Freising Veganes Essen auf Rädern

Alexander Gretz steht künftig mit seinem Foodmobil "Chakula" auch samstags auf dem Freisinger Wochenmarkt. Die Zutaten für seine Gerichte sind rein pflanzlich und stammen überwiegend aus regionalem Anbau

Von Marina Wudy, Freising

Vegetarisches und vor allem veganes Essen - das ist ein Trend, der sich immer weiter ausbreitet. Jede Woche finden sich mehr neue vegane Produkte von exotischen Papaya-Mango-Brotaufstrichen bis hin zu Fleischersatzprodukten auf Lupinen-Basis im Supermarktregal. Auch in Restaurants und Gaststätten wächst das Angebot an veganen Gerichten. In Freising ist der wohl bekannteste Vertreter der veganen Esskultur Alexander Gretz, der mit seinem Foodmobil "Chakula" regelmäßig auf dem grünen Wochenmarkt anzutreffen ist.

Vor drei Jahren, also 2012, berichtete die SZ Freising schon einmal über Gretz und seinen veganen Essensstand auf Rädern. Damals hatte er das "Chakula" gerade erst von einem Freund übernommen, betrieb es nur in Teilzeit und war ausschließlich auf verschiedenen Festivals zu finden. Seitdem hat sich viel geändert: Seit Dezember 2014 ist das "Chakula" nun jeden Mittwoch auf dem Freisinger Wochenmarkt zu finden, vom 3. Oktober diesen Jahres an zusätzlich noch samstags. Aber auch auf Festivals ist es nach wie vor vertreten. Außerdem betreibt Gretz sein Foodmobil jetzt hauptberuflich, bis Sommer 2016 ist er bereits komplett ausgebucht. Es scheint also gut zu laufen für den 33-Jährigen und sein veganes Projekt. Woran liegt das?

Das Tellergericht mit Blumenkohl, Austernpilzen, Tomaten, Falafel, Zucchini und einem Dip gibt es beim Foodmobil auf dem Freisinger Wochenmarkt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Am Essen wohl nicht, denn das ist immer noch von gleicher - fleischloser - Qualität: Bei "Chakula" - das ist übrigens Suaheli und bedeutet "Essen" - gibt es nach wie vor hauptsächlich Falafel und Veggie-Gyros. Alle Zutaten sind dabei aus ökologischem und möglichst regionalem Anbau und natürlich rein pflanzlich. Laut Gretz habe sich weniger das Essen als vielmehr die Kundschaft verändert: "Früher konnte ich ganz leicht sagen, wer meine Kunden sind. Heute ist das anders, denn die sind mittlerweile wirklich kunterbunt gemischt - von Büroleuten, die sich ein gesundes und schnelles Mittagessen holen wollen, bis hin zu älteren Leuten, die mal etwas Neues probieren wollen, ist alles dabei."

Aber auch bei der Konkurrenz sei die Offenheit und das Verständnis für sein veganes Food-Konzept gestiegen. "Früher hatten immer alle Angst, dass ich ihnen ihre Kunden wegnehme und die Leute plötzlich lieber Veggie-Gyros anstatt Currywurst essen", meint der junge Standinhaber. "Mittlerweile haben die Leute aber endlich verstanden, dass ich keinem die Kundschaft wegnehme, sondern mein Foodmobil sogar eine Bereicherung sein kann. Das ist sehr schön."

Ob Büroleute oder ältere Menschen, die mal was Neues probieren wollen: Die Kundschaft von Alexander Gretz ist mittlerweile bunt gemischt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Auf dem Freisinger Wochenmarkt gefällt es Gretz sehr gut: "Ich mag die Atmosphäre zusammen mit den anderen Ständen dort sehr gerne. Ich habe sogar schon einige Stammkunden, die regelmäßig zu mir kommen." Mit seinem Foodmobil auf dem Wochenmarkt vertreten zu sein, war tatsächlich ein lange gehegter Traum des gelernten Medienfachwirts. Vergangenen Winter ging dieser dann endlich nach langem Nachfragen und Warten in Erfüllung.

Vor allem seinen Wunsch nach Regionalität kann der junge Food-Pionier auf dem Freisinger Markt perfekt umsetzen: "Alle frischen Zutaten kaufe ich morgens direkt hier auf dem Markt. Dann ist zwar nicht alles bio, aber regional. Denn Regionalität ist mir beim Gemüse tatsächlich noch wichtiger als Bio-Qualität. Es macht doch keinen Sinn, Bio-Tomaten aus Spanien zu kaufen wenn ich hier auf dem Markt welche aus der Region bekomme." Umgekehrt wissen auch die anderen Standinhaber Gretz' Foodmobil zu schätzen und kommen gerne zu ihm zum Mittagessen. Und für ganz treue Stammkunden gibt es dann auch mal ein veganes Schokomousse gratis.