Von Petra Schnirch

Der Flughafen München hat sieben Mitarbeitern fristlos gekündigt - weil sie sich an einem Warnstreik beteiligt haben.

Ein Großteil der nach einem Warnstreik angedrohten Entlassungen beim Bodenpersonal ist vom Tisch. An sieben fristlosen Kündigungen will die Flughafen München GmbH (FMG) aber festhalten. "Verdi wird gegen jede einzelne kämpfen", sagte Jürgen Emmenegger, Projektsekretär der Gewerkschaft am Flughafen.

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In fünf Fällen sieht die FMG von einer Kündigung ab, weil die Betroffenen seit mehr als 15 Jahren im Unternehmen sind. Archiv-Bild: Eine Streikkundgebung am Münchner Flughafen. (© Foto: ddp)

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Die Begründungen hält er für "absurd". Wie berichtet, war über 90 Mitarbeitern im Bodenverkehrsdienst mit Kündigung gedroht worden, weil der Warnstreik vor zwei Wochen nach Ansicht der FMG illegal war. Die Gesellschaft beruft sich auf ein Urteil des Arbeitsgerichts. Das hat vorerst aber nur entschieden, dass weitere Aktionen rechtswidrig wären, der Warnstreik selbst ist Gegenstand eines Hauptsacheverfahrens.

"Juristisch auf wackeligen Beinen"

Die FMG wisse, dass die Kündigungen "juristisch auf wackeligen Beinen stehen" und habe den Großteil zurückgezogen, sagte Emmenegger. Mit einigen exemplarischen Fällen wolle man Belegschaft und Gewerkschaft unter Druck setzen. Die angeführten Begründungen seien nicht haltbar. So seien vier Mitarbeiter der FMG-Tochter "Aeroground" davon betroffen.

Die FMG argumentiert, dass diese nicht zum Streik aufgerufen worden seien. Verdi sieht dies anders: Die rund 30 Beschäftigten arbeiteten im Gemeinschaftsbetrieb mit dem Bodenverkehrsdienst der FMG und würden durch den gleichen Betriebsrat vertreten, sagte Emmenegger.

Drei weitere Mitarbeiter, die dem Betriebsrat angehören oder für diesen kandidieren, erhielten laut Verdi die Kündigung, weil ihnen "Rädelsführerschaft" und "Missbrauch von Betriebsmitteln" vorgeworfen wird. So habe ein Fahrer seinen Bus abgestellt und den Schlüssel mitgenommen, um dem Aufruf zu folgen, schilderte der Verdi-Projektsekretär.

"Aber was hätte er denn tun sollen?" Er könne den Schlüssel ja nicht stecken lassen. In fünf Fällen sieht die FMG von einer Kündigung ab, weil die Betroffenen seit mehr als 15 Jahren im Unternehmen sind, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Sie erhielten eine Abmahnung.

Gegen Verdi habe man Klage auf Schadensersatz beim Arbeitsgericht eingereicht. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Josef Wolf bedauerte, dass die Beschäftigen die Folgen des Streits zwischen Verdi und FMG ausbaden müssten. Er bezeichnete den Streik-Aufruf der Gewerkschaft als "nicht nachvollziehbar".

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(SZ vom 03.06.2009/pfau)