Josef Wilfling blickt in seinem Buch in die Abgründe der menschlichen Seele. Mit denen ist er als Ex-Chef der Münchner Mordkommission vertraut.
"Zum Bettenaufschüttler werd' ich bestimmt nicht mutieren." Genau ein Jahr ist es her, dass Josef Wilfling diesen Satz in seinem heimischen Wohnzimmer geknurrt hat, aus Anlass seiner Pensionierung. Bloß nicht nach 42 Jahren im Polizeidienst in Trägheit verfallen, dachte sich der ehemalige Chef der Münchner Mordkommission.
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Nach 42 Jahren Dienst schildert Josef Wilfling jetzt seine Erlebnisse bei der Münchner Mordkommission in einem Buch. (© Foto: Stephan Rumpf)
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Trägheit, eine der sieben Todsünden aus der Bibel, sinnierte er. Und schon war die Idee da: Die Todsünden sind den Motiven, warum Menschen morden, ziemlich ähnlich. Wilfling setzte sich hin und schrieb.
Heraus kamen 320 Seiten, auf denen der ehemalige Ermittler in die "Abgründe" der menschlichen Seele blickt, sieben authentische Fälle schildert, die er selbst bearbeitet hat. Nächste Woche geht der 63-Jährige mit seinem Erstlingswerk auf Deutschland-Lesetour.
Während Matthias A. mit einem Gewehrkolben auf den am Boden liegenden Rentner eindrischt, springt seine Freundin begeistert durch die Wohnung, hüpft freudig auf der Couch auf und ab und schreit: "Schlag ihn tot, die Drecksau, schlag ihn tot!"
Als das Opfer schwerstverletzt röchelt, "sein Kopf ein einziger blutiger Klumpen", rammt die Frau ihm mit aller Kraft einen Besenstil in den Hals. "Grausamkeit", mit diesem Titel ist das Kapitel überschrieben, in dem Wilfling den Besenstiel-Mord beschreibt.
Detailliert und für Zartbesaitete weniger geeignet, "das Leben ist so brutal", sagt Wilfling dazu. Er habe Fälle ausgewählt, die "jenseits der Vorstellungskraft liegen". Wo erfahrene Ermittler am Tatort stehen und einer sagt: "Das gibt's doch gar nicht."
Gibt es doch. Spannend und in prägnanter Sprache schildert Wilfling etwa den Fall einer gut situierten Dame, die offenbar von langer Hand den Tod ihres Ehemannes minutiös geplant und vorbereitet hatte, inklusive der Einbeziehung ihres illustren Damenstammtisches, "wo alle zusammengehalten haben".
Die Täterin wurde nicht wegen Mordes verurteilt, das Gericht wertete die Tat als Totschlag. Die Mordermittler hätten damals als juristische Laien das Mordmerkmal Heimtücke zu erkennen geglaubt. "Aber ich bin kein Jurist und ich beneide die Richter nicht", sagt Wilfling. Die Darstellungen in dem Buch seien allein seine Sicht der Dinge, "so wie ich es erlebt habe".
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vielleicht werden die deutschen Krimis dann mal etwas besser und subtiler verfilmt, das ist ja nur noch dröge, auch der Tatort ist nur noch Rumgefuchtelei mit Pistolen aber ohne Spannung bei der Aufklärung
ich habe mir das buch gekauft .es ließt sich sehr gut und ist auch interressant.der autor hinterlässt bei mir den eindruck ,das er seinen humor nicht verloren hat .ich frage mich ob ein echter ermittler noch zeit hat für ein privatleben hat .
man muß das buch aus sicht des autors sehen .