Im Nahverkehr ist München Spitze. Eine europaweite ADAC-Studie gibt dem MVV "sehr gut" für Tempo und Information - die Tickets aber sind zu teuer
Gold für München: Während in Vancouver noch gekämpft wird, steht der Europa-Sieger in der Disziplin Nahverkehr schon fest. Der MVV hat bei einem internationalen Test als einziger Verkehrsverbund mit "sehr gut" abgeschnitten - Platz eins unter 23 Bewerbern.
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In Nahverkehr Spitze: München belegte bei einer europaweiten Studie Platz eins unter 23 Bewerbern. (© Foto: Schellnegger)
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Den Probe-Passagieren gefielen vor allem das hohe Tempo, mit dem Busse und Bahnen die Stadt durchmessen, der Umsteigekomfort und das Informationsangebot, vor allem auch im Internet. Weniger zufrieden waren sie mit den Fahrpreisen, die im europaweiten Vergleich einfach zu hoch seien. Ein weiteres Manko: MVV-Tickets sind nicht übers Internet oder per Handy zu erwerben.
Den "Euro-Test" in 18 Ländern haben der ADAC und seine 15Partner-Clubs organisiert - weil Mobilität, wie der ADAC-Vizepräsident für Finanzen, Arnulf Lode, betont, mehr sei als nur der Straßenverkehr. Untersucht wurden vor allem Hauptstädte, aber auch - wie im Falle Münchens - weitere große Metropolen in den untersuchten Ländern.
Berlin fehlt in dem Test. Das nun schon viele Monate andauernde S-Bahn-Chaos habe eine seriöse Beurteilung unmöglich gemacht, berichtet ADAC-Verbraucherschutzexperte Robert Sauter. Vorzeitig ausgeschieden ist auch Athen. Das dortige Informationsangebot sei derart lückenhaft, dass die vorhandenen Daten für die Test-Systematik nicht ausgereicht hätten. Zumal es unglaublich chaotisch zugehe im Schatten der Akropolis - unter anderem gebe es Haltestellen, die mehrere Namen gleichzeitig tragen.
Von solchen Zuständen ist der Sieger München weit entfernt. Sauter lobt vor allem den "hervorragenden" Internetauftritt, bei dem einfach "an alles gedacht" worden sei: eine ausgeklügelte Fahrplanauskunft mit Tarifrechner, ein Spezialservice für Behinderte sowie Mehrsprachigkeit. Die behindertengerecht ausgestatteten Haltestellen seien übersichtlich gestaltet, die Ausschilderung "sehr gut", und auch die vielen dynamischen Anzeigen ("27 zur Schwanseestraße in drei Minuten") hätten zum guten Abschneiden beigetragen.
Nahezu alle getesteten Verbindungen seien deutlich schneller als im europäischen Durchschnitt - übrigens auch die zwischen Hauptbahnhof und Flughafen, die in München selbst als dringend beschleunigungsbedürftig gilt. Und während in Bayerns Metropole die U6 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 30Kilometern pro Stunde durch den Untergrund rauscht, zuckelt durchs Zentrum des Testverlierers Zagreb eine Tram mit Tempo13.
Wenn nur der Tarif nicht wäre: Stolze 2,40Euro kostet in München eine einzige Stadtfahrt, monieren die Tester. In Amsterdam und Rom sei ein vergleichbares Ticket schon für einen Euro zu haben. "Das Preisniveau in München ist nicht so blendend", findet Sauter. Immerhin lohne es sich aber schon nach 27Fahrten, ein verbilligtes Monatsticket zu kaufen. In Madrid oder Barcelona sei dies erst ab 60Touren rentabel.
Die europaweite Preisspanne für (vergleichbare) Monatskarten ist riesig: von 20Euro in Warschau über 60Euro in München bis hin zu 111 Euro in London, das vor allem aus diesem Grund auf Rang 20 verbannt wurde. Übrigens scheint das MVV-Tarifsystem nicht so kompliziert zu sein, wie es die Münchner immer wieder monieren: Laut ADAC gibt es 18 Varianten für ein Monatsticket. Stammkunden in Lissabon hingegen müssen unter 70 verschiedenen Tarifangeboten entscheiden.
Die Ränge zwei und drei im Test belegen Helsinki und Wien, Schlusslichter sind Budapest, Ljubljana und Zagreb. In der kroatischen Hauptstadt, die als einzige ein "sehr mangelhaft" bekam, stellten die Probe-Passagiere schockiert fest, dass an vielen Haltestellen weder ein Name noch die Nummer der dort stoppenden Linie vermerkt war - von einem Fahrplan ganz zu schweigen. Aus deutscher Sicht ist der Nahverkehrs-Test ein großer Erfolg. Neben Spitzenreiter München finden sich auch Hamburg, Frankfurt, Leipzig und Köln unter den ersten zehn. Die Kritik am hohen Preis gilt aber, mit Ausnahme Leipzigs, für alle deutschen Kandidaten.
Damit die unterschiedlich großen Städte gerecht bewertet werden konnten, mussten die Automobilclubs eine komplexe Systematik erstellen. Um vergleichbare Fahrtrouten auszuarbeiten, wurden die Städte zunächst in Raster unterteilt (Zentrum, Innenstadt, Randstadt). Danach wurden, zu unterschiedlichen Uhrzeiten, je Stadt 85Verbindungen zwischen 31Haltestellen untersucht - "Reisezeit" bedeutet dabei die Durchschnittsgeschwindigkeit je Kilometer Luftlinie. Verspätungen spielten bei dem Test keine Rolle, erklärt Sauter. Da sie zufällig auftreten, sei ein seriöser europaweiter Vergleich nicht möglich.
