Forstenried Wünsche mit Muscheln

Sand aus Fuerteventura: Für die Grundsteinlegung brachten die Kinder Urlaubserinnerungen mit und viele gute Wünsche. Die Grundsteinlegung markiert den Endspurt der Erweiterung der Neuen Freien Waldorfschule.

(Foto: Catherina Hess)

Freie Waldorfschule: Der letzte Bauabschnitt beginnt

Von Annette Jäger, Forstenried

Es war ein ganz besonderer Grundstein, den die Schüler, Lehrer, Eltern und Planer der Freien Waldorfschule München-Südwest am Samstagnachmittag gelegt haben: Ein Pentagon-Dodekaeder, ein Körper aus zwölf Fünfecken. In den Hohlraum des metallenen Körpers deponierten sie auf wertvollstem nepalesischem Papier festgehaltene Wünsche für den neuen Schulbau. Dazu kamen noch Sand und Muscheln - Mitbringsel der Schüler vom letzten Sprachaufenthalt auf Fuerteventura. Die Grundsteinlegung markiert den letzten großen Bauabschnitt zur Vollendung des Schulkomplexes an der Züricher Straße in Forstenried.

Schritt für Schritt wächst die Waldorfschule München-Südwest auf dem ehemaligen Volksfestplatz. Das orange-farbene Gebäude mit Grundschule und Mensa steht seit 2014. Direkt gegenüber wächst jetzt der Neubau: Die Turnhalle, die in etwa einem Jahr fertiggestellt sein soll und deren Grundmauern schon stehen. Dort werden auch Teile der Verwaltung untergebracht werden. Zudem wird ein Riegel entlang der Züricher Straße folgen mit weiteren Schulklassen, in denen der gymnasiale Teil der Waldorfschule unterkommen soll. Der Bauantrag ist bereits eingereicht, der Baubeginn ist für nächstes Jahr geplant. Als letztes wird dann der große Saal folgen, der auch als Theater dienen wird. "Die Waldorfschule befindet sich im Aufbau", erklärt Enzio Ziegler, Lehrer an der Schule. Im Moment führe sie zehn Klassen, jedes Jahr komme eine hinzu. Ist die Schule fertiggestellt, wird sie von bis zu 450 Schülern besucht werden. Das soll voraussichtlich im Jahr 2021 sein. Dann führt sie 13 Klassen und bietet die Möglichkeit, die Mittlere Reife und das Abitur zu machen, alles unter dem Dach der Waldorfpädagogik und entlang des Menschbilds Rudolf Steiners. Die Schüler kommen schon jetzt aus allen Himmelsrichtungen nach Forstenried: aus dem Stadtzentrum, aus dem Würmtal, aus Pasing, Neuhausen und Obermenzing und, in Richtung Osten, aus den Gemeinden jenseits der Isar.

Im Jahr 2010 wurde die Waldorfschule offiziell gegründet. Es ist eine besondere Bauinitiative, an der viele mitwirken, betont Architekt Johann Müller-Hahn: Der von der Schule gegründete Baukreis, der Vorstand der Schule, aber auch Schüler, Lehrer, Eltern engagieren sich, bringen ihre Wünsche und Ideen ein. "Es ist ein Gemeinschaftswerk." Die Baustelle, auf die die Schüler derzeit blicken, empfinden sie und ihre Lehrer kaum als Last. Im Gegenteil: Die dritte Klasse binde die Baustelle sogar in den Unterricht ein und arbeite an einem Hausbauprojekt.