51 Prozent für Flughafen-Ausbau - Irritationen über Termin für den Bürgerentscheid
51 Prozent der bayerischen Bevölkerung sind für den Bau der geplanten dritten Startbahn am Münchner Flughafen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Bayerischen Rundfunks. Demnach sind 39 Prozent gegen den Bau der vier Kilometer langen Betonpiste, die restlichen zehn Prozent verteilen sich auf "ist mir egal", "weiß nicht" und "keine Angabe". Gefragt wurden 1000 Wahlberechtigte in ganz Bayern. Regionale Werte, wie hoch die Zustimmung zu dem Projekt in München oder im Flughafen-Umland ist, wurden nicht abgefragt. Die Umfrage bestätigt, was ich immer behauptet habe", erklärte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD): "Nämlich, dass die Mehrheit für die dritte Startbahn ist." Es sei eine positive Überraschung, "dass es sogar eine absolute Mehrheit ist". Allerdings räumte Ude ein, dass auch die Zahl der Kritiker "stattlich" sei. "Aufgemuckt"-Sprecher Hartmut Binner wertete die Zustimmungsrate von 51 Prozent als "Erfolg": "Ich hätte erwartet, dass das viel mehr wären." Man arbeite zudem daran, das Ergebnis umzukehren. So erfahre die von den Ausbaugegnern gestartete Landtags-Massenpetition viel Zuspruch aus ganz Bayern. Flughafenchef Michael Kerkloh wertete das Ergebnis als Zeichen, "dass eine deutliche Mehrheit den Flughafenausbau vor allem als Zukunftschance versteht". Ob sich in ganz Bayern tatsächlich eine Mehrheit für die dritte Startbahn fände, könnte aus Sicht von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ganz real per Volksbefragung ermittelt werden: Am Rande der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth am Mittwoch sagte Seehofer, er halte so eine bayernweite Volksbefragung "rechtlich für möglich". Für neuen Diskussionsstoff sorgt zudem ein Schreiben des Flughafens an seine Mitarbeiter. Darin ruft der Airport seine Mitarbeiter auf, sich den 22. April als möglichen Abstimmungstermin der Münchner über die Ausbaupläne vorzumerken. Doch bislang sei weder den Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die dritte Bahn davon etwas bekannt, noch dem Stadtrat, wo die Fraktionen von SPD, CSU und FDP gemeinsam ein Ratsbegehren für die Erweiterung starten wollen, kritisierte Grünen-Stadtchefin Katharina Schulze. "Diktiert jetzt der Flughafen schon den Terminplan für den Stadtrat?", fragte Schulze spitz. Tatsächlich haben die Grünen und ihre Bündnispartner die erforderlichen 30 000 Unterschriften für ihr Bürgerbegehren noch gar nicht zusammen. Zuletzt lag die Zahl der Unterstützer bei 18 000. "Wenn hier schon im Vorfeld gemauschelt wird, ist das Gift für die Glaubwürdigkeit des ganzen Beteiligungsverfahrens." Ein Flughafensprecher erklärte, man habe den Termin in dem Schreiben ganz deutlich als "voraussichtlich" gekennzeichnet. Er habe sich aus der möglichen Behandlung des Antrags im Stadtrat am 25. Januar ergeben - und der sich daran anschließenden Frist, die die bayerische Gemeindeordnung vorgebe. Ein Sprecher der Stadt erklärte, derzeit würden die Termine zwischen Stadt- und Fraktionsspitzen geklärt. Offen sei auch, ob der Stadtrat überhaupt das Ratsbegehren am 25. Januar auf den Weg bringt. Ude zeigte sich amüsiert über die "Nervosität der Startbahngegner", betonte aber, die Terminangabe des Airports entbehre einer stabilen Grundlage. (Kommentar)
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(SZ vom 05.01.2012)
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Einerseits wird die Schließung von Regionalflughäfen gefordert, andererseits wird der Ausbau von München mit dem Verweis auf Nürnberg abgelehnt. Dass Nürnberg mit Irrsinnssummen künstlich am Leben gehalten wird, obwohl die Fluggesellschaften dort nicht hinwollen, übersieht man dabei großzügig.
