Die frühere ARD-Redakteurin Marion Gaedicke hat in Russland zwei Kinder adoptiert. Ihre Erfahrungen hat sie jetzt veröffentlicht.
"Wunschkind" heißt das Buch der Fernsehautorin und früheren ARD-Redakteurin Marion Gaedicke, das in diesen Tagen erschienen ist. Ein optimistischer Titel - aber der Zusatz lässt erahnen, dass es nicht nur um positive Erfahrungen geht: "Geschichte einer Adoption" (Hoffmann und Campe Verlag). Auf gut 400 Seiten erzählt die 45-Jährige vom langen, oft schmerzvollen Weg einer Auslandsadoption. Ein aktuelles Thema in Zeiten schwindender Geburtenzahlen, immer älterer Mütter und der anhaltenden Diskussion über Chancen und Grenzen künstlicher Befruchtung. Gaedicke und ihr Mann erlebten vor acht Jahren eine Odyssee - heute leben sie mit ihren beiden Töchtern, die aus Russland stammen, als Familie in München.
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Marion Gaedicke berichtet in ihrem Buch über die Schwierigkeiten, Kinder aus Russland zu adoptieren. (© Foto: Haas)
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SZ: Frau Gaedicke, Sie schreiben im Vorwort, dass Sie lange zögerten, Ihre Erfahrungen öffentlich zu machen. Wie haben Sie den Entscheidungsprozess bis zum Schreiben des Buchs erlebt?
Marion Gaedicke: Ich habe gezögert, weil es eine private Geschichte ist, die Einblicke in mein Gefühlsleben gibt. Und es ging mir darum, unsere Gegenwart, unser heutiges Leben mit den Kindern zu schützen. Aber ich hatte schon während unserer Erlebnisse Tagebuch geführt, weil mir das half, die Kraft nicht zu verlieren. Ich habe es also zunächst für mich selbst aufgeschrieben - und den Text dann meinem Mann und meinen Freundinnen gezeigt. Sie haben mich ermuntert und gesagt, das sollten auch andere Menschen lesen.
SZ: Auch wenn die Namen im Buch verfremdet sind - Sie erzählen in aller Offenheit. Nicht nur über die vielen Hürden, bis die Adoption in Russland nach einer Ablehnung doch noch genehmigt wird, sondern auch über die frustrierende Erfahrung vergeblicher künstlicher Befruchtungen. Fiel Ihnen das schwer?
Gaedicke: Nein, nicht mehr, als ich mich entschlossen hatte, genau diese Geschichte zu erzählen. Es geht mir darum, das Bild von ungewollt kinderlosen Paaren und von Adoption, wie es in der Öffentlichkeit herrscht, zu korrigieren. Die Leute lesen in der Boulevardpresse von Angelina Jolie, von Madonna und deren Adoptionen und denken, so läuft das. Ich wollte zeigen, dass es ein schwieriger, auch ein schmerzensreicher Weg sein kann, von dem es sich aber lohnt, ihn zu wagen. Weil man am Ende sein Ziel, eine Familie zu sein, erreichen kann. Im übrigen hatte ich das Bedauern darüber, dass ich auf biologischem Weg kein Kind bekommen kann, beim Schreiben längst hinter mir gelassen. Die Trauer, den Schmerz muss man überwunden haben, wenn man sich für die Adoption entscheidet. Das ist ein ganz neuer Anfang. Man kann nicht ins Ausland fliegen und sich das Ersatzkind holen wollen.
"Ich möchte andere Menschen bestärken, sich etwas zuzutrauen" SZ: Sie haben in Russland die Erfahrung gemacht, dass die Adoption Ihrer älteren Tochter - im Buch heißt sie Nina - von einem Gericht überraschend abgelehnt wird. Danach beginnt so etwas wie ein Kampf um die Kinder.
Gaedicke: Der Tag der Ablehnung war der schwärzeste in meinem Leben. Das hat so wehgetan, tief im Inneren, und ist auch nicht mit dem Schmerz über die erfolglose künstliche Befruchtung zu vergleichen. Denn es gab ja ein lebendiges Kind, das ich berührt, herumgetragen hatte, das viel aufmerksamer auf seine Umwelt reagierte, seit es mit uns im Kinderheim zusammen war. Mein erster Gedanke nach dem vernichtenden Urteil war: Das war's, ich kann nicht mehr! Ich komme aus der DDR und kenne solche Systeme. Aber dann war es mein Mann, der sagte, wie sollen wir damit leben, dieses Kind nicht zu unserem gemacht zu haben. Und die Leute vom Adoptionsverein sagten: Ihr werdet chancenlos sein mit eurem Einspruch vor dem Obersten Gerichtshof. Aber versucht es dennoch. Am Ende haben wir unseren Traum verwirklicht und sind heute eine Familie. Das war der größte Glücksmoment, als das ergangene Urteil in Moskau widerrufen wurde. Und wie es das Schicksal wollte, kurz darauf durften wir unsere jüngere Tochter adoptieren.
SZ: Sie sagten, Sie verstehen Ihr Buch als Ermutigung für andere Eltern, diesen Weg zu gehen. Aber es hätte auch anders enden können.
Gaedicke: Das hätte es, ja. Und dann hätten wir unser Leben anders definieren müssen. Aber ich möchte einfach andere Menschen bestärken, sich etwas zuzutrauen, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben, über das Thema Adoption hinaus.
