Vom Playboy zum preisgekrönten Künstler: Längst hat sich Gunter Sachs als Fotograf einen Namen gemacht. Bei der Eröffnung seiner Foto-Ausstellung zeigte der 71-Jährige, dass er neben dem Umgang mit Motiv und Auslöser auch einiges von Selbstinszenierung versteht.
Dieser Abend ist Schwerstarbeit für ihn. Mindestens so kräfteraubend wie ein Fotoshooting mit seinen Models, die hier - in aufreizenden Posen liegend oder sitzend - auf großformatigen Bildern an den Wänden hängen.
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Erst mal muss Gunter Sachs in der Galerie für Zeitgenössische Kunst am Platzl jede Menge Hände schütteln, Bussis verteilen. Alte Freunde, treue Käufer und neugierige Prominente wie Petra Schürmann, Schauspielerin Cosima von Borsody, Anja Kruse oder Friedrich von Thun: Sie alle sind gekommen, um eine Gesellschafts-Legende zu besichtigen. Und um sich im Glanze von Gunter Sachs zu sonnen, der einst als Ehemann von Brigitte Bardot die Titelseiten der Klatschblätter füllte und längst schon ins Feuilleton abgewandert ist. Als ernstzunehmender, preisgekrönter Künstler, der für Modemagazine, in der Werbung, als Filmemacher oder Galerist gearbeitet hat.
Nach einem kurzen Rundgang durch die überhitzten Räume muss der 71-Jährige stramm stehen für die Fernsehreporterinnen, die vom Meister etwa eine Antwort auf die Frage erwarten, was für ihn weibliche Schönheit sei. "Frauen sind einfach interessanter. Das kann man in ein paar Sätzen nicht erklären", sagt er, schon leicht genervt vom Versuch, ihm altersweise Sentenzen zu entlocken. "Ich bin nicht im Kindergarten, und bitte fotografieren Sie mich nicht von unten, das sieht schrecklich aus!", poltert er.
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