Schock für die Eltern AWO-Kindergarten schließt Gruppe

Wegen Personalmangels klappt der Betreuungsschlüssel nicht mehr

Schock für die Eltern: Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) schließt zum 1. April eine Gruppe des Hand in Hand-Kindergartens in Altenerding. Das bestätigte am Mittwoch die Vorstandsvorsitzende des Erdinger AWO-Kreisverbands, Karin Seibt, gegenüber der SZ. "Wir konnten den Personalschlüssel nicht mehr aufrecht halten", sagte sie. Für Dienstag, 6. März, ist ein Elternabend im Kinderhaus geplant mit Bartholomäus Aiglstorfer, dem Leiter des Erdinger Kulturamts im Rathaus. Womöglich kann dort eine Lösung für die Unterbringung der insgesamt 17 betroffenen Kinder präsentiert werden, betonten sowohl Aiglstorfer als auch Seibt.

"Wir haben alles versucht, aber mit dem Mitarbeiterschlüssel konnten wir den Betrieb nicht mehr schultern", sagte Karin Seibt. Sie verwies zum einen auf den Fachkräftemangel und zum anderen darauf, dass innerhalb kurzer Zeit zwei Mitarbeiterinnen des Hauses schwanger geworden seien und deswegen quasi "von heute auf morgen", so Seibt, dem Beschäftigungsverbot unterlagen. Es sei nicht gelungen, weiteres Personal einzustellen - "obwohl wir alles versucht haben, mit Inseraten in ganz Bayern, sogar bundesweit bis nach Kiel", berichtete die Vorstandsvorsitzende.

Für die Eltern kam die Schließung offensichtlich völlig überraschend. Christoph Lotter, der Elternbeiratsvorsitzende des Kindergartens, betonte gegenüber der SZ, dass sich das Gremium mit dem Thema "intensiv beschäftigt und in engem Kontakt zu den betroffenen Eltern steht".

Wenn der Betreuungsschlüssel nicht mehr stimme, müsse reagiert werden, betonte Bartholomäus Aiglstorfer, der als Kulturamtsleiter auch für die Kinderbetreuung in Erding zuständig ist. Die Schließung der Gruppe sei "ein großer Schritt, aber im Moment der richtige". Insgesamt sind laut Aiglstorfer 25 Kinder betroffen. Die acht Vorschulkinder werden auf andere Gruppen im "Hand in Hand"-Kinderhaus verteilt. Die übrigen 17 Kinder im Alter von über drei bis kurz vor dem Vorschulalter stehen im Moment ab dem 1. April ohne Kindergartenplatz da. Für die Eltern, die fest mit der Betreuung ihre Buben und Mädchen rechneten, müsse das schon ein Schock sein, sagte Aiglstorfer. " Es wird definitiv eine Lösung geben", zeigte sich Seibt überzeugt. Wie sie aussehen könnte, darüber wollte sie keine Auskunft geben. Auch Aiglstorfer hielt sich am Mittwoch bedeckt, zeigte sich aber vorsichtig optimistisch, dass er beim Elternabend eine Lösung für die Betreuung präsentieren könne. Allerdings erwarte die Stadt von der Arbeiterwohlfahrt, dass sie ihr Möglichstes dazu beitrage.