Innenstadtumbau Moosach-Öffnung verzögert sich

Die geplante Moosachöffnung in Freising verschiebt sich.

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Die Stadt verschiebt das Projekt, weil die wasserrechtliche Genehmigung aus dem Landratsamt auf sich warten lässt.

Von Kerstin Vogel, Freising

Die geplante Öffnung der Stadtmoosach in der Innenstadt verzögert sich um mindestens ein Jahr. Schuld ist offenbar das Freisinger Landratsamt, das im Planfeststellungsverfahren nach wie vor auf die notwendige wasserrechtliche Genehmigung warten lässt. Um eine Baustellenpause und vor allem erhebliche Mehrkosten zu vermeiden, hat der Planungsausschuss des Stadtrats am Mittwoch deshalb den Ausbau der Hauptstraße zwischen Weizen- und Amtsgerichtsgasse im Zeitplan für den Umbau der Altstadt vorgezogen. Vor allem FW-Stadtrat Karl-Heinz Freitag kritisierte das Landratsamt scharf und forderte im Namen seiner Fraktion "Repressalien" für die verantwortliche Stelle.

Eigentlich hatte die Stadtverwaltung den Planfeststellungsbeschluss für die Moosach-Öffnung im August dieses Jahres erwartet. Im Oktober hätten die Bauarbeiten dann ausgeschrieben werden können, Baubeginn sollte im März kommenden Jahres sein. Dieser Terminplan sei aber nicht mehr einzuhalten, bedauerte Innenstadtkoordinator Michael Schulze. Erst habe es aus dem Landratsamt geheißen, dass mit dem Beschluss nicht vor Ende 2018 zu rechnen sei, inzwischen sei sogar schon von Februar 2019 die Rede. Damit aber hätte man die Baumaßnahme erst im Mai ausschreiben können - ein für derartige Arbeiten sehr viel ungünstigerer Zeitpunkt als im Herbst, so Schulze, der daraus resultierend Mehrkosten von 25 bis 30 Prozent erwartet hätte.

Offensichtlich aber hatte man in der Stadtverwaltung bereits mit dieser Entwicklung gerechnet, denn der Innenstadtkoordinator konnte den Stadträten schon einen mit den Architekten abgestimmten "Plan B" präsentieren: Die Idee ist nun, den Zeitplan für die Moosach-Öffnung um ein Jahr nach hinten zu schieben und stattdessen den Ausbau der Innenstadt zwischen Weizengasse und Amtsgerichtsgasse fortzusetzen. Die Arbeiten dafür sollen nun im Herbst ausgeschrieben und von Mai bis November 2019 ausgeführt werden. Die Kosten für diesen Bauabschnitt belaufen sich auf 2,65 Millionen Euro, die im Ausschuss dafür vorgestellte Planung stieß allgemein auf Gefallen, auch weil unter anderem vor der Sparkasse ein großer Stadtbaum gepflanzt werden soll.

Es sei "eigentlich gut", dass die derzeit an General-von-Nagel-Straße und Weizengasse laufenden Umbauarbeiten nun direkt anschließend in Richtung Amtsgerichtsgasse fortgesetzt würden, sagte Planungsreferent Franz Bernack (FSM). Dass man nun aber nicht zeitnah mit der Öffnung der Stadtmoosach beginnen könne, sei sehr bedauerlich, sagte er weiter und stellte klar, dass es sich hier nicht um ein Verschulden der Stadtverwaltung handele. Das dafür notwendige Planfeststellungsverfahren sei im Landratsamt immer wieder liegen gelassen worden, empörte sich Bernack: "Die sollten eigentlich mal Stellung beziehen, warum sie die Stadt Freising da immer wieder auflaufen lassen." Ohne die "Weitsicht" der Verantwortlichen bei der Stadt und ihren Plan B "hätten wir jetzt ein Jahr Baustellenpause und einen Schaden in Millionenhöhe".

Die "Misslichkeiten", die der Stadt durch die Verzögerungen entstehen würden, "enden an einer Stelle im Landratsamt, die nicht in der Lage ist, die wasserrechtliche Anordnung fertigzustellen", ärgerte sich Verkehrsreferent Freitag. Der Landrat müsse diese Stelle entweder verstärken oder "Druck machen, um klarzustellen, dass sich da etwas ändern muss". Aktuell erwartet die Stadt Freising, die Öffnung der Stadtmoosach Ende 2022 fertigstellen zu können.