St. Prosper Kabarett-Preis Im Zeichen der Sieben

Ein ganz schönes Kaliber: Josef Brustmann hat seit Jahren einen Namen in der Kabarettszene.

(Foto: Manfred Neubauer)

Zum siebten Mal wird am Samstag der St. Prosper-Kabarettpreis verliehen - dieses Mal im Sportpark Schollbach. Kabarettisten und Comedians treten zum Wettstreit an

Von Florian Tempel, Erding

Sieben ist eine Glückszahl, und so sollte die siebte Auflage des St. Prosper-Kabarettpreises unter einem guten Stern stehen. Erst recht weil an diesem Samstag, 17. März, von 20 Uhr an auch exakt sieben Kabarettisten und Comedians - wobei ein Duo darunter ist - zum humorvollen Wettstreit antreten. Wie etabliert der St. Prosper-Preis bereits ist, zeigt die Tatsache, dass diesmal sind nicht nur noch weitgehend unbekannte Newcomer an den Start gehen, um das Publikum und die Wettbewerbs-Jury zu überzeugen. Mit dabei ist zum Beispiel auch Josef Brustmann, der seit Jahren einen Namen in der Kabarettszene hat.

Eine neue Location

Nachdem der vormalige Veranstaltungsort, die ehemalige Schiaßn, endgültig zur Diskothek umgebaut ist, mussten die Veranstalter Sinnflut GmbH, die den Kabarettpreis in Kooperation mit der Stiftungsbrauerei Erding präsentieren, sich nach einer neuen Location umsehen. Kein ganz triviales Unterfangen, wie Felix Kraus von Sinnflut einräumt. Die Stadthalle erschien doch etwas zu groß und das Gasthaus Adlberger in Altenerding hat dicht gemacht. Nun geht das Ganze tatsächlich in einer Halle im Sportpark Schollbach über die Bühne. Die Halle wird rundum mit schwarzen Moltonbahnen abgehängt, Bühne, Licht und Ton bringen die Sinnflutmacher mit, der Publikumsraum wird locker und bequem mit Tischen und Stühlen für etwa 200 Leute ausgestattet.

Die Wettbewerbskandidaten sind wie immer sehr unterschiedliche Typen. Die Oberpfälzerin Christina Baumer tritt in ihrer Doppelrolle als Schwesternpaar Chris & Tina an und nimmt laut Selbstauskunft "den täglich praktizierten menschlichen Wahn- und Unsinn auf die Schippe". Darunter fällt die sarkastische, aber eben auch witzige Beschäftigung mit Facebook, Smartphone Apps, Foodsharing oder Flüchtlingspolitik. Josef Brustmann wird Szenen aus seinem aktuellen Programm "Fuchs-Treff - nix für Hasenfüße" zeigen. Er will, so heißt es in der Ankündigung, "mit schlauen Texten und frechen Liedern" als ausgefuchster Musikkabarettist durchs wildwüchsige Unterholz des Lebens streifen.

Ein Gast aus Thüringen

Der junge Thüringer Jonas Greiner nimmt seine Publikum mit auf eine kleine Reise von seinem Heimatdorf in die Hauptstadt Berlin. Am meisten habe er sich aber selbst im Visier, heißt es vorab zu ihm, weil er am liebsten mit viel Selbstironie aus seinem eigenen Leben erzähle. Die "Isarschiffer" Doro und Rainer Berauer aus München präsentieren eine Mischung mit Liedern und Sketchen aus eigener Feder oder bekannten Welthits mit überraschenden, neuen Textwendungen - rotzfrech und musikalisch. Der Physiker Michael Kraus knüpft sich Kuriositäten wie die Straßenverkehrszulassungsordnung vor und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Mann und Frau. Die Waldviertler Kabarettistin Claudia Sadlo hinterfragt Sprichwörter, Redewendungen, Lebensweisheiten sowie Bauernregeln. Das alles stellt sie an den Pranger, gibt ihren Senf dazu und beeindruckt mit wortstarken Gedichten.

Die Familienmusik Schirmer spielt auf

Damit keinem im Publikum der Magen knurrt oder der Hals trocken wird, gibt es vor Beginn der Show (ab 18 Uhr), in der Pause und während der Gewinnerermittlung Bewirtung mit Essen und Getränken. In diesen Zwischenzeiten wird zudem die Familienmusik Schirmer mit ihrem schönen Mix aus Volks- und Weltmusik aufspielen. Durch den Abend wird Martin Bauer führen, ein Teil des sächsisch-bayerischen Satire-Duos Stelzner & Bauer, das vor vier Jahren selbst am St. Prosper-Preis teilgenommen und als Vierteplatzierte einen Kasten St. Prosper-Starkbier gewonnen hatte. Als erster Preis sind auch heuer 1000 Euro ausgelobt, für den Zweiten gibt es 500 Euro, Platz drei erhält 200 Euro.