"Es muss einiges eingespart werden" Viele Nachfragen zum Volkstheater

Stadtrat streicht Umzugs-Zeitplan und fordert genaue Kostenzahlen

Eine externe Firma soll den Neubau des Volkstheaters auf dem Viehhofgelände komplett übernehmen. Als Bauherr wird nach dem Beschluss des Stadtrats das Kommunalreferat fungieren. Wie das Theater allerdings ausgestattet werden soll, wann es fertig sein wird und was es kosten darf, darauf wollten sich der Kultur- und Kommunalausschuss ausdrücklich nicht festlegen. Den Äußerungen von CSU und SPD war jedoch zu entnehmen, dass wegen der angespannten Haushaltslage das Konzept noch deutlich verschlankt werden könnte.

Das Kulturreferat rechnet nach einer groben Schätzung mit Kosten von etwa 115 Millionen Euro. Die Kämmerei soll allerdings intern von bis zu 150 Millionen Euro ausgehen. Intendant Christian Stückl umriss im Stadtrat, was sein Haus dafür bekommen soll: einen Saal für 600 Zuschauer, einen für 250 und einen dritten für 100 Besucher. Dazu zwei Probebühnen und die nötigen Werkstätten. "2020 wollen wir umziehen", sagt Stückl. Das sei ein sehr ambitionierter Zeitplan, der aber unbedingt eingehalten werden müsse.

Denn zu diesem Zeitpunkt muss das Volkstheater aus dem jetzigen Gebäude in der Brienner Straße ausziehen. Bei einem Verbleib würden hohe Kosten für unaufschiebbare Sanierungen und Miete anfallen. Der Zeitplan dafür wurde auf Antrag der SPD jedoch aus dem Beschluss herausgenommen. Die Verwaltung soll nun exakte Zahlen zum Bauwerk und zu den Preisen vorlegen, inklusive einer genauen Beschreibung, was im Theater benötigt wird und was es leisten soll. Dazu sollen auch günstigere Varianten mit den jeweiligen Preisen präsentiert werden.

"Ich kenne bisher nur herumgespensternde Zahlen", sagte SPD-Fraktionschef Alexander Reissl. Sein CSU-Kollege Hans Podiuk wies auf Kostenexplosionen bei anderen Kulturbauten wie dem Deutschen Theater hin. Es gebe eine Mentalität in der Verwaltung, bei Projekten wie dem Volkstheater am oberen Limit zu planen. "Es muss einiges eingespart werden." Einig war sich der Stadtrat, dass beim Bau durch eine externe Firma der Auftrag sehr exakt definiert sein muss, da jede Nachbesserung erfahrungsgemäß teuer wird. Das Freiluftkino am Viehhof darf bis zum Baubeginn bleiben. Die Grünen stimmten gegen den Beschluss, weil er den Einzug 2020 zu stark gefährde. Damit der Verzug nicht zu groß wird, darf die Verwaltung sofort unverbindlich nach interessierten Baufirmen suchen.