FC Bayern München Umstrittene Meisterfeier: Chaos mit Ansage in der Innenstadt

Schon am frühen Nachmittag wird der Marienplatz wohl dicht sein - dann werden auch die S-Bahnen nicht mehr dort anhalten.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Auf Wunsch des FC Bayern München ist die Meisterfeier in diesem Jahr am Samstag in der Münchner Innenstadt.
  • Die Händler sind sauer: Sie fürchten um ihre Einnahmen am umsatzstärksten Tag der Woche.
  • Schon in der Früh wird der Marienplatz abgesperrt, am frühen Nachmittag wird wohl kein Durchkommen mehr sein.
Von Jasmin Siebert

Am Samstagabend und nicht am Sonntag wie in den vergangenen Jahren lädt die Stadt den FC Bayern zur Meisterfeier auf den Rathausbalkon ein. Die Fußballer hätten sich die Verlegung gewünscht. "Die Feier am Samstag ist zwar aufwendiger, aber nicht unmöglich", sagt Stefan Hauf vom Presseamt der Stadt.

Die Händler in der Innenstadt, die sich vor Wochen bereits beschwert haben, finden die Pläne aber schon eher unmöglich - und legen nach mit ihrer Kritik: "Uns wird am Samstag, unserem eigentlich umsatzstärksten Tag, ein hoher sechsstelliger Betrag fehlen", kritisiert etwa Dieter Münch, Vorstand von Ludwig Beck.

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Bereits um neun Uhr morgens beginnen die ersten Einschränkungen. Aus Sicherheitsgründen werden in einem Radius von bis zu 300 Metern um das Rathaus Sperren errichtet, die je nach Andrang geöffnet werden. An allen Zugängen zum Marienplatz werden Taschen kontrolliert. Glasflaschen und Fahrräder sind verboten. Die Fußballer werden nach ihrem letzten Bundesligaspiel gegen halb acht eintreffen. Einen Autokorso wird es nicht geben. Grund ist das Street Life Festival rund um den Odeonsplatz, Ludwig- und Leopoldstraße sind deshalb abschnittsweise gesperrt.

Der Marienplatz wird nach Schätzungen der Organisatoren ab etwa 14 Uhr so voll sein wird, dass niemand mehr rein kommt. Dann werden S- und U-Bahnen ohne Halt am Marienplatz durchfahren, die Eingänge werden geschlossen. Die MVG appelliert an Fußballfans, die ins Stadion wollen, deutlich früher als üblich anzureisen. Sperrungen werden auch beim Stadtbus 132 und der Trambahnlinie 19 erwartet. Fans können nicht damit rechnen, nach dem Stadionbesuch noch auf den Marienplatz zu gelangen.

Aus dem Rathaus heißt es, dass das Sicherheitskonzept so gestaltet sei, dass je nach Andrang flexibel gesperrt werden wird. So werde auch der Zugang zu den Geschäften und Restaurants rund um den Marienplatz so lange wie möglich gewährleistet. Dieter Münch, Vorstand von Ludwig Beck, rechnet dennoch mit mehr als 40 Prozent Umsatzeinbußen.

Er kritisiert, dass die Innenstadt zur "Trutzburg" ausgebaut werde. Seine Mitarbeiter hätten Zutrittsbändel erhalten, um überhaupt ins Kaufhaus kommen zu können. Wolfgang Fischer vom Unternehmerverband City Partner kritisiert, dass alle Freischankflächen wegfallen und abgestellte Fahrräder entfernt werden sollen.

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