München löst Fahrspuren auf, um Platz für zusätzliche Radwege zu schaffen. Bei CSU und FDP regt sich bereits Widerstand - und die Autofahrer sind natürlich auch alles andere als begeistert.
Wann genau die Bagger rollen am Rotkreuzplatz, ist noch unklar. Aber Martin Hochleiter aus Neuhausen wartet bereits auf sie. Denn dann, da ist sich der selbstständige Kommunikationsberater sicher, wird sich bei den Bürgern Widerstand regen gegen die Pläne der Stadt München.
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Wer den Rotkreuzplatz mit dem Fahrrad quert, soll dies künftig auf einer Radlerspur tun - doch einige Anwohner sind skeptisch. (© )
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Die will am Rotkreuzplatz eine der drei bestehenden Auto-Fahrspuren wegnehmen und stattdessen zusätzliche Radwege bauen. Hochleiter und andere Anwohner befürchten, dass die Autofahrer auf Nebenstraßen ausweichen werden - und dort dann die Verkehrsbelastung steigt. "Wer sich auskennt, wird Schleichwege fahren", sagt Hochleiter.
Konflikte wie diesen wird es in den nächsten Monaten voraussichtlich verstärkt geben. Denn München plant noch an vielen anderen Stellen, den Radlern mehr Raum zu geben - in den meisten Fällen zu Lasten der Autofahrer. Die werden auf Fahrspuren oder zumindest Parkplätze verzichten müssen. Anders sei das Problem nicht zu lösen, erklärt Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne). "In der Stadt steht schlicht nicht endlos Platz zur Verfügung."
Zudem hat der selbsternannte "Radlbürgermeister" zuletzt den Druck auf die Verwaltung erhöht, endlich einige der "Engstellen" und Lückenschlüsse im Radwegenetz anzugehen und Lösungen zu präsentieren. Genau dort wird es aber zu Konflikten mit Anwohnern und Autofahrern kommen, erwarten viele im Rathaus.
Der Stadtrat hat vor der Sommerpause mehrheitlich dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, in der Kapuzinerstraße den Radlern mehr Platz zu geben. Auch dort soll Autofahren vom kommenden Jahr an eine Fahrspur weniger zur Verfügung stehen. Die CSU hatte diesen Vorschlag abgelehnt; sie fürchtet vor allem wegen des Lkw-Verkehrs "noch mehr Staus als jetzt schon", erklärt CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer. Ähnlich positioniert sie sich bei den anderen Engpässen. "Wir wollen den Radverkehr fördern - aber nicht zu Lasten anderer Verkehrsteilnehmer", sagt CSU-Fraktionschef Josef Schmid.
Streit wird es daher wohl auch um die Rosenheimer Straße geben. Im westlichen Teil der wichtigen Ausfallstraße zwischen Rosenheimer Platz und dem Müllerschen Volksbad lässt das Baureferat derzeit gerade einen breiten Radfahrstreifen anlegen - den Platz dafür gewinnt die Stadt dadurch, dass am Mittelteiler etwas weggeknapst wird. Östlich des Rosenheimer Platzes allerdings müssten wohl die Autos den Radlern Platz machen - eine Fahrspur dürfte dort wegfallen. "Eine schwierige Situation", sagt FDP-Fraktionschef Michael Mattar. Seine Fraktion will bis nach der Stadtratssommerpause eigene Vorschläge entwickeln - etwa eine Verlagerung des Radverkehrs in die Balanstraße.
Bei der Umgestaltung des Rotkreuzplatzes kündigt CSU-Mann Schmid schon mal an, sich die Vorschläge der Verwaltung genauer ansehen zu wollen. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hatte im Frühjahr einen Versuch gemacht und testweise eine der drei Spuren für Radler reserviert.
Nach Darstellung der Stadt hatten sich lediglich am Morgen kleinere Staus bis zum Winthirplatz gebildet - "diese haben sich aber relativ rasch aufgelöst", heißt es im KVR. Auch an den Kreuzungen der Nymphenburger Straße mit der Volkart- und der Lachnerstraße sowie an der Ecke Arnulfstraße/Renatastraße hätten die Verkehrszähler im Vergleich zum Vorjahr keine Steigerung des Verkehrsaufkommens beobachtet.
Anwohner Hochleiter glaubt das nicht recht und befürchtet dennoch Staus. Zusammen mit anderen Neuhausern will er eine ehemalige Bürgerinitiative wiederbeleben. Die hatte sich vor mehr als 15 Jahren erfolgreich gegen eine Komplettsperrung des Rotkreuzplatzes für den Autoverkehr zur Wehr gesetzt.
