Landkreis Erding Der Winter gibt ein Intermezzo

Bei Schnee und Frost müssen Winterdienste die Straßen räumen und streuen, damit Autofahrer und Spaziergänger sicherer unterwegs sind.

(Foto: Renate Schmidt)

Von drei Uhr morgens an war die Straßenmeisterei im Räum- und Streu-Einsatz - im Landkreis kam es trotzdem zu acht Verkehrsunfällen. Und es gibt Entwarnung: "Wir haben bald wieder grüne Wiesen", sagen die Experten voraus

Von Judith Issig, Landkreis

Ein echter Wintereinbruch war es nicht, aber einige Zentimeter Neuschnee hat die Nacht vom 3. auf den 4. Januar dem Landkreis Erding schon beschert. Gerade vor dem ersten Werktag des neuen Jahres mussten die Räumfahrzeuge zum Einsatz ausrücken. Eisregen und Schnee hatten für winterliche Straßenverhältnisse gesorgt. Von drei Uhr morgens an war die Straßenmeisterei Erding damit beschäftigt, die überörtlichen Straßen im Landkreis zu räumen und zu streuen.

Trotzdem kam es am Sonntag und Montag im Landkreis zu insgesamt acht Verkehrsunfällen. Bei Pastetten kam ein Opel von der Fahrbahn ab, weil der Fahrer auf der verschneiten Straße zu schnell fuhr. Der Wagen einer 24-Jährigen rutschte beim Abbiegen auf die Gegenfahrbahn, wo er mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß. Glücklicherweise überstanden die Fahrer die Unfälle ohne Verletzungen. Nur drei Insassen eines Pkw, der bei Oberneuching auf der Staatsstraße unterwegs war, mussten mit leichten Verletzungen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden. Der Wagen war von der glatten Fahrbahn abgekommen und hatte sich mehrmals überschlagen. "Die Autofahrer müssen sich an diese Straßenverhältnisse erst wieder gewöhnen", sagt Anton Altmann, Leiter der Polizeiinspektion in Erding. "Sie müssen sich an das Wetter anpassen, aber das gelingt größtenteils schon wieder ganz gut."

Täglich um halb drei Uhr entscheidet ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei, der sogenannte Späher, ob es nötig sein wird, zu räumen und zu streuen. Dafür muss es nicht unbedingt schneien, niedrige Temperaturen und eine feuchte Fahrbahn in den Morgenstunden reichen, damit ein Streufahrzeug ausrückt. Oft wird gestreut, ohne dass die Autofahrer dies bemerken würden. "Wenn die meisten in die Arbeit fahren, sind wir schon längst fertig", sagt Manfred Zisselsberger, Dienststellenleiter bei der Straßenmeisterei Erding. 250 Straßenkilometer im Landkreis Erding hat Zisselsberger mit seinem Team zu räumen. Dafür kann er auf zehn große Räumfahrzeuge zurückgreifen. Bisher war der Winter extrem mild und die Vorräte der Straßenmeisterei sind gut gefüllt - etwa 1000 Tonnen Streugut hat die Straßenmeisterei auf Lager. "Wir sind gut gerüstet für diesen Winter", sagt Zisselberger.

Auch in den Landkreisgemeinden rückten in der Nacht von Sonntag auf Montag frühmorgens die Winterdienste aus, mit Räumfahrzeugen und Schneeschaufeln. Innerorts räumen die Trupps zuerst die wichtigen Hauptverkehrsachsen, die auch die Buslinien nutzen. In den Wohngebieten räumt die Gemeinde die Fahrbahnen erst ab einer Schneehöhe von zehn Zentimetern. Darunter müssen die Autofahrer mit etwas Schnee zurechtkommen. Für die Gehwege sind die Anwohner ohnehin selbst zuständig. Werktags von sieben Uhr morgens an und am Wochenende von acht Uhr an muss der Gehweg zwischen dem eigenen Grundstück und der Straße geräumt und mit Splitt gestreut sein.

Sollte der echte Winter doch noch kommen, die Gemeinden im Landkreis sind gewappnet. "Unsere Hallen sind bis an den Rand gefüllt", sagt Josef Steinkirchner von der Verwaltungsgemeinschaft Oberding. Der ganze Jahresvorrat sei noch da. "Das ist uns noch nie ausgegangen, auch als noch wirklich Winter war." Und der kurze Anflug von Winter soll in den nächsten Tagen schon wieder vorbei sein. Statt Schnee sind Plusgrade und Regen vorhergesagt. Heinrich Schraufstetter vom städtischen Bauhof in Erding sieht die Chancen gut, dass er in diesem Jahr wenig mit dem Winterdienst beschäftigt sein wird: "Das war nur ein kurzes Intermezzo", sagt er, "der Schnee wird schnell wegtauen und dann haben wir wieder grüne Wiesen."