Malbuch für Kinder Seriensieger

Ein Ausschnitt aus dem preisgekrönten Malbuch: Hund Brutus stibitzt einem Skelett einen Knochen, das auf einmal ziemlich lebendig wird.

(Foto: Museum Erding/oh)

Zum dritten Mal wird ein Projekt eines P-Seminars am Anne-Frank-Gymnasium von der Gesellschaft für Archäologie in Bayern mit einem Preis ausgezeichnet

Von Florian Tempel, Erding

Der kleine Museumsführer, den die 17 Schülerinnen und Schüler des von Lateinlehrer Klaus-Peter Gwuzdz geleiteten Oberstufen-Seminar konzipiert und ausgearbeitet haben, ist schon witzig. Er handelt vom Hund Brutus, der in Erding bei einem morgendlichen Spaziergang ein Skelett findet und diesem einen Knochen stibitzt. Dadurch erwacht das Skelett überraschend zum Leben und jagt dem vierbeinigen Brutus durch den antiken Landkreis Erding. Unterwegs treffen die zwei auf Flavia und Quintus, zwei junge Menschen, die mit ihnen mehrere Abenteuer erleben - wobei die Leser der Story nebenbei so einiges über die Antike im Erdinger Land erfahren. Das Ganze ist so gut gemacht, dass die Gesellschaft für Archäologie in Bayern nicht gezögert hat, schon wieder ihren Schulpreis nach Erding zu geben.

Somit wird schon zum dritten Mal ein Projekt eines Latein-P-Seminars am AFG von der bayerischen Archäologie-Gesellschaft ausgezeichnet. Nach einem Stadtführer durch das antike Erding und einer App für einen Römer-Rad-Rundweg gibt es den mit 500 Euro dotierten Preis diesmal für das Malbuch, das Kinder mit Witz und Spaß durch die Archäologieabteilung des Museums Erding begleitet.

Für die 17 Seminar-Teilnehmer, für die mit dem heutigen Tag die Abiturprüfungen zu Ende gegangen sind, ist die Preisverleihung am Freitag in einer Woche eine kleine Vorfeier vor der Abitur-Abschlussparty. Für Klaus-Peter Gwuzdz ist es schon die dritte Preisverleihung - seine P-Seminar sind Seriensieger. Ganz bescheiden rückt er sich dabei in den Hintergrund, lobt in erster Linie die Kreativität seiner Schüler und betont außerdem die fruchtbringende Kooperation mit dem Museum Erding. Bei allen drei erfolgreichen Projekten haben das Museum und das Gymnasium in der Tat in bemerkenswerter Art zusammengearbeitet. Die Verbindung ist durch die Seminare gewachsen, geht aber über sie hinaus. Ein Besuch der archäologischen Abteilung steht für alle sechsten Klasse fest auf dem Programm. Und auch bei anderen Projekten arbeitete man zusammen: In einem aktuellen Kunst-Seminar werden gerade Sagen aus dem Landkreis als Comics gezeichnet und getextet. Die Comics sollen im kommenden Herbst im Museum ausgestellt werden.

Korbinian Hartmann, der Sprecher der nun ausgezeichneten P-Seminars, erinnert sich, wie er und andere Teilnehmer im Museum vor drei Jahren gewissermaßen den Grundstock für das Malbuch-Projekt legten. Die damaligen Neuntklässler überlegten sich in einer Projektarbeit für die Kinder- und Jugendkulturtage kleinen Geschichten, mit denen man andere Kinder Exponate der Archäologieabteilung spielerisch erklären konnte. Daraus wurde die Malbuch-Idee, die Lateinlehrer Gwuzdz ein Jahr darauf als P-Seminar anbot. Dass sein Fach "Gott sei Dank" nicht mehr nur auf die Sprache beschränkt ist, sondern ein breit angelegtes und bei den Schülern beliebtes "Kulturfach" geworden ist, freut Gwuzdz sehr.

Und er hat natürlich auch schon eine Idee für ein weiteres Seminar. Beim nächsten Mal sollen Spiele für die Museumsabteilung entwickelt werden.