Geheimaktion am Mittwoch "Ziviler Ungehorsam" gegen die dritte Startbahn

Was genau die Flughafen-Gegner planen, ist noch streng geheim - nur soviel: "Ziviler Ungehorsam" ist angesagt. Am Mittwochnachmittag treffen sich die Aktivisten von "Plane Stupid Germany" in der Innenstadt.

Von Marco Völklein

Was genau geplant ist, damit rücken die Aktivisten von "Plane Stupid Germany" nicht heraus. Nur so viel: Eine "politische Aktion" soll stattfinden, "ziviler Ungehorsam" gegen die geplante dritte Start- und Landebahn am Flughafen sei geplant. Am heutigen Mittwochvormittag wollen sie sich am Rindermarkt treffen und weiterziehen zum - noch geheimen - "Aktionsort" in der Innenstadt.

Die Aktivisten von "Plane Stupid Germany" planen eine "politische Aktion" gegen eine dritte Flughafenstartbahn.

(Foto: dapd)

Plane Stupid" ist eine Aktivistengruppe aus Großbritannien, die nach eigenen Angaben seit 2005 tätig ist. Die Mitglieder beschreiben sich selbst als "Graswurzel"-Gruppe, die sich - ohne zentrale Leitung - gegen den Ausbau von Flughäfen, gegen Werbung für den Flugverkehr und für einen "nachhaltigen Transport" stark macht.

Dabei setzt die Gruppe bewusst auf spektakuläre Aktionen: Im März 2011 wurden 16 Aktivisten von der Polizei verhaftet, weil es ihnen gelungen war, den Sperrzaun am Flughafen Southend östlich von London zu durchbrechen und die dortige Startbahn zu besetzen. Im Mai 2010 hatten sechs Gruppenmitglieder in Manchester das Vorfeld des dortigen Airports gestürmt und sich an das Bugrad eines abgestellten Jets gekettet.

Auch Preisverleihungen und Gala-Empfänge haben die "Plane Stupid"-Leute schon gestört. Nun also sollen ähnliche Aktionen bei der Münchner Entscheidung um die geplante dritte Startbahn die Gegner mobilisieren. Abgestimmt wird am 17. Juni.

Auch die Ausbaugegner vom Aktionsbündnis "Aufgemuckt" planen eine öffentlichkeitswirksame Aktion kurz vor dem Bürgerentscheid: Zwei Tage und Nächte direkt vor dem 17. Juni wollen sie im Hofgarten mit Blick auf die bayerische Staatskanzlei ein Protestcamp aufschlagen.

Bei "Occupy Staatskanzlei", so nennt sich die Aktion, wollen die Ausbaugegner aus dem Flughafenumland versuchen, mit den Münchnern ins Gespräch zu kommen. Zudem sollen Musik- und Künstlergruppen ein buntes Protestprogramm bieten.

Wie weit ihr Protest gehen darf - diese Frage stellt sich den Ausbaugegnern immer wieder. Bislang wirkten vor allem christliche Kräfte innerhalb von Aufgemuckt mäßigend; doch seit vergangenem Sommer liegt die Baugenehmigung vor - und damit stieg die Wut.

Kurz danach landete bei einer Demo eine Tomate auf dem Sakko von CSU-Generalsekretär Dobrindt. "Das brachte uns viel Aufmerksamkeit", räumt Aufgemuckt-Sprecher Hartmut Binner ein und schiebt gleich nach: "So etwas darf es kein zweites Mal geben." Andernfalls, befürchtet er, "werden wir Sympathien verlieren."