(SZ vom 24.08.2011/sonn)
Analyse des DFB-Kaders
Die neueste Antwort
teilen sich Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer weiterhín den Gehweg. Der Radweg kam weg, damit die Autos wenigstens 1 Spur haben, da man die Haltestelle so breit gemacht hat, dass die Autos mit Mühe noch eine Spur haben, Auf die Gleise können die Autos nicht ausweichen, wenn der Notarztwagen durch muss, da an der Seite der Gleise hohe Bordkantsteine angebracht sind. Dies hat zur Folge, dass der Notarztwagen sehr viel länger braucht, deswegen die Menschen länger in Lebensgefahr sind. Auf dem Bereich für die Fußgänger stehen Motorräder, Radl, und alles mögliche, die Fußgänger müssen auf den Radteil ausweichen. Wenn sie dies machen, werden sie von den Radfahrern beschimpft.
Nein, ich bin nicht überfordert, aber eine ganze Gruppe von Radfahrern verhindert, dass man zum Bus kann und ist auch noch schadenfroh, dass er einem wegfährt.
Ein weiteres Beispiel: In der Agnes-Bernauer-Str. teilen sich zur Zeit Fußgänger und Radfahrer den Gehweg. Die eine Hälfte ist für Fußgänger, die andere für Radfahrer. Wenn man als Fuißgänger geht, einem Rollstuhlfahrer ausweichen muss und dann vom Radler fast umgefahren und beschimpft wird, ist das eine etwas schwierige Situation. Auf dieser Höhe in der Agnes-Bernauer-Str. ist ein München-Stift (Pflegeheim), den Gehweg teilen sich Radler, Fußgänger, Rollstuhlfahrer, skate-board-fahrende Kinder. Die Radler liefern sich Wettrennen. Eine Kindertagesstätte ist auch noch in der Nähe. Übrigens, die Autofahrer haben in jede Richtung nur eine Spur, da die Gleise für die Tram erneuert werden. Das dauert und dauert. Ursprünglich hieß es, bis 12.09. soll alles fertig sein, aber so wirkt das nicht, als ob der Termin eingehalten werden kann. Es ist noch keine Besserung in Sicht.
"..Radlrambos trotz Fahrradweg auf der Straße..." ist -soviel ich weiss- mittlerweile erlaubt. Wieso unterstellen sie dann jemanden er sei ein Radlrambo? Wo bleibt da ihre Toleranz auf beiden Seiten?
Manches ausweichen auf die Fahrbahn hat schlichtweg damit zu tun, dass für die steigende Zahl von Radfahrern einfach zu wenig Platz zur Verfügung steht.
Beispiel Leopoldstrasse:
6 Fahrstreifen für Autos, 1 Busspur, 2 Streifen für Autos parkend, 2 Radwege ca. jeweils 1m breit (min. einen halben Meter ist nicht nutzbar wegen aufgehenden Autotüren), 2 Gehwege ca jeweils 3m breit.
Noch Fragen?
Zum Thema Hunde anfahren:
Auf einen breiten "Allgemeinweg" in den Isarauen fallen morgendlich besonders Hundehalter auf, die ihren unerzogen Köter kreuz und quer zum Sch.. laufen lassen - natürlich ohne Leine versteht sich. Habe noch nie einen angefahren (wenn dann müsste man die Halter anfahren - der Hund kann ja nichts dafür), wurd aber schon von zwei angefallen plus diverse riskante Ausweich-Bremsmanöver. Aber das nur nebenbei..
Und manche sind aufs Rad angewiesen um in die Arbeit zu kommen - stellen sie sichs vor..
ja, gehen Sie mal an die Isar (Wittelsbacher Brücke Richtung Tierparkbrücke).. würde ich von jedem fussgänger, der unten am Radweg spazieren geht, 1 Euro bekommen..ich bräuchte nicht mehr zu arbeiten.. klar, die 5m weiter oben auf dem Deich gäbs ja einen Fussgängerweg.. aber da kann man nicht so schön guggen... also mal halblang...
Ergo: Deppen gibts überall..
Fahre ich mit dem Rennrad auf de Strasse, heisst es ich behindere die Autos (obwohl ich durchaus schneller bin wie ein Mofa/Roller) - fahre ich auf dem Gehweg, bin ich dann der Radlrambo, der nur rumheizt..
Ich würde mich ja gern in Luft auflösen, um niemanden der Mimöschen Autofahrer oder Fussgänger zu nahe zu treten - aber bislang bin ich bei dem Trick auf ganzer Linie gescheitert..
Radlhauptstadt München? Hochleistungsradlfahrer haben wir in der Verwaltung genügend.. nach oben buckeln, nach untern treten.. und dabei unproduktives von sich gebend...
Kann es sein, dass Sie mit der Teilnahme am normalen Straßenverkehr etwas überfordert sind? Dann ist es zumindest löblich, dass SIe mit dem Bus fahren...
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