Therme Erding erweitert Angebot Palmen aus Singapur

Noch 2013 gehört ein neues Wellenbad zum Angebot der Therme Erding; ein eigenes Hotel soll bald folgen.

(Foto: Bauersachs)

Ein Hotel, ein Wellenbad und Palmen vom anderen Ende der Welt: Die Therme Erding wird ausgebaut - damit die Besucher bald auch in der Kajüte von Admiral Nelson nächtigen können. Doch der steigende Verkehr könnte Probleme bereiten.

Von Antonia Steiger

800 Palmen hat Josef Wund in Singapur ersteigern lassen. Sie stehen derzeit im niederländischen Rotterdam und lernen, mit mitteleuropäischen Temperaturen fertig zu werden. Bis Jahresende sollen sie in die Therme Erding umziehen. Dann werden dort ein Wellenbad und ein Hotel eröffnet, das aussehen soll wie das Schiff Victory von Admiral Nelson. Wellenbad und Hotel bleiben nicht die einzigen Neubauten bei der Therme. Es folgen weitere Hotels, ein Schulungs- und Konferenzzentrum, eine Vitaltherme und eine neue Saunawelt.

Mit der gigantischen Erweiterung wollen die Unternehmer - Vater Josef und Sohn Jörg Wund - ihr Angebot in Erding abrunden und aufwerten. Vor allem das Fehlen eines Hotels auf dem Gelände ist ein Manko, das zwar schnell erkannt wurde, aber nicht so schnell zu beheben war. Mehrere Investoren hatten sich vergeblich bemüht, nun packen die Wunds selber an. Für das Galaxy Beach Hotel haben sie schon die Zustimmung des Erdinger Bauausschusses. Ein Admiralsschiff als Hotel verspricht eine attraktive Optik: Familien wohnen in Kapitänskajüten, in anderen Zimmer glaubt man sich auf einer modernen Motoryacht, auf dem Deck schläft der Gast unter Palmen. Unter den Palmen aus Singapur.

Zustimmung gibt es in der Erdinger Stadtpolitik auch für die weiteren Expansionspläne: Bis Weihnachten soll mit dem Hotel auch das Wellenbad "Wild Ocean" fertig werden; erste Hotelreservierungen will Wund im Herbst entgegennehmen. Dazu kommen das Erlebnisbad "Young Galaxy" mit Rutschen für jüngere Kinder, eine Vital-Therme mit einer neuen Saunawelt und das Schulungs- und Konferenzzentrum für gehobene Ansprüche.

Fraglich, ob das Verkehrsnetz den vielen Besuchern standhält

"Spitzenleute aus aller Welt" sieht Wund bereits in Krawatte unter Palmen tagen. Dafür müssen sie nur ins Erdinger Moos fliegen und mit dem Taxi zur Therme fahren. Mit diesem neuartigen Tagungszentrum will Wund es mit den besten Einrichtungen in München aufnehmen, wie er sagt. Und er will die Infrastruktur seiner Therme besser nutzen, dann geht seine betriebswirtschaftliche Rechnung auf. Mittel-, nicht langfristig folgen Wasser-Villen und weitere Hotels, ein Boarding House für das Personal, mehr Platz für Reisemobile und familiengerechte Pensionszimmer auf dem Bauernhof in der Nachbarschaft.

Die Erdinger Stadträte schreckt das alles nicht, einzig der Grüne Herbert Maier hält die Planung für "zu gigantisch". Gegen seine Stimme billigte der Ausschuss die Pläne. Was wann gebaut wird, hängt von Wund ab. Er sagt: "Die finanziellen Grundlagen haben wir." Dem Bauausschuss hat er bislang nur das Galaxy Hotel vorgelegt.

Fraglich bleibt, wie das Verkehrsnetz den Ansturm verkraften wird. Der auf Familien ausgerichtete erste Abschnitt mit Hotel und Wellenbad lässt den Verkehr nicht proportional anwachsen, weil die Kinder nicht mit dem eigenen Auto kommen. Und wer übernachtet, fährt einmal weniger hin und her. Dieser Argumentation Wunds folgt die Regierung von Oberbayern bislang, die ein Raumordnungsverfahren verlangen könnte. Eine Verkehrsuntersuchung ist jedoch trotzdem bereits geplant.