SZ: Im Klappentext steht: Ein erfolgreiches Paar, gewohnt, sein Schicksal selbst zu bestimmen - und dann der Schock, wir können kein Kind bekommen. Ist nicht das das Problem mancher Lebensentwürfe heute, gerade von Frauen: Es muss unbedingt alles klappen, Partnerschaft, Karriere, Kind?
Gaedicke: In gewisser Weise ja. Und dann muss man erkennen, es gibt Limitierungen für das, was wir wollen - nämlich die Wirklichkeit. Und ich kann auch verstehen, dass meine Geschichte von außen gesehen möglicherweise wie eine Form von Besessenheit wirken kann. Aber man muss bedenken: Mein Mann und ich sind in dieser Zeit ja nicht nur um die Adoption gekreist, wir haben Urlaub gemacht, Freunde gesehen, wir haben gelebt. Und ich denke, meine Entschlossenheit, unseren Wunsch nach Familie zu verwirklichen, hat vielleicht auch mit meiner Geschichte zu tun. Ich kam 1990 aus der DDR nach München und dachte: Jetzt kannst du loslegen, hier ist etwas möglich, die Welt steht dir offen.
"Ich wünsche mir, dass mein Buch anderen weiterhilft" SZ: Wie gehen Sie damit um, wenn Ihre Töchter nach ihrer Herkunft fragen?
Gaedicke: Von Anfang an offen. Als Nina das erste Mal fragte, ob sie in meinem Bauch war, habe ich ihr erklärt, wie es war und wie sie unser Kind geworden ist. Ich finde, man darf Kinder in so wichtigen Dingen nicht belügen. Sie fragen, wir antworten.
SZ: Sie sagen, Ihr Buch soll kein Ratgeber sein, aber im Anhang finden sich Infos und Anlaufstellen zum Thema Adoption. Das war Ihnen wichtig?
Gaedicke: Ja, weil ich mir wünsche, dass mein Buch anderen Betroffenen weiterhilft. Über das Thema sollte einfach offener gesprochen werden. Das gilt übrigens auch für andere familienpolitische Bereiche. Ich finde es zum Beispiel ein Unding, wie mit den Regenbogenfamilien umgegangen wird, mit schwulen und lesbischen Elternpaaren. Das ist einfach eine Lebenswirklichkeit, und der Gesetzgeber kann nicht so tun, als wäre das nicht vorhanden.
SZ: Glauben Sie, dass Eltern, die über eine Adoption nachdenken oder Schwierigkeiten mit Behörden haben, sich bei Ihnen melden und Hilfe suchen?
Gaedicke: Das kann gut sein. Und das war auch während der Arbeit am Buch schon so. Ich empfinde es als eine Möglichkeit, etwas von der Unterstützung zurückzugeben, die wir selbst in schweren Momenten erfahren haben.
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(SZ vom 02.09.2009/ksp)
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Die Reagenzglasbefruchtung birgt grosse Gefahren in sich, weil enorme Risiken in bezug physischer und bewusstseinsmässiger Fehlbildungen bestehen. Herzdefekte und Kiefer-Gaumenspaltendefekte sowie Deformationen und Defekte der Nieren können ebenso gegeben sein wie Bewusstseinsstörungen, Schizophrenie, Cerebralschäden, Gedanken- und Gefühlsstörungen und damit psychische Leiden, nebst dem Mongoloismus (Anm. Down-Syndrom), bestimmten Krebsformen und einer chronischen Immunschwäche. Bei der natürlichen Schwangerschaft durchschleust die Eizelle nach dem natürlichen Eisprung den Eileiter, in dem auch die Befruchtung erfolgt. Durch die weitere Bewegung durch den Eileiter durchläuft das befruchtete Ei ein Milieu, das für die weitere Entwicklung der Eizelle sehr wichtig ist und dieser notwendige Impulse, Hilfen und Signale vermittelt, die sowohl für die Schwangerschaft selbst, wie aber später auch für die Vollentwicklung und für die Geburt wichtig sind. Genau dieser äusserst wichtige Vorgang kommt jedoch durch die Befruchtung im Reagenzglas nicht zustande. Und genau das ist das unlösbare Problem, denn dass der Durchgang durch den Eileiter fehlt, führt zu Fehlentwicklungen. Es werden Gene ebenso falsch aufgeschaltet, wie andere auch falsch abgeschaltet werden, wozu auch die Wachstumsgene gehören, die fehlgesteuert werden. Dadurch werden Kinder schon in früher Zeit übergewichtig, was sich bis ins hohe Alter erhalten kann. Vielfach treten auch vergrösserte Innenorgane in Erscheinung, die irreparabel ausarten können. Besonders minderwertige Spermien, die defekte Gene in sich tragen, die in die Eizellen eingebracht werden, führen zu schweren körperlichen, psychischen und bewusstseinsmässigen Missbildungen. Ausserdem wird beim Einbringen der Spermien in die Eizellen deren Spindelsystem verletzt, das für die Trennung der Chromosomen verantwortlich ist. Das wiederum bildet einen weiteren Faktor zu Risiken, aus denen allerlei Missbildungen, Krankheiten und eine Immunschwäche sowie geschlechtliche Deformationen usw. entstehen können.