Allershausen Wohnen hinter dem Lärmschutzwall

Für das neue Baugebiet im Eggenberger Feld haben sich bereits 84 Bewerber gemeldet. Der Gemeinderat billigt den Entwurf, ab 2019 könnte gebaut werden.

Von Petra Schnirch, Allershausen

Die Planung für das Neubaugebiet Eggenberger Feld Süd in Allershausen nimmt Gestalt an. In der Sitzung am Dienstag stimmte der Gemeinderat dem vorgelegten Entwurf zu, nur Helmut Zwingler (CSU) votierte dagegen. Den meisten Ratsmitgliedern gefielen die Vorschläge für das sechs Hektar große Areal im Süden der Gemeinde - und die Nachfrage ist groß. Im Rathaus sind bereits 84 Anträge von Bewerbern für Grundstücke eingegangen, die im Einheimischenmodell vergeben werden. Sie seien aber noch ungeprüft, sagte Bürgermeister Rupert Popp (PFW). Auch die Richtlinien müssen erst noch überarbeitet werden. Die Anforderungen an den Planer waren nicht einfach.

Ein Gutachten hat ergeben, dass die Lärmbelastung an der westlichen Grenze des Baugebiets, also nahe der Autobahn, nachts bei 56 Dezibel liegt. Der Grenzwert beträgt 49 Dezibel, tagsüber 59. Auf dieser Seite sind als eine Art Riegel längs ausgerichtete Mehrfamilien- und Reihenhäuser mit Tiefgaragen vorgesehen. An der Autobahn gibt es einen Lärmschutzwall. Auch Schallschutzfenster seien notwendig, sagte Nasser Bazarganipour, Architekt und Städteplaner beim Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München. Das Landratsamt habe signalisiert, dass es bei einer Riegelbebauung keine Probleme beim Immissionsschutz geben werde, so Popp. Dahinter sind bis zur Jobsterstraße Einzel- und Doppelhäuser mit Garagen vorgesehen. In der Mitte ist ein Kindergarten geplant, außerdem gibt es viel Grün. Die öffentlichen Flächen umfassen 1,2 Hektar.

Läuft alles rund, könnten im Herbst 2019 die Bagger anrollen

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"Mir gefällt der Entwurf sehr gut", sagte Nina Huber (PFW), auch weil ein Teil der parkenden Autos unter die Erde kommen soll. Für schwierig hielt sie es aber, die Dachformen - Pultdächer bei Mehrfamilien- und Reihenhäusern, ansonsten Satteldächer - vorzuschreiben. Außerdem schlug sie vor, wegen des großen Bedarfs mehr Wohnungen zu bauen und auf einige Reihenhäuser zu verzichten. Anna Gründel (PFW) schlug ein Mehrgenerationenhaus vor. Auch über sozialen Wohnungsbau denkt man nach. Josef Lerchl (SPD) sprach sich dafür aus, möglichst große Tiefgaragen zu bauen. Schon jetzt sind parkende Autos entlang der Jobsterstraße ein Ärgernis. Helmut Zwingler schlug deshalb vor, entlang des bereits bebauten Bereichs auf beiden Seiten ein eingeschränktes Halteverbot zu erlassen. Darüber wird nun in einer der nächsten Sitzungen entschieden.

Hinter den Mahrfamilien- und Reihenhäusern sollen Einzel- und Doppelhäuser entstehen.

(Foto: Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum)

Zwingler stimmte als einziger gegen den Entwurf für das Baugebiet. Er sei "erschrocken", als er die Planung gesehen habe. Er stört sich an einer Stichstraße mit Wendehammer, weil dies die Müllabfuhr erschwere. Auch die öffentlichen Grünflächen sind ihm zu viel. Er wünschte sich stattdessen breitere Straßen oder größere Gärten. Popp erwiderte, dass das Baugebiet eine gewisse Wohnqualität haben solle. Den Kindergarten hätte die Gemeinde gern im Nordwesten des Baugebiets platziert. Dies sei aus Lärmschutzgründen abgelehnt worden, sagte er. An der Planung wird nun gefeilt, läuft alles rund, könnte der Bebauungsplan im Herbst 2018 verabschiedet werden. Im Herbst könnten 2019 die Bagger anrollen.

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