Von welchem Ölpreis ging die Regierung von Oberbayern bei der Genehmigung der dritten Startbahn des Münchner Flughafens aus? Jetzt zeigt sich: Die Behörde war wachsamer, als es ein SZ-Bericht vermuten ließ. Denn ein weiteres Gutachten hat wichtige Ergänzungen geliefert - und den Ölpreis im Jahr 2020 nicht auf 50, sondern auf 103 Dollar veranschlagt.
Bei der vergangene Woche erteilten Genehmigung einer dritten Startbahn für den Münchner Flughafen zeigte die Regierung von Oberbayern doch mehr Wachsamkeit, als es ein SZ-Bericht vom Wochenende vermuten lässt.
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Geplante dritte Startbahn am Münchner Flughafen: Die Regierung von Oberbayern hat mehr Wachsamkeit gezeigt, als es ein SZ-Bericht vermuten lässt. (© dpa)
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Tatsächlich hatte die Regierungsbehörde unter dem Eindruck der Finanzkrise des Jahres 2008 und den extremen Schwankungen des Ölpreises den Flughafen München aufgefordert zu überprüfen, wie plausibel dessen wirtschaftliche Prognosen sind. In dem ursprünglichen Antragsgutachten aus dem Jahr 2007 hatte die Flughafengesellschaft mit einem aus heutiger Sicht unrealistischen Weltmarktpreis für Erdöl von rund 50 Dollar pro Barrel für das Jahr 2020 argumentiert.
Anfang 2010 lieferte ein Auftragsgutachten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitutes (HWWI) Ergänzungen, die den Ölpreis im Jahr 2020 nicht, wie in den Planungsunterlagen des Flughafens, bei 50 Dollar pro Barrel sahen, sondern im Mittel bei 103 Dollar. Trotz dieser - aus Expertensicht immer noch optimistischen - Verdopplung der prognostizierten Treibstoffkosten hielt der Flughafenbetreiber die weitere Startbahn für nötig.
In den "ergänzenden Szenariobetrachtungen" des HWWI "wird der langfristige Wachstumstrend für den Münchner Flughafen und damit der Bedarf für eine dritte Bahn generell bestätigt", ließ die FMG verlauten.
Der Flughafenbetreiber prognostizierte auch weiter ein Verkehrsaufkommen von 58 Millionen Passagieren pro Jahr, jedoch galt diese Zahl plötzlich für das Jahr 2025 und nicht mehr für 2020, wie ursprünglich geplant. Trotz der veränderten Einschätzung sah die Regierung von Oberbayern den Bedarf für eine dritte Startbahn gegeben, wie die Genehmigung in der vergangenen Woche gezeigt hat.
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ich heute schon wüßte was das Barrel morgen kostet, hätte ich gestern schon Anleihen gekauft.
bekannt.
Schon zum bestehenden Terminal 2 läuft übrigens ein Verfahren bei der europäischen Kommison wegen unzulässiger Subventionen zu Gunsten der LH. Wir natürlich im Sand verlaufen,
Interessant ist noch dass die LH ja meist ordentliche Gewinne erwirtschaftet. Die LH ist sowohl in FRA als auch MUC die dominierende Luftlinie ist. Da kann man sich dann schon Gedanken machen, warum die Fraport regelmäßig Dividenen ausschüttet, die FMG bisher NIE Gewinne ausgeschüttet hat. Wenn beide den gleichen Kunden haben und gleiche Leistungen anbieten, sollte doch gleich viel übrig bleiben, oder? Da könnte man doch auf den Gedanken kommen, dass die LH in München besonders zuvorkommend bedient wird.
@Meine-Meinung: Sie hatten meine Kritik an der LVP angezweifelt. Können Sie sie jetzt nachvollziehen?
Im Gutachten des HWWI steht (S.10): 103 $ (2020) und 119 $ (2025).
Aber das ist natürlich nur eine grobe Schätzung. Gutachen von anderen Organisationen liefern z.T. ganz andere Werte. Manche viel mehr, manche etwas weniger.
Ich hab nie behauptet, dass die PAXe nicht steigen werden.
Der Punkt ist, steigen die PAXe in München deutlich schneller als die Flugzeuggrößen wachsen werden?
Momentan (die letzen 7-8 Jahre) wachsen die Flugzeuggrößen mit ca. 3,5% p.a. Die letzten 3 Jahre sogar deutlich stärker (5-6%). Die mittlere Größe ist derzeit knapp 100 Sitze. Da ist - auch im Vgl. mit anderen Flughäfen - immer noch viel Luft nach oben. Die Größen wachsen, weil das offensichtlich kostengünstiger für die LVGs ist. Und weil die Streckennetze in Deutschland und auch Europa schon so dicht sind, dass mehr PAXe einfach mit größerem Gerät bedient werden.
Laut Intraplan die PAXe bsi 2020/25 mit ca. 3,2% p.a. wachsen.
Daraus folgt, dass die Anzahl der Bewegungen in München mittel- und langfristig eher stagnieren wird. Was sie derzeit (im Mittel) auch macht.
Jetzt werden Sie fragen, warum die Intraplan dann auf viel größere Wachstumsraten bei den Bewegungen kommt. Das liegt daran, weil Intraplan das Wachstum der Flugzeuggrößen zu niedrig ansetzt (zuletzt etwa 1,1% p.a.). Dabei wurde in den verschiedenen Versionen der LVP (2006/7/10) die Zielprognose der Flugzeuggrößen für 2020 praktisch konstant gehalten. Um die Prognose auf die aktuellen Werte anzupassen, wurde dann eben die Wachstumsrate immer kleiner angesetzt (von 1,6% über auf 1,5% auf eben zuletzt 1,1%). Nach derzeitigen Stand (2010) müßte Intraplan das prognostizierte Wachstum etwa auf Null setzen, da die Werte für 2020 schon 2010 nahezu erreicht sind.
Für wie realistisch kann man es halten, dass die Flugzeuggrößen in München sich bis 2020 nicht wesentlich ändern werden, nachdem diese die Jahre davor kräftig gewachsen sind?
Zur Lufthansa und ihren Aktionären: kucken Sie sich mal die Börsenkurse der LH an. Die Aktionäre sehen den Ölpreis offensichtlich sehr bedenklich. Auch die kränkelnde Wirtschaft in USA läßt die Anleger der LH kaum jubeln.
Zum Terminal-Ausbau: Man kann sagen, die LH zahlt zum Terminal der FMG dazu. Man kann auch sagen, die FMG, besser der bayr. Steuerzahler, zahlt zum Terminal der LH dazu. Schließlich wird das Terminal exklusiv genutzt und über die getroffenen Verträge (Nutzungsentgelte, Gebühren,...) wurde öffentlich nichts
Die Zahl 103 ist ja auch falsch recherchiert. Das ist der angenommene Ölpreis für 2015. Der Wert für 2020 in der ergänzenden LVP ist 119 Dollar pro Barrel.
Schön, dass Sie sich so große Sorgen über die Preisentwicklung bei der Lufthansa machen. Dumm nur, dass auch die Lufthansa selbst mit steigenden Passagierzahlen rechnet. Die sind sogar so überzeugt davon, dass sie bereit sind eigenes Geld in den Ausbau des Flughafens München zu investieren. Sind die blöd? Was sagen denn die Aktionäre der Lufthansa dazu?
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