Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen zur Einführung der Plakettenpflicht in der Münchner Innenstadt.
Ganz grundsätzlich: Was ist überhaupt eine Umweltzone?
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Ab 1. Oktober wird Münchens Innenstadt zur Umweltzone. Im Moment werden die Umweltzonenschilder montiert. (© Foto: dpa)
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Gemeint ist ein Bereich, in den nur noch Autos mit bestimmten Schadstoffnormen einfahren dürfen. Die Münchner Umweltzone umfasst die gesamte Innenstadt innerhalb des Mittleren Rings. Der Ring selbst gehört nicht dazu. Mindestanforderung für eine Zonentour ist ein geregelter Katalysator (Benzinmotor) oder die Euronorm 2 (Diesel).
Welche Fahrzeuge sind betroffen?
Pkw, Lkw, Busse, Wohnmobile - egal mit welchem Kennzeichen. Ausgenommen von der Plakettenpflicht sind dagegen Motorräder, motorisierte Dreiräder, Oldtimer, Militär- und Rettungsfahrzeuge, die Autos von Behinderten, Traktoren sowie Arbeitsmaschinen (also auch der Aufsitz-Rasenmäher).
Muss die Umweltzone auch bei guten Luftwerten beachtet werden?
Die Umweltzone gilt ganzjährig - völlig unabhängig von der Luftqualität.
Was müssen Autofahrer jetzt tun?
Möglichst schnell eine Umweltplakette kaufen! Bis zum 1.Oktober bleibt nicht mehr viel Zeit, zudem droht großer Andrang bei den Verkaufsstellen. Wer ein Fahrzeug hat, das von der Plakettenpflicht ausgenommen ist, kann sich dagegen gemütlich zurücklehnen - eine spezielle Genehmigung ist nicht notwendig.
Woran erkenne ich, welche Schadstoffnorm mein Auto erreicht?
Das steht im Fahrzeugschein - und zwar bei den älteren Modellen im Feld "zu 1" (die letzten zwei von insgesamt sechs Ziffern) oder, in den seit Oktober 2005 ausgestellten Papieren, im Feld "14.1" (die letzten zwei von vier Ziffern). Welche Schadstoffnorm sich aus diesem Emissionsschlüssel ergibt, steht in speziellen Tabellen, die etwa unter www.muenchen.de/umweltzone oder beim ADAC abgerufen werden können.
Wo gibt es die Plakette?
Bei Zulassungsstellen, Prüforganisationen wie TÜV und Dekra oder Werkstätten, die die Abgasuntersuchung anbieten. Vorsicht: Das KVR stellt nur Wapperl für in München zugelassene Autos aus. Das Landratsamt München hingegen bietet diesen Service für sämtliche deutschen Kennzeichen an. Onlineadressen gibt es unter www.muenchen.de/umweltzone. Das Auto selbst muss nicht vorgeführt werden.
Was tun, wenn das Auto keine Plakette erhält?
Die Werkstatt gibt Auskunft, ob ein Katalysator oder Partikelfilter nachgerüstet werden kann - dies ermöglicht in den meisten Fällen den Sprung in eine bessere Schadstoffklasse. Der Staat gewährt dafür einen Steuerbonus von 330Euro. Wenn dies nicht möglich ist (und nur dann!), erteilen die Behörden in bestimmten Härtefällen (im ersten Jahr auch für Anwohner und Geschäftsleute) eine Ausnahmegenehmigung, die aber schriftlich beantragt werden muss. Das kostet zwischen zehn und 200Euro. Der Antrag muss ans KVR, Sachgebiet "Ausnahmegenehmigungen Umweltzone" in der Reisingerstraße 10, 80337 München, geschickt werden (per Fax: 233-23379).
Kann ich mit Münchner Plakette oder Ausnahmegenehmigung in die Umweltzonen anderer Städte einfahren?
Die Plaketten gelten bundesweit. Die Ausnahmegenehmigungen, die freilich nur sehr wenige Autofahrer benötigen, müssen dagegen in jeder Stadt neu beantragt werden. Dabei gilt: Die Voraussetzungen sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich.
Wo gibt es überall Umweltzonen?
Derzeit in 13 deutschen Städten, darunter Berlin, Köln, Hannover und Stuttgart. Zum 1.Oktober folgen neben München auch Augsburg, Frankfurt am Main sowie eine ganze Reihe von Großstädten in Nordrhein-Westfalen.
Was erwartet Autofahrer, die die Plakettenpflicht ignorieren?
40 Euro und ein Punkt in Flensburg.
Wie wird kontrolliert?
Die Polizei plant keine speziellen Aktionen, will aber bei Routine-Verkehrskontrollen auch auf die Plakette achten. Die meisten Sünder dürfte es wohl beim Parken erwischen. In Berlin waren von 20500 monierten Fahrzeugen 19500 am Straßenrand abgestellt.
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(SZ vom 24.09.2008/jh)
Studie von UN-Kinderhilfswerk
Die neueste Antwort
Irgendwie verleitet einen dieser Plakettenunsinn doch dazu, sagen wir einen historischen Unimog oder so zu kaufen. Der dann mit 25 Litern Verbrauch mehr rum-feinstaubt als eine Flotte Kleinwagen... und das ganz legal dank Oldtimer-Kennzeichen.
Aber Scherz beiseite, trotz allem verständlichen Ärger geht es nicht anders. Was mich stört sind die zu erwartenden Ausnahmen für die echten Stinker, z.B. Zuliefer-Klein-LKW, Polizei, Feuerwehr und dergleichen. Die Obrigkeit darf meines Wissens nämlich gänzlich ohne Plakette rumstinken soviel sie will...
Bei dem Wapperl handelt es sich um eine Abzocke.
Diese Umweltplakete bringt nichts, weil dadurch der Feinstaub durch Abrieb nicht erfasst wird.
Weiterhin was bringt eine Umweltplakete, wenn Traktoren und Arbeitsmaschinen von der Pflicht ausgenommen werden. Ein Bagger wird wohl mehr Russ emitieren als ein Pkw.
Vorallem verstehe ich nicht, warum das Einfahren ohne Plakete einen Punkt in Flensburg nach sich zieht. Bislang bin ich immer davon ausgegangen, dass Bußgelder nur für Verkehrsgefährung verhängt werden soll.
"Leider ist das Benzin noch viel zu billig... "
Stimmt.
Wenn ich aus dem Bürofenster schaue, kommt ein Geländewagen nach dem anderen vorbei - meist nur mit je einer Person besetzt.
Es gibt Fahrzeuge, die mit 5 oder gar 3 l/100 km auskommen. Falls Benzin wirklich zu teuer ist - warum sehe ich die dann so selten?
Wer meint, das mit den Plaketten sei unsinnig und überflüssig, übersieht eines:
Nach dem Urteil des EUGH (Kläger war ein Anwohner des Mittleren Rings) bleibt der Stadt doch kaum etwas anderes übrig, um die Feinstaubemmissionen zu senken.
Ich weiß jedenfalls keine Alternative. Außerdem meine ich, dass im Stadtgebiet mehr als die Hälfte aller Fahrten vermeidbar wären, wenn die Leute auf ÖPNV oder Fahrrad umsteigen würden. Leider ist das Benzin noch viel zu billig...
ineffektiv, teuer, schwachsinnig
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