Brände löschen, Menschen retten, Tiere bergen: Die Männer und Frauen in Schwarz-Gelb rückten 2007 fast 59.000 Mal aus. Eine Bilanz - und die spektakulärsten Einsätze in Bildern.
Ein im Kamin gefangener Mann, ein Papagei, der sich verirrt hat und bei der Feuerwehr anklopft, ein Klein-Lkw, der durch die Luft fliegt und nur Zentimeter neben der vorbeirauschenden U-Bahn landet: Auch 2007 gab es für die Münchner Feuerwehr einige kuriose Einsätze.
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Insgesamt fast 59.000 Mal rückten die Männer in schwarz-gelb aus, um Brände zu löschen, Leben zu retten oder Mensch und Tier aus misslichen Lagen zu befreien. 2007 war aber auch das Jahr der Zukunftsmusik. So plant die Feuerwehr auf einem gut 12000 Quadratmeter großen Areal an der Heßstraße ein Katastrophenschutzzentrum samt neuer Feuerwache und Integrierter Leitstelle.
"Was ist Ihnen die Münchner Feuerwehr am Tag so wert?" - KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle stellt die Frage bei der Jahrespressekonferenz der Münchner Feuerwehren in den Raum und schiebt den Schnäppchen-Preis gleich nach: "Die Wehren kosten den Bürger pro Tag 20 Cent." Dafür stehen allein in einer Schicht täglich 350 Männer und Frauen der Berufsfeuerwehr parat - rund um die Uhr. Insgesamt beschäftigt die Stadt 1700 hauptamtliche Feuerwehrleute. Hinzu kommen 900 Frauen und Männer, die sich in München bei den Freiwilligen Feuerwehren engagieren. All ihre Einsätze werden von der Integrierten Leitstelle koordiniert. Hier liefen im letzten Jahr pro Tag etwa 2550 Anrufe ein.
Von den jährlich etwa 59000 Einsätzen und Hilfe-Ersuchen mussten die Feuerwehren 2007 gerade mal 1866 mal ausrücken, um Brände zu löschen. So etwa am 25. April in die Nymphenburger Straße. Dort stand der Dachstuhl eines 1902 erbauten Wohn- und Geschäftshauses in Flammen. Rund 120 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen, lotsten die Bewohner des denkmalgeschützten Hauses ins Freie und betreuten sie in zwei Großraumrettungswagen. Am Ende blieb ein Schaden von 1,2 Millionen Euro - und ein vom Einsturz bedrohtes Haus.
Kurzzeitig obdachlos wurden auch die Bewohner eines Hauses in der Orleansstraße in Haidhausen: Im ersten Stock brannte am 7. Dezember kurz vor Mitternacht eine Wohnung komplett aus. Wegen der starken Hitze- und Rauchentwicklung war mehr als 30 Mietern der Fluchtweg durch das Treppenhaus abgeschnitten. Die Feuerwehr konnte mit Hilfe von Rettungshauben und Drehleitern alle Bewohner, darunter zehn Kinder, in Sicherheit bringen.
Den Löwenanteil der Feuerwehreinsätze machten auch im vergangenen Jahr die Rettungsdienste aus. Knapp 38.000 Mal wurden die Notarztwagen und -Einsatzfahrzeuge zu Hilfe gerufen, darunter auch der Kindernotarzt und der Neugeborenen-Notarztdienst. Außerdem leistete die Feuerwehr über 17.000 Mal technische Hilfe. Das heißt, verletzte Personen wurden nach einem Unfall aus den demolierten Autos geschnitten, Tiere gerettet oder bei häuslichen Unfällen geholfen. Am 25. Juni beispielsweise schlug ein Blitz in einen Baum an der Zentralen Hochschulsportanlage in der Conollystraße. 13 Männer und Frauen, die bei einem Fußballspiel zuschauten, wurden verletzt. Am schlimmsten erwischte es drei junge Frauen, die unter dem Baum vor dem Gewitter Schutz gesucht hatten.
Austausch mit Freiwilliger Feuerwehr
Die Feuerwehr befasste sich mit internen Verbesserungen wie etwa einer Betriebs-Zertifizierung im Umweltschutz, schmiedete aber auch Pläne bis ins Jahr 2020. Wolfgang Schäuble, Leitender Branddirektor bei der Berufsfeuerwehr, legte dem Stadtrat bereits ein Konzept vor. Das beinhaltet etwa, dass die Feuerwache 4 in Schwabing aufgegeben wird und auf ein 12136 Quadratmeter großes Areal an der Heßstraße umzieht. Hier sollen auch die Fahrzeuge für den Katastrophenschutz untergebracht werden und eine Integrierte Leitstelle, die auf dem neuesten Stand der Technik ist. "Die Stadt will den Grund zwischen Leonrad- und Lothstraße jetzt vom Bund kaufen", sagt Schäuble. Früher sei dort bereits ein Zentrum für Katastrophenschutz angesiedelt gewesen, mit Tiefbunkern für etwa 3000 Leute. Wunschtermin für den Umzug ist der Sommer 2012.
Außerdem soll die Feuerwache 7 an der Moosacher Straße weiter nordwärts ziehen, "weil dorthin die Stadt expandiert", meint Schäuble. Auch die Ramersdorfer Feuerwache 5 wird ihre "Filet-Lage" an der Ecke Anzinger Straße und Aschheimer Straße aufgeben - wegen starker Baumängel. Hier will man die neu zu erbauende Wache mit Zentralschreinerei weiter nach hinten in Nähe des Ostbahnhofs rücken. Zudem wurden 58 neue Fahrzeuge bewilligt - und zwar baugleiche Modelle für Berufsfeuerwehr wie Freiwillige Feuerwehr, "zum aktiven Austausch", wie Schäuble sagt. Denn in München ist auch die Freiwillige Feuerwehr eine recht rege, wie ihr Chef, Stadtbrandinspektor Rupert Saller, erklärt. "Von den Einsatzzahlen her liegen wir bayernweit auf Platz vier - und auf den Plätzen vor uns rangieren nur Berufsfeuerwehren."
- Bildergalerie Die spektakulärsten Einsätze in 2006 29.03.2007
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(SZ vom 04.04.2008/sma)
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