Es gebe angesichts der großen Zahl und Prominenz der Teilnehmer eine "hohe abstrakte Gefährdung" durch islamistisch-fundamentalistische Terroristen, warnt Polizei-Vizepräsident Jens Viering. Zwei Brandsätze, die in der Stadt entdeckt worden sind, könnten nach Angaben der Polizei mit der Konferenz zusammenhängen.

Das bayerische Innenministerium betonte, es gebe "keinen Grund, in Panik auszubrechen". Für Unruhe sorgt jedoch der Fund der beiden Brandsätze in der Innenstadt. Ein Polizeisprecher sagte, ein Zusammenhang mit der Tagung könne wegen des Zeitpunktes nicht ausgeschlossen werden.

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Konferenz-Organisator Horst Teltschik betonte, er verlasse sich auf die Polizei. Inhaltlich erhoffe er sich von der Tagung Impulse für die Diskussion über die Zukunft der Nato.

Mehr Gewaltbereite?

Zur Sicherheitskonferenz werden von Freitag bis Sonntag 280 Teilnehmer aus 45 Staaten in der Münchner Innenstadt erwartet. Darunter sind nach Angaben von Teltschik mehr als 50 Außen-und Verteidigungsminister. Hinzu kommen rund 500 Journalisten aus aller Welt in das Tagungshotel Bayerischer Hof.

Viering betonte: "Das Zusammentreffen einer Vielzahl hochrangiger Regierungs- und Militärvertreter sowie Rüstungsexperten könnte in den Fokus von islamistisch-fundamentalistischen Terroristen geraten und ein mögliches Anschlagsziel darstellen."

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, diese Einschätzung sei "nicht von der Hand zu weisen". Die Sicherheitsbehörden würden jedoch alles tun, damit sich die Konferenzteilnehmer "so sicher wie in Abrahams Schoß" fühlen könnten. Die bayerische Polizei habe schon oft bewiesen, dass sie solche Situationen professionell bewältigen könne.

Insgesamt seien 4000 Beamte im Einsatz. Zudem würden die Behörden von deutschen und ausländischen Geheimdiensten mit Informationen unterstützt. Offenbar erwartet die Polizei weniger Demonstranten als im Vorjahr. Die Beamten erwarten jedoch, dass der Anteil der Gewaltbereiten höher sein könnte. Bisher seien 23 Gegenveranstaltungen angemeldet, sagt Polizeivizepräsident Viering.

Die beiden Brandsätze waren am Mittwochnachmittag zufällig von einem Polizisten unter den Wagen eines Münchner Autohauses gefunden worden. Sie wurden von einer Spezialeinheit des Landeskriminalamtes vor Ort entschärft. Ein Polizeisprecher sagte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der brisante Fund mit der Großveranstaltung etwas zu tun habe.

Um das Tagungshotel wurde eine Sicherheitszone festgelegt. Bürger dürfen diese nur betreten, wenn sie einen nachprüfbaren Grund dafür nennen können. Sie müssen sich zudem einer Kontrolle unterziehen. Die angemeldeten Demonstrationen gegen die Sicherheitskonferenz finden außerhalb dieser Zone statt.

Viering rechnet bei den Protesten mit Ausschreitungen. Er kündigte an: "Wir werden nicht lange zusehen und rasch gegen Gewalttäter vorgehen." München sei kein angenehmes Pflaster für gewaltbereite Demonstranten. Auch Teltschik geht davon aus, dass die Polizei auf alle Bedrohungen vorbereitet ist.

Eine Verlegung der Konferenz aus Sicherheitsgründen aus der Münchner Innenstadt heraus komme für ihn auch zukünftig nicht in Frage: "Der Tagungsort hat schon Tradition - und die Teilnehmer beschwören mich dazubleiben."

Inhaltlich erwartet sich Teltschik von dem Treffen eine breite Debatte über die Zukunft der Nato. Das Bündnis müsse sich über die Aufgaben und Ziele verständigen. "Abschließende Antworten zum Einsatz der NATO in Afghanistan oder gar im Irak erwarte ich nicht", betonte der Organisator. Allerdings erhoffe er sich eine weitere Annäherung zwischen den USA und Deutschland.

"Es wird diesmal deutlich entspannter ablaufen", sagte Teltschik mit Blick auf den Streit zwischen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Bundesaußenminister Joschka Fischer über den Irak-Krieg im vergangenen Jahr. "Ich glaube zwar nicht, dass es zwischen beiden Seiten große Liebe gibt, aber sie werden wohl versuchen, die Gräben zuzuschütten", so Teltschik.

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(sueddeutsche.de/dpa/ddp)