(SZ vom 19.02.2010/wib)
Frauen in Saudi-Arabien
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"Können Sie mal bitte sagen, womit sie in München fahren?
Die S-Bahnen können es nicht sein. 20 Minuten Taktfolge, daran könnte man sich ja noch gewöhnen, wenn die Bahn dann nicht immer"
Also ich habe schon diverse Verkehrsmittel (U-Bahn, Tram, S-Bahn) in München benutzt und tatsächlich ist die S-Bahn auch einmal mit 90 Minuten Verspätung erst gekommen. Das war aber zu Zeiten vom Oktoberfest und da befanden sich wohl Personen auf der Strecke. Sowas kann vorkommen und ist kein Drama. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob die S-Bahnen jetzt tagtäglich zu spät kommen, aber auch das kann bei einem so grossen und dichten Streckennetz vorkommen. Woanders sieht es aber auch nicht besser aus. Berlin, Hamburg, Ruhrgebiet, Frankfurt, Stuttgart sind da auch nicht besser aufgestellt, da herrscht teilweise auch das blanke Chaos im Berufsverkehr und wenn dann mal 2 cm Schnee liegen oder Frost herrscht, dann geht meist gar nichts mehr. Also es ist sicherlich möglich, dass in München auch nichts alles Gold ist, aber es ist auch nicht alles so schlecht, wie es hier von vielen gemacht wird.
Es wurde wieder mal bewiesen, daß der ADAC keine Ahnung vom ÖPNV hat, deshalb sollte er solche Studien nicht weiter verbreiten.
Es kommt nicht auf die Fahrgeschwindigkeit des Verkehrsmittels an, sondern auf die Systemgeschwindigkeit.
Der MVV hat eine Systemgeschwindigkeit (Tür zu Tür auf beliebigen Relationen) von maximal 15 km/h. Ich kann auf den allermeisten Relationen in der Stadt locker mit dem Fahrrad mithalten.
Wahrscheinlich sind die Tester nur mit der S-Bahn von Pasing zum Marienplatz gefahren. Hier dürfte die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit (!) ca. 40 km/h betragen. Wenn ich aussteige, bin ich allerdings irgendwo unter der Erde, so daß sich die eigentliche Systemgeschwindigkeit bis zum Erreichen des Ziels auf wieder ca. 30 km/h absenken wird. Und das bei dieser 1a-Relation. Sobald ich nicht zum Marienplatz will, sinkt die Systemgeschwindigkeit des MVV rapide.
Der Grund für die niedrige Systemgeschwindigkeit des MVV:
- Der Oberflächenverkehr wurde ausgedünnt bis zum Äußersten
- Die Haltestellendichte wird immer geringer
Für den ADAC ist ein guter ÖPNV derjenige, der zum großen Teil unter der Erde stattfindet, damit der Straßenraum für die Autos frei bleibt.
Für den ADAC gi
stellt einem Münchner Verkehrsverbund ein Primus-Zeugnis aus.
Tatsache ist doch,dass durch das Kaputtmachen eines ÖPNV-Systems Transrapid ein Quantensprung versäumt wurde und die Leute verstärkt mit dem Auto rumfahren. Auch ist das Tarifsystem mit Streifenkarten, Bartarif, Zeitkartentarif, Tageskarten, Zeitkartenringen, Bartarifringen, Verschiednen Tarifgruppen für jeden Japaner, jede Großmutter, jeden Touristen und auch jeden Münchner wohl nur als freche Provokation der Stadt zu werten.
Dass es woanders noch schlimmer ist, kann ja wohl keine Motivation sein, sich diesem Niveau anzupassen.
Ich frage mich, ob man so pauschal eine Aussage machen kann. Es kommt doch sehr auf die jeweilige Kundengruppe an. Ein Tourist nutzt und bewertet dementsprechend das ÖPNV-System anders als derjenige, der es täglich für den Arbeitsweg nutzt. Der Münchner, der den ÖPNV nicht für den Arbeitsweg nutzt, sondern nur in der Freizeit wird wieder einen anderen Eindruck haben. Und für den Pendler von außerhalb ist es wieder anders.
Die Studie wäre viel aussagekräftiger, hätte man nach unterschiedlichen Fahrgastprofilen bewertet, anstatt nur nach Merkmalen wie Reisezeit, Umsteigen, Information und Preis. Diese Merkmale sind für unterschiedliche Fahrgastgruppen ganz verschieden ausgeprägt und auch unterschiedlich bedeutend. Den Tourist hilft es meist nichts, wenn z. B. die Monatskarte billig ist,auf dem Arbeitsweg ist es den meisten aber egal, ob man an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeikommt usw.
Zu den Informationen gehören meiner meinung auch iPhone Apps. München ist da ganz weit hinten, denn seit Wochen werden selbst einfachste Verbindungen mit der MVV-eignenen App nicht mehr gefunden.
Gerade in Hinsicht auf Online-Fahrpläne gibt es große unterschiede. Eine nähere Betrachtung für eine Korrekte Bewertung ist auf jeden Fall wichtig.
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