Kaum hat die Radlsaison begonnen, steigen die Polizeikontrollen wieder sprunghaft an. Der ADFC übt Kritik: Oftmals wollen die Ordnungshüter nur abkassieren.
Endlich ist es Frühling, die Sonne scheint, die Bäume schlagen aus. Der Münchner, von Natur aus ein Frischluftfanatiker und Freizeitsportler, freut sich und holt sofort seinen Drahtesel aus der Garage. Er schwingt sich gutgelaunt auf sein Radl und fährt los. Doch plötzlich steht ein uniformierter Mann vor ihm und fordert ihn mit Hilfe einer Kelle auf, anzuhalten. "Stopp! Polizei!", sagt der Freund und Helfer. "Wissen Sie, warum wir Sie aufhalten?"
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Achtung Polizei: Kaum hat die Radlsaison wieder begonnen, müssen Münchens Radler mit Verkehrskontrollen rechnen. (© Foto: Rumpf)
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Verwundert blickt sich der Münchner um. Ist wirklich er gemeint? "Was ist denn los? Hab ich etwas falsch gemacht?", fragt er. Und schon treffen ihn die Worte des Ordnungshüters wie eine Mords-Watschn: "Bei Rot über die Ampel, das macht 100 Euro und einen Punkt."
Diese Situation ist schon vielen Münchnern passiert, alleine im Jahr 2008 waren es laut Münchner Polizei 21.337 Radler, die aufgehalten wurden und blechen mussten. Das geht schneller, als man denkt. "In München ist die Polizei besonders scharf bei den Kontrollen", sagt Hannes Bojarsky, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) München e. V.
"Die Beamten wissen außerdem genau, an welchen Stellen die Radler leichtsinnig sind. Da stellen sie sich dann besonders gerne hin und kassieren ab." Beispiele für beliebte Kontrollstellen sind etwa die Fußgängerampel am Oberanger oder die Kreuzung Ludwigstraße Ecke Akademiestraße.
Doch der Polizei geht es nicht nur ums Abkassieren. Als Fahrradfahrer habe man schließlich keine Knautschzone und sei im Straßenverkehr deshalb umso gefährdeter, ist meist die Auskunft der Verkehrspolizisten, wenn sie einen Radler bei einem Verstoß erwischen.
Nicht nur das übersehene Rotlicht kostet Geld. Wer eine Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung befährt, muss mit 15 bis 25 Euro rechnen, je nachdem, ob er andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gar gefährdet hat. Sollte er einen Unfall verursachen, werden 30 Euro fällig.
Auch die Fußgängerzone und Gehwege sind Tabuzonen für Fahrradfahrer. Wird man mit seinem Zweirad trotzdem in den Fußgängerbereichen radelnd erwischt, kostet das zehn bis 25 Euro, je nach Gefährdungsgrad.
Ebenfalls verboten ist das Fahren entgegen der Fahrtrichtung auf dem Radweg. Ein Münchner Klassiker ist hier das Stück auf der Ludwigstraße zwischen Geschwister-Scholl-Platz und Schellingstraße: Radler, die aus dem Englischen Garten kommen und in die Maxvorstadt wollen, fahren den kurzen Abschnitt kurzerhand entgegen der Fahrtrichtung, obwohl das verboten ist.
Das weiß auch die Polizei und kontrolliert an dieser Stelle besonders gerne. Los geht der Strafzettel hier bei zehn Euro, bei Behinderung anderer kostet es 20 Euro, bei Gefährdung anderer 25 Euro und bei einem Unfall gar 30 Euro.
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Die neueste Antwort
Bitte die Schwachen stärken, anstatt sie mit Punkten und Kosten zu bestrafen.
München als Radfahrerstadt, davon sind wir in der Polizeistadt noch weit entfernt.
Jede RadfahrerIn weiss um Verletzlichkeit und Gefahr, und im Gegensatz zu Autofahrern z. B. sind die Sinne wach- alleine schon durch den Anspruch der Gleichgewichtsleistung an das Gehirn.
