Von Christina Warta

Die Cineastenwelt feiert sich selbst und Edmund Stoiber - und Ministerpräsident Günther Beckstein gibt ein sehr ordentliches Debüt.

Und dann legte Günther Beckstein los.

Ferres und Lauterbach. (© Foto: Christina Maria Berr)

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Die Reden waren gehalten, die Musiker griffen nach ihren Instrumenten. Und der Ministerpräsident ging eilig zurück an den Tisch im Zentrum des Ballsaals, reichte seiner Gattin Marga die Hand und führte sie auf die Tanzfläche.

Der Eröffnungswalzer erklang, und schon drehten sich die Becksteins im Dreivierteltakt, neben ihnen wiegten sich Gastgeber Steffen Kuchenreuther, der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), und seine Frau Soo Leng. Wie also hat sich Günther Beckstein bei seiner Premiere als Schirmherr des Deutschen Filmballs geschlagen? Die Antwort lautet: äußerst ordentlich.

Denn das Parkett der Münchner Gesellschaft, das der Filmbranche zumal, ist ein glattes. Das dürfte allerdings auch für die Politik gelten, und so nahm es Beckstein mit einem stoischen Lächeln hin, dass bei seiner Namensnennung in Kuchenreuthers Eröffnungsrede zwar Applaus aufbrandete, bei der Begrüßung seines Vorgängers Edmund Stoiber dagegen Jubelschreie und Bravo-Rufe durch den Saal schallten.

Dem ehemaligen Ministerpräsidenten war die laute Zuneigung der Filmleute sichtlich Balsam auf seine Wunden: Mit breitem Lächeln nahm er die Huldigungen entgegen, nickte in die Runde und vergaß später nicht, zu betonen, dass dies übrigens schon sein 30. Filmball sei.

Für seinen Nachfolger Beckstein dagegen war es der erste, und er absolvierte dieses gesellschaftliche Ereignis mit der ihm eigenen, stets etwas erstaunten und doch unerschrockenen Art. Denn ein Schwärmer ist Beckstein nicht, auch kein Experte für blumige Formulierungen.

Lieber versicherte er den rund 1000 Film- und Fernsehschaffenden, dass "meine Regierung alle Anstrengungen unternimmt, dass München das Mekka des deutschen Films bleibt". Worte wie diese hört man in der Branche natürlich gerne, ebenso lieb wäre den Filmleuten aber vermutlich einer, der zu solchen Bekenntnissen ein bisschen Show, zumindest aber etwas Glamour mitliefert.

Doch dafür ist Beckstein nicht der Richtige, was er hinterher auch selbst zugab: "Das ist nicht meine Welt", sagte er, "aber ich habe unendlich viel Respekt vor den Menschen, die so viel Begeisterung schaffen können."

Zu jenen Menschen gehört natürlich Michael Ballhaus, der erfolgreichste deutsche Kameramann, der am Freitagabend bei der Verleihung des bayerischen Filmpreises von Beckstein mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet worden war. Beim Filmball nahm er mit Schwester Ulla am Tisch des Ministerpräsidenten Platz, gemeinsam mit Wirtschaftsminister Michael Glos und Schlagerproduzent Ralph Siegel.

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