Die FMG ist sicherlich kein hochprofitables Unternehmen, aber wäre das wirklich sinnvoll? Das Beispiel Deutsche Bahn hat gezeigt, dass man Infrastruktur nicht nur nach betriebswirtschaftlichen Überlegungen betreiben kann. Würde man das tun, könnten wir z.B. die BEG abschaffen und DB Regio, Veolia, Trenitalia und alle anderen Anbieter von Schienenverkehr in Bayern würden einfach Fahrscheine kostendeckend anbieten. Dann ist ein Fahrschein von München nach Passau halt nicht mehr für unter Euro 100 zu haben, aber das wäre dann ehrliche Preise, wie viele sie gerne beim Fliegen fordern.
Leider ist vielen Steuerzahler völlig unbekannt, was der politische Spass und die Lobbyunterstützung für die Fliegerei tatsächlich kostet.
Es gibt in ganz Bayern keinen Flughafen, der kostendeckend arbeitet.
Mit mehreren Mio. € an Steuergeldsubventionen werden diese Flughäfen am Leben erhalten, da sich viele Landräte für ihren Landkreis ein eigenes internationales Luftdrehkreuz wünschen.
München und Südbayern hat genügend verschuldete Flughäfen.
Eine kleine Presseauswahl:
http://blog.br-online.de/quer/mehr-geld-weniger-fluege-wem-nutzt-der-flughafen-hof-04052011.html
http://www.np-coburg.de/lokal/coburg/coburg/Konkurrenz-zu-Nuernberg;art83423,1856633
http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/airport-schieflage-wird-teuer-fur-die-stadt-1.1347317
http://www.bayerische-staatszeitung.de/index.php?id=66&tx_ttnews[tt_news]=1834&cHash=089214ea82dda93e60eaedbdd43fb9ca
http://schwarzbuch.steuerzahler.de/Regionalflughafen-koste-es-was-es-wolle/38879c46967i1p1606/index.html
Irgendwie hat man den Eindruck, zu "München3" ist noch vieles ungeklärt!- Eine solche „Befragung“ ist dann doch wohl eher weniger einer fundierten Meinungsbildung geschuldet, denn einem „gefühlten“ Dafür oder Dagegen sein!?
Interessant ist auch, dass ein Finanzierungskonzept für dieses Milliardenprojekt einer "Dritten Start- und Landebahn" dem Vernehmen nach immer noch nicht vorliegt (zumindest wird es von der interessierten Öffentlichlkeit ferngehalten)!?- Mithin also die Münchner und bayerischen Bürger "als Mitgesellschafter" auch nicht darüber informiert sind, ob und inwieweit sich dieses Milliardenprojekt "München3" eigentlich wirtschaftlich trägt!
Zweifel zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit wären hierzu sicherlich nicht gänzlich unberechtigt: Ausweislich des Geschäftsberichts für 2010 hat die FMG per 31.12.2010 Verbindlichkeiten von rund 2.235 Millionen Euro angehäuft und 491 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen standen noch in dem Büchern.- Und zu guter letzt muss man auch feststellen, dass der Geschäftsbericht für 2010 einen Konzernjahresfehlbetrag von rund 2,8 Millionen Euro ausweist und nur durch Auflösung von Gewinnrücklagen, Gewinnvorträgen etc. ein Konzernbilanzgewinn von rund 19,7 Millionen Euro möglich war.
Betrachtet man diese Projekt „München3“ mit der gebotenen Sorgfalt, dann fällt auch dem Laien auf, dass „München3“ offensichtlich mehr dem „Größer, Schneller, Weiter“ – man könnte auch sagen: Der üblichen und (leider) weit verbreiteten Großmannssucht von Politikern – geschuldet ist, denn dem rationalen Abwägen von langfristigen ökonomischen und ökologischen Interessen der Bürger in diesem Land.
Und man stellt sich sicherlich auch nicht unberechtigt die Frage, ob dieses Projekt „München3“ nicht in seinem Ursprung mal (irgendwann in der Vergangenheit!?) dem Gedanken an einen Börsengang geschuldet war,- und eher weniger den tatsächlichen Bedürfnissen der Wirtschaftsregion München? (Wobei sicherlich auch die Frage berechtigt ist, zu welchen Lasten eine weitere (vermeintliche) Stärkung der Wirtschaftsregion München eigentlich geht? Denn wenn der Flughafen Nürnberg nur noch eine Auslastung (Flugbewegungen) von rund 33 % aufweist, dann muss es dafür ja eine Ursache geben?
Und wenn die FMG sich vielleicht etwas mehr darauf konzentrieren würde zu einer angemessenen Auslastung zu gelangen (z.B. im Verhältnis der Anzahl Passagiere zu der Anzahl der Flugbe