Brief an Landesverband Forster soll den Vorgaben des Papstes gefolgt sein

Die Katholische Arbeitnehmerbewegung München-Freising und Diözesansekretär Rainer Forster (Bild) gehen künftig getrennte Wege.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die KAB-München-Freising trennt sich von ihrem Diözesansekretär Rainer Forster. Doch damit ist der KAB-Verband Dachau-Fürstenfeldbruck nicht einverstanden.

Von Peter Becker, Freising

Der Vorstand der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) München-Freising muss sich weiter mit dem Fall seines Diözesansekretärs Rainer Forster beschäftigen. Beide Parteien hatten beschlossen, sich im Einvernehmen zu trennen. Doch jetzt macht sich der KAB-Verband Dachau-Fürstenfeldbruck für Forster stark. In einem Brief an die Vorstände der KAB der Erzdiözese München und Freising sowie des Landesverbandes bekräftigen die Unterzeichner, das Vorgehen gegen Forster nicht mehr länger tragen zu wollen. Er habe sich ihrer Auffassung nach stets vorbildlich und korrekt für die Interessen der KAB eingesetzt.

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Sowohl Susanne Schönwälder, Geschäftsführerin der KAB München-Freising, als auch Diözesanvorsitzender Dieter Thalhammer wollen sich zu dem Schreiben nicht äußern. Beide verweisen auf eine Zusammenkunft der Orts- und Bezirksvorsitzenden der KAB, die für kommenden Montag geplant ist. Was Forster betrifft, glaubt Thalhammer, "dass wir zu einer einvernehmlichen Regelung kommen". Seinen Worten zufolge bedauerte es Forster, dass er das Verhältnis zur KAB derart strapaziert habe, dass eine Trennung unvermeidlich sei. Er habe die Wirkung des Films "Zensur" unterschätzt. Thalhammer tritt Vorwürfen seitens KAB-Mitgliedern, er habe Forster gemobbt, entschieden entgegen. Im Gegenteil habe er ihn lange Zeit gegen Vorwürfe in Schutz genommen, sagt er.

Die KAB Dachau-Fürstenfeldbruck meint, Forster sei den päpstlichen Vorgaben gefolgt

Die KAB Dachau-Fürstenfeldbruck ist der Auffassung, dass sich Forster bei seinen Veranstaltungen an die Vorgaben von Papst Franziskus in den Enzykliken "Evangeli Gaudium" und "Laudato Si" gehalten hat. Demgemäß seien ökologische Probleme nicht zu lösen, ohne soziale Verwerfungen zu beseitigen. Die Herrschaft der Wirtschaft sei nicht länger zu dulden. Jeder, der einen überparteilichen Dialog dazu führen wolle, sei willkommen. An diese Maßgabe hat sich Forster nach Ansicht der KAB Dachau-Fürstenfeldbruck gehalten.

Der KAB-Verband wirft der Führungsspitze vor, mit der Kündigung Forsters vor negativer Kritik seitens der Medien und Parteien eingeknickt zu sein. Das deutet er als "mangelnde Loyalität" gegenüber Forster. "Mangelnde Sachkenntnis" wirft der KAB-Verband seiner Spitze vor, wenn es um die von Forster eingeladenen Redner geht. Dabei handele es sich um namhafte, wenn auch bisweilen umstrittene Personen. Angesichts kritischer Berichterstattung personelle Konsequenzen zu ziehen und Forster womöglich zu entlassen, stellt nach Ansicht der KAB Dachau-Fürstenfeldbruck "einen Hofknicks" gegenüber den Medien, Parteipolitikern und einer "anonymen Gruppe" - gemeint sind die Moosburger "Erdlinge" - dar.