Von Christian Rost

In Deutschland hat sich ein krimineller Volkssport entwickelt: Die Tacho-Mafia frisiert die Kilometerstände von Gebrauchtwagen, um beim Verkauf mehr Geld verlangen zu können. Die Münchner Staatsanwaltschaft greift jetzt durch - und hat mehr als 200 Verdächtige ins Visier genommen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft macht im Kampf gegen Tachomanipulationen an Kraftfahrzeugen ernst. Sie ermittelt derzeit gegen 89 Beschuldigte und 120 weitere Verdächtige, die die Kilometerstände von Gebrauchtwagen und Leasingfahrzeugen im großen Stil frisiert haben sollen, um sich zu bereichern.

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Gegen einen Verdächtigen aus Perlach hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage erhoben. Der Kfz-Händler Thomas S. wurde im März diesen Jahres bei der bislang europaweit größten Razzia gegen Tachofälscher festgenommen.

An dem Einsatz waren unter der Federführung der Münchner Ermittler 500 Beamte von Polizei, Zoll und Steuerfahndung beteiligt. Sie durchsuchten mehr als 150 Objekte in Deutschland, Österreich, Bulgarien und der Schweiz und nahmen zunächst 26 Personen fest. Schwerpunkt der Aktion war der Großraum München. Mittlerweile befinden sich mehr als 200 Personen im Visier der Justiz, die Polizei spricht von einer regelrechten "Tacho-Mafia".

Einer der Beschuldigten ist der 41-jährige Thomas S., der auch Kfz-Sachverständiger war. Ihm werden 56 Fälle des Missbrauchs von Wegstreckenzählern und zugleich 13 Fälle der Beihilfe zum Betrug zur Last gelegt, wie Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München I am Mittwoch sagte: "Die Abklärung weiterer 300 Verdachtsfälle wird zeigen, ob gegen den Angeschuldigten eine weitere Anklage erhoben wird."

Bisher wird S., der im Falle einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe rechnen muss, ein Schaden von rund 40.000 Euro zugeschrieben.

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  1. Sie lesen jetzt Münchner Staatsanwälte bringen Tacho-Mafia vor Gericht
  2. Manipulation - ein Kinderspiel
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