Neufahrn Zukunft des Avon-Geländes offen

Käufer verhandeln mit Gemeinde über die Nutzung, ausgeschlossen werden Speditionen und Büros

Von Birgit Grundner

Mit einem Gerücht, das in Neufahrn immer wieder zu hören ist, räumt der neue Eigentümer schnell auf: Nein, das Avon-Gelände sei nicht erneut weiterverkauft worden, nicht einmal teilweise, und es gebe auch "keine Gespräche dazu". Wie es aber mittelfristig mit dem 115 000 Quadratmeter großen Areal an exponierter Stelle am westlichen Ortsrand weitergeht, kann Stephan Fritsch von "Natixis Capital Partners" (NCP) derzeit noch nicht sagen. Man führe jedenfalls fortlaufend Gespräche mit der Gemeinde Neufahrn und analysiere den Bedarf des Immobilienmarkts in der Region, so Fritsch im Gespräch mit der Freisinger SZ. NCP verwaltet den "Captiva Capital Partners III ELP" - einen Immobilien-Investment-Fonds, der das Gelände samt der Gebäude vor gut einem Jahr erworben und zunächst an "Avon" zurückvermietet hat. "Sale & Leaseback" nennt sich das im Fachjargon. NCP hat sich nach eigenen Angaben darauf spezialisiert und zum Beispiel mit der Metro-Gruppe, Daimler, Rheinmetall, Barmer, und der Stadt Hamburg entsprechende "Transaktionen durchgeführt". Das Kosmetikunternehmen Avon - einst einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Freising - wird freilich im Laufe dieses Jahres seinen einzigen deutschen Produktionsstandort ganz aufgeben und ausziehen. Übrig bleibt dann nur noch der Vertrieb, der jedoch im Jahr 2011 bereits in die Gemeinde Hallbergmoos umgezogen ist. Spätestens 2013 ist Avon in Neufahrn also endgültig Geschichte, das Gelände kann mit den bestehenden Gebäuden oder auch mit Neubauten ganz neu genutzt werden - und die Weichen dafür sollen möglichst bald gestellt werden. Natixis-Geschäftsführer Stephan Fritsch berichtet, dass er und weitere NCP-Vertreter im vergangenen Jahr mehrfach aus Hamburg nach Neufahrn gekommen seien, um Gespräche darüber mit der Gemeinde zu führen. Konkrete Ergebnisse hat man dabei aber offensichtlich noch nicht erzielt. Neufahrns Bürgermeister Rainer Schneider erklärte jedenfalls vor wenigen Tagen, dass er auf ein "vernünftiges Konzept" hoffe, das dieses aber die Eigentümer vorlegen müssten. Fritsch wiederum deutet an, dass sich die Gemeinde bei den möglichen künftigen Nutzungen "sehr bedeckt hält". Fest stehe nur, dass eine reine Logistiknutzung - sprich: Speditionen - "definitiv nicht" in Frage komme. Das hat der Gemeinderat auch mehrfach so bekräftigt. Büros wiederum machen aus Sicht von Fritsch "wenig Sinn", schließlich gebe es schon jetzt jede Menge Leerstand im Umland des Münchner Flughafens. Somit blieben also aus Sicht von Natixis theoretisch die Bereiche kleines und mittleres Gewerbe, Einzelhandel sowie Wohnen, wobei eine Kombination aus mehreren Bereiche wohl naheliegend sei - nicht zuletzt aufgrund der Grundstücksgröße. In jedem Fall will Fritsch schon bald die Gespräche mit der Gemeinde fortsetzen.