel sowie ein weiterer Lebensmittelmarkt ansiedeln. Stadträte wollen Verkehrsanbindung überprüfen

Von Kerstin Vogel

- Der Bebauungsplan "Isarauenpark Freising Süd" kann ausgearbeitet, die Verträge mit dem Investor können geschlossen werden: Der Planungsausschuss des Stadtrats hat am Mittwoch der geplanten Erweiterung der Schlüterhallen zugestimmt. Neben dem Erlebnis-Kino, das der Weimarer Investor Josef Saller dort bauen möchte, verdoppelt sich damit die Fläche des Fachmarktzentrums auf dem Schlütergelände auf dann 11 800 Quadratmeter. Auswirkungen auf die Innenstadt glauben die Planer ausschließen zu können - möglicherweise aber wird es den einen oder anderen Umzug eines Fachmarktes aus Attaching näher an die Domstadt geben.

Entsprechende Andeutungen kamen von Sebastian Mahrenholz, der die Schlütererweiterung aus Sicht der Innenstadtmanager von der Cima kommentierte. So soll das Angebot an Flächen für Sportartikel in den Schlüterhallen um 900 auf maximal 1300 Quadratmeter anwachsen. Das sei auf jeden Fall verträglich für die Innenstadt, sagte Mahrenholz: Nahezu neutral wäre ihm zufolge die Wirkung, "sollte ein bereits bestehender Fachmarkt für Sport aus Attaching umziehen". Zumindest Interesse an den Schlüterhallen scheint dort zu bestehen: der Geschäftsführer des Unternehmens saß als Zuhörer im Planungsausschuss.

Ähnlich könnte es im Bereich des Elektrowarenhandels aussehen. Hier dürfen auf dem Schlüterareal künftig auf mehr als 1500 Quadratmetern erstmals entsprechende Artikel angeboten werden und auch hier deutete Mahrenholz einen bevorstehenden Umzug aus Attaching an. Keinesfalls aber wolle man den Kundenmagneten "Saturn" aus der Altstadt an den Stadtrand locken, versicherte der Cima-Mitarbeiter: "Die Innenstadt darf nicht vor die Hunde gehen."

Für verträglich halten die Experten auch eine Ausweitung des Angebots im Bereich Nahrung und Genuss in den Schlüterhallen um 1900 auf dann maximal 3105 Quadratmeter. Nur minimal dürfen die Abteilungen Drogerie und Arzneimittel in dem Fachmarktzentrum noch wachsen, bei der Oberbekleidung dagegen kommen noch einmal 1900 Quadratmeter Verkaufsfläche dazu. Allerdings müssen die Geschäfte einigermaßen kleinteilig bleiben, mehr als 800 Quadratmeter sind nicht gestattet. Die Verkaufsfläche für Schuhe darf verdoppelt werden, bei den Spielwaren dagegen ist nur ein plus von 60 Quadratmetern gestattet - vermutlich werde der bestehende Laden entsprechend erweitert, deutete Mahrenholz an.

Das künftige Sortiment war es aber ohnehin nicht, was den Mitgliedern des Planungsausschusses Sorgen bereitete. Heftig diskutiert wurde vielmehr die Erschließung von Fachmarktzentrum, Kino und dem Wohngebiet, das gegenüber in den Seilerbrücklwiesen gerade geplant wird und rund hundert Familien sowie möglicherweise noch einmal so vielen Studenten Platz bieten soll. Aktuell ist geplant, aus dem Schlüterareal heraus eine zweite Straße an die B 11 anzuschließen, die dann auch die Firma Hartl anbinden soll. Die Straße ist im Prinzip fertig, die Verbindung mit der Bundesstraße steht laut Stadtdirektor Gerhard Koch "kurz bevor". Der Verkehr soll hier mit einer weiteren Ampelanlage geregelt werden - und genau an dieser schieden sich im Ausschuss die Geister.

Angestachelt von einer Anti-Ampel-Rede von CSU-Stadtrat Josef Krimmer, wunderten sich immer mehr Kollegen, warum man nicht besser auf einen Kreisverkehr setze. Die Verkehrsgutachter der Stadt, die laut Koch auch für den neuen Knoten wieder eine Untersuchung durchführen sollen, würden immer nur Ampeln empfehlen, so die quer durch die Fraktionen geäußerte Kritik. Dass das auch mit der viel beworbenen Makrosteuerung nicht funktioniere, könne man überall in Freising sehen. "Wenn wir immer weiter auf diesen Gutachter hören und immer weiter Ampeln bauen, dann kollabieren wir", warnte FW-Stadtrat Karlheinz Freitag.

SPD-Kollege Norbert Gmeiner regte an, einen Kreisel an der Schlüterbrücke zu prüfen, von dem aus dann eine Art "Bypass" parallel zur B 11 auf das Schlüterareal führen würde. Weil das auch nicht so einfach ist - dieser Kreisverkehr würde laut Koch in die Planfeststellung der Westtangente eingreifen - soll in einer der nächsten Ausschusssitzungen über die gesamte Verkehrssituation am südlichen Ortseingang von Freising gesprochen werden.

Erweiterung geplant: Die Schlüterhallen in Freising.

(Foto: Marco Einfeldt)