Archäologisches Symposium Neue Einsichten zu alten Funden

Nach den Ausgrabungen des karolingischen Königshofs am Gaugrafenweg 2017 werden nun die ersten Ergebnisse und Befunden präsentiert.

(Foto: Renate Schmidt)

Beim 5. Sommer-Symposium im Museum Erding präsentieren Wissenschaftler Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt "Erding im ersten Jahrtausend"

Von Florian Tempel, Erding

Bereits zum fünften Mal findet im Museum Erding das "Archäologische Sommer-Symposium" statt. In ihren Vorträgen stellen Wissenschaftler wieder ihre neuesten Forschungsergebnisse aus der Frühgeschichte Erdings vor. Das Ganze ist jedoch keine trockene Expertenveranstaltung. Die Referenten halten am Samstag, 21. Juli, meist kurze Vorträge in einer für den interessierten Laien möglichst unterhaltsamen Art und Weise und bieten so einen spannenden Einblick in die vielgestaltige Vergangenheit Erdings.

Dass es überhaupt ein solches Erding spezifisches Symposium gibt, hat einen guten Grund. Seit mehreren Jahren unterstützt die Stadt Erding das Forschungsprojekt "Erding im ersten Jahrtausend" mit großzügigen finanziellen Zuwendungen. Doch es liegt nicht nur am Geld. In Erding gibt es seitdem eine vorbildlich positive Haltung zur Archäologie und ein großes Intresse in der Bevölkerung. Partner des Projekts "Erding im ersten Jahrtausend" sind das Institut für Vor- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie der Universität München, die Archäologische Staatssammlung, die Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie, das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Verein Erding.

Das Sommer-Symposium beginnt nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Max Gotz und Museumsleiter Harald Krause mit einer Einleitung durch Professor Bernd Päffgen. Er fasst den bisherigen Forschungsstand zusammen und zeigt die Perspektive für die Zukunft auf. Es geht dabei nicht so sehr um mögliche neue Grabungen. Auch die bereits gemachten Funde, etwa die im vor mehr als 50 Jahren entdeckten Gräberfeld in Klettham, lassen sich durch neue wissenschaftliche Methoden neu interpretieren und liefern so immer wieder neue Einblicke.

Das zeigen vier Vorträge am Vormittag des Symposiums. Dank der finanziellen Mittel der Stadt Erding konnten die Mitte der 1960er Jahre von Hand angefertigten Zeichnungen der mehr als tausend Gräber des frühmittelalterlichen Gräberfelds in Klettham nun digitalisiert werden. Erst das hat den Archäologen erlaubt, zum Beispiel Doppelnutzungen von Gräbern zu vergleichen und daraus Schlüsse zu ziehen. Eine weitere neue Forschung ist die Untersuchung der zigtausend in den Gräbern gefundenen Schmuckperlen aus Glas, Keramik, Metall oder Holz - und was sich allein aus ihrer Lage im Grab herauslesen lässt. Aus den Schwertern aus damasziertem Stahl und den aus Schönheitsgründen deformierte Schädeln einiger in Klettham bestatteter Menschen, lassen sich die im Wortsinn weitreichenden Beziehungen im frühesten Mittelalter ableiten.

Nach der Mittagspause geht es chronologisch weiter, mit einer dann etwas späteren Phase des Frühmittelalters. Es geht um die Siedlung in Aufhausen-Bergham, wo sich heute das Gewerbegebiet Süd erstreckt, und sogenannte "Hofgrablegen" im Erdinger Raum. Ein Höhepunkt des Tages ist dann der Vortrag zum karolingischen Königshof in Altenerding. Nach den Ausgrabungen 2017 werden die Ergebnisse, die bislang feststehen, präsentiert. Diesem Vortrag wird mehr als allen anderen Zeit eingeräumt, er darf eine ganze Stunde dauern. Zum Abschluss des Frühmittelalterblocks des Symposiums stellt die amerikanische Archäologieprofessorin Leslie Williams ihre Forschungsergebnisse zu den Gräbern am Petersbergl in Altenerding vor. Nach einer Kaffeepause gibt es einen Einblick, was mit Archäologie über die Zeit der Stadtgründung Erdings herauszufinden ist. Zum Abschluss des Tages gibt es eine Zusammenfassung und eine Schlussdiskussion.

5. Archäologisches Sommer-Symposium im Museum Erding, Samstag, 21. Juli, 10-18 Uhr. Das komplette Programm auf www.museum-erding.de.