Einige der porträtierten Damen sind ebenfalls anwesend, aus Zuneigung zu ihrem Fotografen. Etwa Glamour-Journalistin Stephanie Neureuther, die bei der Zeitschrift das Beauty-Ressort betreut. "Gunter Sachs ist eine Freund der Familie. Ich möchte die Erfahrung nicht missen, von ihm fotografiert worden zu sein", sagt sie. "Auf den Bildern hab' ich mich aber kaum wiedererkannt, da war ich plötzlich ein anderer Mensch."

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Drinnen, vor grünen Mamba-Frauen, Flamingos im Nebel und Raubtieren aller Art, in deren Haut meist eine einsame Schöne steckt, unterhalten sich die Gäste über den Menschen Gunter Sachs. Er hat gleich seine ganze Familie mitgebracht, seine Frau Mirja und die Söhne Halifax und Rolf. Auch seine alte Freundin Marianne Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn ist aus ihrem Domizil in Salzburg angereist, die 84-Jährige hält sich wacker im Getümmel. "Ich habe meinen eigenen Galeristen dabei", verrät die Mamarazza, die wie gewohnt ihre eigene Kamera mitgebracht hat, um ihre gefährlichen Schnappschüsse zu machen.

Die schönste Geschichte erzählt Sachs' Freund Claus Jacobi, früher Chefredakteur beim Spiegel, heute Bild-Kolumnist mit einer Schwäche für St. Tropez und die schönen Dinge des Lebens. "Gunter war der erste, der Andy Warhol Anfang der siebziger Jahre nach Europa gebracht hat und eine Ausstellung in seiner Galerie organisierte. Kein Mensch hat ein Bild gekauft - und weil ihm die Sache peinlich war, kaufte Gunter schnell die Hälfte der Bilder. Die sind heute natürlich ein Vermögen wert."

Nicht ganz so wertvoll, aber nicht ganz billig sind die Bilder des Illusionskünstlers Gunter Sachs, der das Münchner Siegestor als irreal blau schimmerndes Kunstwerk zeigt und aus der Wüste von Namibia einen weiblichen Bauch zaubert. Immer auf der Suche nach der perfekten Form. 33 Exemplare verkauft er in der Regel von jedem Motiv, die Preis liegen im vierstelligen Bereich. Verleger Florian Langenscheidt hat schon früher ein paar von ihnen gekauft, und in der Wohnung von Duzfreund Claus Jacobi hängt natürlich eines der Werke. Claudia Schiffer, stark verfremdet als blonde Französin, die im grellen Rot des Plakats verschwindet.

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(SZ vom 17.6.2004)