München Experten entschärfen 250-Kilo-Fliegerbombe

500 Pfund schwer, 130 Zentimeter lang: Diese Fliegerbombe konnte in Berg am Laim entschärft werden.  

(Foto: Daniel Hofer; Mirjam Hauck)

Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Dienstag im Münchner Stadtteil Berg am Laim für Aufregung gesorgt und den öffentlichen Nahverkehr beeinträchtigt. Am Nachmittag haben Experten sie entschärft.

Die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe, die bei Bauarbeiten im Münchner Stadtteil Berg am Laim am Dienstag entdeckt wurde, ist entschärft worden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Bombe stammt aus dem Zweiten Weltkrieg, sie musste nicht gesprengt werden, sondern wurde von Experten der Sprengmittelbeseitigung entschärft.
  • Die Verkehrssperren rund um den Fundort der Bombe wurden aufgehoben. Betroffen waren der Bereich zwischen Truderinger Straße, St.-Veit-Straße, Hansjakobstraße und Baumkirchner Straße.
  • Die Bewohner der rund um den Fundort evakuierten Gebäude dürfen wieder zurück in die Häuser.

Bombe unschädlich gemacht

Gefunden wurde die Bombe um 8.30 Uhr am Dienstag. Ursprünglich sollte sie bereits um zwölf Uhr entschärft werden, doch wegen schleppender Evakuierungen kam es zu Verzögerungen. Mit der Entschärfung wurde um 13.45 Uhr begonnen. Wie die Feuerwehr mitteilte, dauerte sie über eine Stunde, bis 14.54 Uhr. Es habe keine Komplikationen gegeben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Die Fliegerbombe ist amerikanischer Herkunft. Sie ist etwa 130 Zentimeter lang, hat einen Durchmesser von 45 Zentimetern, verfügt über zwei Zünder und ist mit 120 Kilogramm Sprengstoff (TNT) bestückt. Sie lag in 60 Zentimetern Tiefe in einem Kiesbett.

Anwohner wurden in Sicherheit gebracht

Evakuiert wurden die direkt an den Fundort angrenzenden Gebäude an der Hansjakob-/Ecke St.-Veit-Straße. Insgesamt waren circa 1000 Personen davon betroffen, darunter zwei Kindergärten mit 60 Kindern, eine Mittelschule mit 370 Schülern und drei Großbetriebe mit rund 500 Mitarbeitern. 600 Meter um den Fundort herum wurde eine Absperrung errichtet. Auch das etwa einen Kilometer entfernte Hochhaus der Süddeutschen Zeitung wurde sicherheitshalber evakuiert.

Das größte Problem für die Einsatzkräfte sei die "geringe Kooperationsbereitschaft einiger Anwohner" gewesen, sagte Christian Kaiser, Sprecher der Münchner Feuerwehr. Erst kurz vor der Entschärfung habe man ein älteres Ehepaar entdeckt, das in unmittelbarer Nähe zum Fundort der Bombe auf seinem Balkon bei Kaffee und Kuchen saß - und sich von dort aus die Entschärfung ansehen wollte.

Öffentlicher Nahverkehr beeinträchtigt

Bei der U-Bahnlinie U2 und der Trambahnlinie 19 wurde laut Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) der Betrieb unterbrochen. Bei den Bussen waren die Linien 146 und 185 von Einschränkungen betroffen. Auch S-Bahnen fielen aus, etwa die S8 zum Flughafen, und rund um das betroffene Gebiet die S2 und die S 4.

Am Ostbahnhof mussten viele Fahrgäste in Richtung Trudering auf Busse und Taxen umsteigen. Der Andrang war dort zeitweise zu groß für den Schienenersatzverkehr, Informationen für die Fahrgäste rar. In der Mittagshitze bildeten sich lange Schlangen.

Bombenfund im Jahr 2012

Vor etwa einem Jahr, im August 2012, sorgte eine Fliegerbombe im Stadtteil Schwabing für Aufregung. Tagelang herrschte damals Ausnahmezustand in dem Viertel, weil die Bombe weder entschärft noch abtransportiert werden konnte und deshalb gesprengt werden musste. Dabei entstanden schwere Schäden an umliegenden Gebäuden. Im aktuellen Fall gehen die Einsatzkräfte nicht von derartigen Komplikationen aus.