Eine rote Fussgängerampel überradeln, morgens um halb acht-
eindeutig stehen die Polizisten an einem Ort, an dem eine Regelung für Zweiradverkehr vonnöten ist.
Hier ist doch ganz klar, dass Radler schnell mal zur Kasse gebeten werden können und die unendliche Zahl von Polizisten somit gegenfinanziert wird.
Die Stellen mit der besten Einnahmerate verweisen auf planerische Misstände, die müssen entschäft werden: Wege erschliessen.
Das was man im Automobilzeitalter für laute teure spritfressende Karren an Infrastruktur aufgebaut hat, kann man jetzt beginnen für Räder entstehen zu lassen.
Billig ist es mit Strafen anzufangen, die zu grossen Teil aus nicht gelösten Problemen oder aus nicht geahndeten Vergehen der Motorlobby rühren.
Radler sind flexibel, verletzlich, umweltfreundlich und der neue Markt für die Minderung von Staatsdefiziten.
Wie wäre es mit Abwrackprämien für gefährliche Kreuzungen?
Dass der Autofahrer beim Unfall stets der unschuldige Böse ist, halte ich für ausgemachten Schwachsinn und realitätsfern.
Ich erinnere mich noch gut an die Frau, die angeblich von der Sonne geblendet(!!!) einen Radfahrer getötet hat, sowie den LKW-Fahrer, der beim Abbiegen nicht richtig hingeschaut hat.
Beide wurden zu lachhaften Geldbußen verurteilt, obwohl sie durch ihr grob fahrlässiges Verhalten einen Menschen auf dem Gewissen haben.
Genauso naiv ist es zu glauben, dass strengere Kontrollen irgendwas zum Positiven hin ändern. Außer einer zunehmend aggressiven Grundstimmung gegenüber der Polizei bringt es gar nix.
Verbessern wird sich die Sitation erst, wenn man im München Zentrum (d.h. innerhalb vom mittleren Ring) halbwegs gefahrlos mit dem Rad fahren kann.
Solange ich aufgrund gefährlicher Verkehrsführung hellseherische Fähigkeiten benötige um vorauszuahnen was der Autofahrer neben mir als nächstes machen wird, solange fahre ich als Radlfahrer lieber dort wo es für mich und andere ungefährlich ist und das ist in München leider selten der legale Radweg. Wer glaubt dass diese Art der Spießrutenläufe Spaß machen, der irrt sich gewaltig.
Nur an der Wurzel angepackt wird man den Problemen Herr werden können! In einem Asphaltdschungel wie München ist das zugegebenermaßen keine leichte Aufgabe.
Völlig unverständlich, wieso sich jemand darüber aufregt, dass es für das Fahren bei Rot oder das Fahren entgegen der Einbahnstraße eine Geldbuße gibt. Warum sollte es hier für Radler andere Regeln geben als für Autofahrer ? Im Gegenteil: im Vergleich zu den Autofahrern zeichnen sich Münchener Radler oft durch besonderen Schwachsinn im Straßenverkehr aus, deswegen sollten sie noch viel strenger und härter kontrolliert werden. Am Ende ist es dann nämlich wieder der "böse Autofahrer", der den Radler ins Krankenhaus gebracht hat, als dieser bei Rot über die Ampel ist...Deswegen: lieber mehr Radler-Kontrollen als weniger !!!
Hallo zusammen,
hat jemand ein Patentrezept gegen Radwegparker?! Kann man diese Anzeigen, Fotografieren auf Websites stellen oder Flyer dranheften um so eventuell mal ein Umdenken anzustoßen?! Hat irgendjemand Infos oder eine Website die entsprechende Schritte einleitet, oder beschreibt?!
Schönen Gruß von einem militanten Radfahrer!
Das passt nicht zo Direkt in das Bild das Muenchen Fahrrad Metropole nr1 werden woll. Bessere Ideen auf www.muenchenierung.tk
Paging