B 15 neu Konstruktiver Kompromiss

Neuerliche Kehrtwende bei der B 15 neu: Nach einem Gespräch mit Politikern aus den betroffenen Landkreisen will Ministerpräsident Seehofer nun sowohl die Osttrasse als auch den Ausbau der B 15 alt nach Berlin melden.

Von Thomas Daller

Die raumgeordnete Trasse der B 15 neu im Landkreis Mühldorf soll nun doch wieder für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet werden. Allerdings auch der Ausbau der bestehenden B 15 durch den Landkreis Erding mit Ortsumfahrungen. Die jüngst ins Gespräch gebrachte Trasse westlich der bestehenden B 15 soll nicht weiter verfolgt werden. Auf diesen Kompromiss haben sich Politiker aus den betroffenen Landkreisen am Donnerstagabend bei einem Gespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer geeinigt.

Das Gespräch in der Staatskanzlei ist aus Sicht von Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) äußerst erfolgreich verlaufen: Ministerpräsident Horst Seehofer, Innenminister Joachim Herrmann, Landräte sowie Abgeordnete des bayerischen Landtags und des Bundestags haben sich am Donnerstagabend auf fünf Punkte verständigt, die Grundlage für eine erneute Behandlung des Projekts im Ministerrat sein sollen. Damit ist die ursprünglich raumgeordnete Trasse B15 neu als Korridoranmeldung für den Bundesverkehrswegeplan wieder aktuell. "Ich bin höchst erfreut, dass die seit mehr als 35 Jahren festgelegte Trasse jetzt doch für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet wird", sagt Bayerstorfer. Das sei ein "Riesenerfolg".

Landrat Martin Bayerstorfer und weitere Politiker haben bei der B 15 eine Einigung erzielt, die von breiter Zustimmung getragen wurde.

(Foto: Peter Bauersachs)

Bayerstorfer lobte ausdrücklich das Entgegenkommen seines Mühldorfer Kollegen Georg Huber. Huber habe den Standpunkt vertreten, dass er keinerlei Probleme mit der ursprünglich raumgeordneten Trasse im Landkreis Mühldorf habe. Erst seit sie wegen des FFH-Gebietes Thalhammer Moos nach Osten hin verschwenkt wurde, habe man sie aus ökologischen Gründen abgelehnt. Der aktuelle Kompromiss sieht nun vor, dass man für die Mühldorfer Trasse einen Korridor einplant, in dem man nach einer besseren Lösung suchen will. "Die Trasse ist nicht festgezurrt. Damit konnte Huber über seinen Schatten springen", sagte Bayerstorfer. Der Erdinger Landrat unterbreitete Ministerpräsident Seehofer ein Angebot: Die Bürgermeister der Gemeinden Taufkirchen und St. Wolfgang sowie der Stadt Dorfen seien bereit, auf Ortsumfahrungen zu verzichten, wenn man der Osttrasse den Vorzug gebe. "Seehofer war überrascht, das sei ihm anders berichtet worden", sagte Bayerstorfer.

Darüber hinaus hat Bayerstorfer noch einen weiteren Punkt durchgebracht, der die Umfahrung Landshuts betrifft. Sie soll an die B 299 und die B 15 alt angebunden werden, wobei es aber nur eine Fahrspur zwischen der B 299 und der B 15 alt geben soll. Das bedeutet, die ursprünglich vierspurige Ortsumfahrung mündet hinter Kumhausen als zweispurige Straße in die bestehende B 15. Zielsetzung ist, dass noch in diesem Jahrzehnt mit dem Bau der Ortsumfahrung Landshut begonnen werden soll. Dann will man beobachten, in welchem Umfang das Verkehrsaufkommen auf der B 15 alt steigt. Wenn es zu viel für die Strecke wird, soll die Entlastungsstrecke gebaut werden. Ob als Osttrasse B 15 neu durch den Landkreis Mühldorf oder durch den Ausbau der B 15 alt durch den Landkreis Erding mit Ortsumfahrungen, wird sich erst noch herausstellen. Möglich ist jedoch, dass sich die Gewichte zugunsten der Mühldorfer Trasse verschoben haben, nachdem die Industrie- und Wirtschaftsvertreter aus Ostbayern die Einhaltung bereits erteilter Zusagen eingefordert haben. Dort benötige man dringend diese Erschließungsstrecke. Auch der Landtagsabgeordnete Erwin Huber (CSU), der bei dem Gespräch dabei war, habe diesen Aspekt vehement verfochten, sagte Bayerstorfer.

Nach einem Gespräch mit Politikern will Ministerpräsident Seehofer nun sowohl die Osttrasse als auch den Ausbau der B15 alt nach Berlin melden.

(Foto: dpa)

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz, der auch an dem Gespräch teilgenommen hatte, nannte es einen "enormen Fortschritt, dass die östliche Trasse nicht beerdigt worden ist". Bei der östlichen Trasse werde man einen Korridor melden, in dem sie verlaufen soll. Innerhalb dieses Korridors könne man die Trasse verschwenken, um auch Lösungen für das FFH-Gebiet Thalhammer Moos zu ermöglichen. Er lobte vor allem das "konstruktive Klima": "Man hat miteinander gesprochen, nicht übereinander."